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Lass mich jetzt spüren, Jesu, dein Erbarmen

Photo: Boote im Park Schönbusch bei Aschaffenburg, Franken, 1982

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Lass mich jetzt spüren, Jesu, dein Erbarmen

 

1.) Lass mich jetzt spüren, Jesu, dein Erbarmen,

Dring mit der Strafe nicht so in mich Armen,

Die ich jetzt billig (a) wegen Sünd' ertrage.

Vergib, ich klage.

 

2.) Strafe mich doch nicht nach Verdienst am Ende,

Niemand kann meiden deinen Zorn und Hände,

Wo ihm mit Gnaden nicht dein Geist beistehe,

Dass er entgehe.

 

3.) Gib mir denselben, lass mich Rettung finden,

Dass ich ablege diese Last der Sünden.

Hilft mir dein Geist nicht auf dem Todesbetten,

Wer kann mich retten?

 

4.) Gott, du Gerechter, denk ich oft geduldig,

Strafest mich merklich, ich erkenn mich schuldig,

Lässest mich trostlos, mich noch mehr zu schwächen,

Wegen Verbrechen.

 

5.) Aber barmherzig bist du gleichwohl allen,

Deinen Zorn trag ich, weil dir's so gefallen.

Mindre die Strafe, sei mir, deinem Kinde,

Diesmal gelinde!

 

6.) Dass du mich strafest, tust du recht und billig.

Wegen Misshandlung leid ich jetzo willig,

Weil ich ein Mensch bin, hilf mir aus der Höhe,

Eh' ich vergehe.

 

7.) Höchster Erbarmer, denk an deine Hulde,

Ob du gleich strafest, was ich längst verschulde,

Bin ich der Gnade, - winselnd und bußfertig -

Dennoch gewärtig.

 

8.) Wer ist so mächtig, der mein Elend hebe

Und mir für Seufzen etwa Freude gebe?

Bei dir alleine, Gott, ist noch Erbarmen

Gegen mir Armen.

 

9.) Mache, was du willst mit mir, ich bin stille,

Jesu, vergiss nicht deines Trostes Fülle,

Lass uns im Trauern deine Tröstung schauen,

Die auf dich bauen.

 

(a) rechtens

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Autor: Heinrich Bußenius

Melodie: Geliebter Freud, was tut

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Musicalischer Vorschmack

Der Jauchtzenden Seelen im ewigen Leben

Das ist: Neu-außgefärtigtes, vollständiges und mit Fleiß durchsehenes nützliches Evangelisch-Luthrisches Gesang-Buch

von Peter Sohr[en] u.a.

In Verlegung Hinrich Völckers

Hamburg 1683, Liednummer 742

Thema: Gottvertrauen, Kreuz und Trost

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Heinrich Bußenius, (* 1626 in Salzwedel, + 28. Februar 1665 in Königsberg/Ostpreußen) war ein deutscher Pädagoge und Lieddichter. Er kam 1647 zum Studium nach Königsberg, wo er 1651 den Magistertitel erwarb und im Jahr 1656 Rektor an der Domschule wurde. 1662 erschien im Druck ein Nachruf von Bußenius auf Johann Glogau (1634-1662), in dem das Ewigkeitslied 'Das Wesen dieser Welt betrügt' enthalten ist. Das Lied 'Lass mich jetzt spüren, Jesu, dein Erbarmen' steht in der 1683 in Hamburg erschienen Liedsammlung 'Musicalischer Vorschmack' und ist dort mit den Initialien 'H.B.' gekennzeichnet.

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Uploaded on September 2, 2017