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O unerforschte höchste Macht

O unerforschte höchste Macht

 

1.) O unerforschte höchste Macht,

Du Urquell aller Leben!

Wer zählt, was du hervorgebracht,

Du gibst, du schon gegeben?

Wer die Geschöpf auf Berg und Tal?

Wer zählt der Silbersterne Zahl?

Wer Tiere, Menschen, Welten?

 

2.) Herr, der du Erd' und Himmel füllst,

Des Himmel sind und Erde!

Es schafft und wirket, was du willst,

Dein still fortschallend' 'Werde!'

Zu hoch ist nichts für deine Kraft,

Zu tief nichts, alles, alles schafft

Dein tief verborgner Wille.

 

3.) Du willst und winkst, und da ist schnell

Dein Werk nach deinem Willen!

Du sprichst - die ewge Nacht wird hell,

und Wesenheere füllen

Den leeren Raum, - und alles lebt,

Und fühlt sich, freut sich, jauchzet, strebt

Mit Kraft nach neuen Kräften.

 

4.) O hohe Hand, die alles hält

Und lenket, Erd' und Meere,

Den Ufersand, den niemand zählt,

Und alle Sonnenheere!

O Quell des Lebens und des Lichts,

Gott, ohne dich, wie alles nichts!

Anbetung dir, o Erster!

 

5.) O du, vor dessen Angesicht

Zehntausend Sonnen prangen!

Gott, welche, welche Zuversicht

Kann fest g'nug dich umfangen?

Du bist, was ich nicht bin! Du hast

Wie viel mehr, als die Seele fasst,

Als alle Seelen fassen!

 

6.) Ich bete dich mit Ehrfurcht an,

Allmächtiger Beleber!

Du gibst, was niemand geben kann,

Unendlich reicher Geber!

In jeder Ohnmacht, jeder Not,

Verlassen ganz, in Nacht und Tod,

O Allmacht, bist du nahe!

 

7.) O Allmacht, außer mir zu sehn,

Und in mir zu empfinden,

In allen Tiefen, allen Höhn

Zu suchen, leicht zu finden!

O Allmacht, die mich schuf und trägt,

Mich ganz belebt, mich stets bewegt,

Wie kann ich dich anbeten!

 

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Autor: Johann Caspar Lavater

Melodie: Allein Gott in der Höh sei Ehr

oder: Such wer da will ein ander Ziel

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gefunden in der

Anthologie christlicher Gesänge

aus allen Jahrhunderten der Kirche

Fünfter Band

Herausgegeben von August Jakob Rambach

verlegt bei J. F. Hammerich,

Altona und Leipzig, 1832

Thema: Gottes Reich und Eigenschaften

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Johann Caspar Lavater, geb. 1741 in Zürich, reformierter Theologe, Prediger am Waisenhaus, dann Pfarrer in St. Peter in Zürich, Freund des jungen Goethe, Verfasser der 'Physiognomischen Studien', durch seine Briefe und zahlreichen erbaulichen Schriften biblisch-spiritualistischer Prägung Seelsorger einer weltweiten Gemeinde; gest. 1801 in Zürich.

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Uploaded on July 23, 2017
Taken on June 4, 2015