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Christus, das reine Gotteslamm
Christus, das reine Gotteslamm
1.) Christus, das reine Gotteslamm,
Auf sich von mir die Sünde nahm
Und warf sie in des Meeres Grund,
Dass sie mir nun nicht schaden kunnt.
2.) Wie kommts, ach du meine Jesulein,
Dass du auf dich die Sünde mein
So gar nimmst, dass nun nicht mehr
Sie mich betrüb'n, ach du, mein Herr?
3.) Macht das nicht deine Liebe groß,
Die du in uns durch deinen Schoß
Genossen hast, in dem du bist
Ein Mensch worden, Herr Jesu Christ?
4.) Ach, wie freundlich bist du, mein Herr,
Der du mein Bruder kommst hierher
Und sprichst: In dir ich wohnen will.
Ach Herr, das ist ja gar zu viel.
5.) Doch weil es hat gefallen dir,
So nehm ich dich mit Herzbegier
Durch den Glauben in meine Seel', -
Ach komm zu mir auf dein Befehl!
6.) Dich will ich haben herzlich gern
Und diese Welt gar gern entpern, (a)
Dass du nur mit dem Heilgen Geist
In mir, ach Herr Christ, immer seist.
7.) Nun will ich sing' und fröhlich sein,
Denn ich ja das schön' Jesulein
Jetzt trag in meines Herzens Schrein,
Dass ich nimmer vergesse sein,
8.) Davon ich allzeit fröhlich bin,
Zu singen mit Herz, Mut und Sinn:
Jesu, Jesu, mein Brüderlein,
Erfreue du das Herze mein.
9.) Sing und spring in mir immer fein,
Sag du zu mir: 'mein Brüderlein,
Dein Herz soll fröhlich sein mit Lust,
Denn du hast mir mein Blut gekost.'
(a) sinngemäß 'loslassen', das Wort konnte nicht nachgewiesen werden
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Autor: Stephan Praetorius
Melodie: Vom Himmel hoch, da komm ich her
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gefunden in:
Das deutsche evangelische Kirchenlied
des siebzehnten Jahrhunderts
Herausgegeben von Albert Fischer und W. Tümpel
Erster Band
Druck und Verlag C. Bertelsmann
Gütersloh, 1904
Liednummer 224
Thema: Christuslied
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Stephan Praetorius, dt. auch Schulte (* 3. Mai 1536 in Salzwedel; † 5. Mai 1603 ebenda) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und Erbauungsschriftsteller.
Praetorius besuchte die Schule des Reformators Abdias Prätorius (1524-1573) in seiner Vaterstadt, danach ein Gymnasium in Magdeburg. 1558 immatrikulierte er sich an der Universität Rostock, wo er sich vor allem David Chyträus (1530-1600) anschloss. Um sich seinen Unterhalt zu verdienen, unterrichtete er selbst. 1565 verließ er Rostock, nachdem er zwei Jahre zuvor promoviert hatte. Von Johann Agricola Eisleben jun. (um 1560-1594) wurde er in Berlin zum Prediger für Salzwedel ordiniert, wo er zuerst als Diakon (zweiter Pfarrer) an der Augustinerkirche, von 1569 bis zu seinem Tode als Pfarrer an der Katharinenkirche wirkte.
Praetorius errichtete eine Lateinschule, für die er einige Lehrbücher veröffentlichte. Besondere Aufmerksamkeit erregten jedoch seine seelsorgerlichen Traktate und Erbauungsschriften, die der Pfarrer Gottfried Arnold (1666-1714) auf insgesamt 80 bezifferte. Johann Arndt gab 1622 eine thematisch geordnete Sammlung der Schriften von Praetorius heraus. Martin Statius (1589-1655) stellte 1625 eine neue Auswahl zusammen, die er 1636 unter dem Titel 'Geistliche Schatzkammer der Gläubigen' umfassend erweiterte und die bis ins 19. Jahrhundert vielfach nachgedruckt wurde. Die schwedische Übersetzung hatte große Bedeutung für den Pietismus in Schweden. Von der dänischen Übersetzung erschien noch 2008 eine Neuauflage. Seine Veröffentlichungen enthalten auch einige wenige geistliche Lieder, von denen der Hymnologe Albert Fischer in seine ab 1904 in Gütersloh herausgegebene Sammlung 'Das deutsche Kirchenlied' zwei Lieder aufgenommen hat.
Obwohl Praetorius der lutherischen Rechtgläubigkeit zuzurechnen ist, legte er größten Wert auf die persönliche Heiligung im Leben, was ihm Angriffe seitens der Kirchenleitung und von Kollegen eintrug. Besonders wurde seine Aussage, der wahrhaft gläubige Mensch könne keine Todsünde begehen, scharf kritisiert.
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Christus, das reine Gotteslamm
Christus, das reine Gotteslamm
1.) Christus, das reine Gotteslamm,
Auf sich von mir die Sünde nahm
Und warf sie in des Meeres Grund,
Dass sie mir nun nicht schaden kunnt.
2.) Wie kommts, ach du meine Jesulein,
Dass du auf dich die Sünde mein
So gar nimmst, dass nun nicht mehr
Sie mich betrüb'n, ach du, mein Herr?
3.) Macht das nicht deine Liebe groß,
Die du in uns durch deinen Schoß
Genossen hast, in dem du bist
Ein Mensch worden, Herr Jesu Christ?
4.) Ach, wie freundlich bist du, mein Herr,
Der du mein Bruder kommst hierher
Und sprichst: In dir ich wohnen will.
Ach Herr, das ist ja gar zu viel.
5.) Doch weil es hat gefallen dir,
So nehm ich dich mit Herzbegier
Durch den Glauben in meine Seel', -
Ach komm zu mir auf dein Befehl!
6.) Dich will ich haben herzlich gern
Und diese Welt gar gern entpern, (a)
Dass du nur mit dem Heilgen Geist
In mir, ach Herr Christ, immer seist.
7.) Nun will ich sing' und fröhlich sein,
Denn ich ja das schön' Jesulein
Jetzt trag in meines Herzens Schrein,
Dass ich nimmer vergesse sein,
8.) Davon ich allzeit fröhlich bin,
Zu singen mit Herz, Mut und Sinn:
Jesu, Jesu, mein Brüderlein,
Erfreue du das Herze mein.
9.) Sing und spring in mir immer fein,
Sag du zu mir: 'mein Brüderlein,
Dein Herz soll fröhlich sein mit Lust,
Denn du hast mir mein Blut gekost.'
(a) sinngemäß 'loslassen', das Wort konnte nicht nachgewiesen werden
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Autor: Stephan Praetorius
Melodie: Vom Himmel hoch, da komm ich her
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gefunden in:
Das deutsche evangelische Kirchenlied
des siebzehnten Jahrhunderts
Herausgegeben von Albert Fischer und W. Tümpel
Erster Band
Druck und Verlag C. Bertelsmann
Gütersloh, 1904
Liednummer 224
Thema: Christuslied
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Stephan Praetorius, dt. auch Schulte (* 3. Mai 1536 in Salzwedel; † 5. Mai 1603 ebenda) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und Erbauungsschriftsteller.
Praetorius besuchte die Schule des Reformators Abdias Prätorius (1524-1573) in seiner Vaterstadt, danach ein Gymnasium in Magdeburg. 1558 immatrikulierte er sich an der Universität Rostock, wo er sich vor allem David Chyträus (1530-1600) anschloss. Um sich seinen Unterhalt zu verdienen, unterrichtete er selbst. 1565 verließ er Rostock, nachdem er zwei Jahre zuvor promoviert hatte. Von Johann Agricola Eisleben jun. (um 1560-1594) wurde er in Berlin zum Prediger für Salzwedel ordiniert, wo er zuerst als Diakon (zweiter Pfarrer) an der Augustinerkirche, von 1569 bis zu seinem Tode als Pfarrer an der Katharinenkirche wirkte.
Praetorius errichtete eine Lateinschule, für die er einige Lehrbücher veröffentlichte. Besondere Aufmerksamkeit erregten jedoch seine seelsorgerlichen Traktate und Erbauungsschriften, die der Pfarrer Gottfried Arnold (1666-1714) auf insgesamt 80 bezifferte. Johann Arndt gab 1622 eine thematisch geordnete Sammlung der Schriften von Praetorius heraus. Martin Statius (1589-1655) stellte 1625 eine neue Auswahl zusammen, die er 1636 unter dem Titel 'Geistliche Schatzkammer der Gläubigen' umfassend erweiterte und die bis ins 19. Jahrhundert vielfach nachgedruckt wurde. Die schwedische Übersetzung hatte große Bedeutung für den Pietismus in Schweden. Von der dänischen Übersetzung erschien noch 2008 eine Neuauflage. Seine Veröffentlichungen enthalten auch einige wenige geistliche Lieder, von denen der Hymnologe Albert Fischer in seine ab 1904 in Gütersloh herausgegebene Sammlung 'Das deutsche Kirchenlied' zwei Lieder aufgenommen hat.
Obwohl Praetorius der lutherischen Rechtgläubigkeit zuzurechnen ist, legte er größten Wert auf die persönliche Heiligung im Leben, was ihm Angriffe seitens der Kirchenleitung und von Kollegen eintrug. Besonders wurde seine Aussage, der wahrhaft gläubige Mensch könne keine Todsünde begehen, scharf kritisiert.
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