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Es ist auf Erd'n kein schweres Leid'n

Photo: Skulptur auf dem Nordfriedhof in Wiesbaden

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Es ist auf Erd'n kein schweres Leid'n

 

1.) Es ist auf Erd'n kein schweres Leid'n,

Denn weil man unterm G'setz muss bleiben, (a)

Welchs bringt dem Tod

Und alle Not,

Der Höllen Glut,

Den Fluch, wenn man's nicht halten tut. (b)

 

2.) Hergegen ist kein lieblichere Freud',

Wenn so man uns freundlich anbeut, (c)

Gottes Gnad und Huld,

Vergebung der Schuld,

Den Mittler mild,

Durch welches Tod Gotts Zorn ist g'stillt.

 

3.) Drum ist das ein wohlgründte Stadt,

Die von Christo den Namen hat,

Drauf sie erbaut ist.

zu aller Frist

Ganz fest sie nist'

Auf den heiligen Bergen.

 

4.) Es ist auf Erd' kein wertere Stadt,

Die Gott, der Herre, lieber hat,

Denn Zions Tor.

Er wohnet da

Und zierts bevor

Über alle Wohnung Jakob.

 

5.) Ganz wundersam-herrliche Ding'

In dir fleißig gepredigt sind,

Und solchs noch dran

Ohn' abgelan, (d)

Dadurch wirst b'stahn,

Ach, du Stadt Gottes, Sela. (e)

 

6.) Wer nun will sein ein Bürger fein

Zu Zion in der Stätte,

Derselbig soll,

Sei, wer er woll',

Ohn' allen Fehl

Da folgen Gottes Rate.

 

7.) Der Herr will kein' ausg'schlossen han,

Wer sich ihm will ergeben,

Was er verheißt,

Dasselb' g'wiss leist',

Der Wahrheit sich b'fleißt,

Der Gerechtigkeit tut nachstreben.

 

8.) Er biet sein Gnad' alln Völker an

Allhier auf dieser Erden

Und spricht: Ich will

Predigen lan

Der Babylon (f)

Und Rahab (g), dass sie mich ehren.

 

9.) Sie sollen mich erkennen wohl,

Weil ich sie hab erkoren.

Siehe, Philister

Und die Tyrer

Samt den Mohren (h)

Werden daselbst geboren.

 

10,) Ja, allerlei Leut' zu Zion heut'

Und stets geboren werden.

Solchs Lob sie hat

Die selige Stadt,

Der Höchst' sie erbaut,

Da ist sein Feu'r und Herde.

 

11.) Es will der Herr stets predig'n lan

In allen Sprachen, Sela,

Sein heiliges Wort

Dadurch man fort

Ohn all' Fürwort (i)

Könn' neugeboren werden.

 

12.) Da werden dann die Sänger gut

Wie im Reigen vorsingen,

Die andern all

Antworten bald

Mit Lobgesang

Und gleich vor Freuden springen.

 

13.) Lob sei dir, Vater, im höchsten Thron

Für die Bürgschaft zu Zion.

Verleih uns gleich,

Dass keins abweich

Aus deinem Reich

Durch Jesum Christum, Amen.

 

(a) hier ist die Erbsünde gemeint

(b) das Gesetz nämlich

(c) alte Form von 'anbietet'

(d) ohne abzulassen

(e) Bekräftigungswort 'So soll es sein'

(f) Babylon war als Hauptstadt Babyloniens eine der wichtigsten Städte des Altertums. Sie lag am Euphrat, etwa 90 km südlich Bagdads im heutigen Irak.

Im Neuen Testament wird der Name Babylon bzw. das Attribut babylonisch zwölfmal erwähnt. Dies geschieht zum einen in Rückblicken auf die Geschichte Israels, zum anderen in den prophetischen Reden über die Zukunft der Welt. Babylon bezeichnet hier das irdische widerchristliche Machtzentrum im Gegensatz zur Stadt Gottes, dem himmlischen Jerusalem. In der Offenbarung des Johannes wird ihre Zerstörung in den letzten Gerichten Gottes vorausgesagt.

(g) Rahab ist im Alten Testament der Name der Frau, die nach dem Bericht von der Einnahme und Zerstörung Jerichos durch die Israeliten (Buch Josua, 2. Kapitel) zwei von Josua gesandte Kundschafter in ihrem Haus versteckt und gerettet habe. Dadurch habe sie mit ihrer Familie das Massaker an allen übrigen Einwohnern und die vollständige Zerstörung der Stadt überleben können.

(h) allen Menschen wird die Verheißung Gottes angeboten

(i) ohne Fürsprache oder Einwendungen anderer

 

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Autor: Sixtus Halbmayer

Melodie: Eigene Melodie

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gefunden in:

Das deutsche evangelische Kirchenlied

des siebzehnten Jahrhunderts

Herausgegeben von Albert Fischer und W. Tümpel

Erster Band

Druck und Verlag C. Bertelsmann

Gütersloh, 1904

Liednummer 178

Thema: Gottvertrauen, Kreuz und Trost

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Gegenstand: Psalm Nr. 87

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Sixtus Halbmayer, auch Halbmayr oder Halbmeier, lebte von 1546 bis 1615 und war ein deutscher Schulmeister, Gerichtsschreiber und Kaplan in Burgbernheim/Mittelfranken. Mit seinem Namen wurden einige wenige evangelische geistliche Lieder in Zusammenhang gebracht, von denen einige später Sebald Heyden (1498-1561), wohl wegen der gleichen Initialen S.H., zugeschrieben wurden, so etwa das Passionslied 'O Mensch, bewein dein Sünde groß'.

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Uploaded on September 13, 2017
Taken on July 5, 2014