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Heut ist uns der Tag erschienen
Photo: Figuren auf Schloss Biebrich, Wiesbaden-Biebrich
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Heut ist uns der Tag erschienen
1.) Heut ist uns der Tag erschienen,
Worauf Adam schon so oft,
Wie auch Jakob und samt ihnen
Aller Väter Schar gehofft,
Dran sich Abraham erquicket,
Als er ihn im Geist erblicket.
2.) O, des Tages, voller Wonne
Und dem sonst kein Tag nicht gleicht,
Weil von Anbeginn die Sonne
Hat um dieses Rund geleucht't.
O, der hochgewünschten Stunden,
Die sich nunmehr eingefunden.
3.) O du Anfang unsrer Freuden,
Sei gegrüßt, gewünschtes Licht,
Als mit dem uns armen Heiden
Jetzt ein neuer Trost anbricht.
Und vor welchem wir ehdessen
Stets in lauter Nacht gesessen.
4.) Nunmehr trieft ein Heilesregen
Oben von dem Himmel ab,
Auch die Wolken schütten Segen
Und Gerechtigkeit herab.
Gottes Sohn kommt selbst auf Erden,
Ein wahrhafter Mensch zu werden.
5.) Nunmehr wird die höchste Höhe
Mit dem tiefsten Tal vereint:
Ehre nimmt die Schmach zur Ehe,
Allmacht wird der Schwachheit Freund.
Herrlichkeit kommt zu uns Armen
Und aus Rache wird Erbarmen.
6.) Jungfrau, Mutter, Keuschheitskrone,
Du gebenedeites Weib,
Für des Allerhöchsten Sohne
Wird ein unbefleckter Leib
Heut zum Ehrenthron erlesen,
Du empfängst ein ewig Wesen.
7.) Er, der Vater, wird zum Kinde,
Tochter, du musst Mutter sein,
Selbst das Heil wird hier zur Sünde,
Du empfängst und bleibest rein.
Jungfrau bleiben, schwanger gehen,
Können hier beisammen stehen.
8.) O Geheimnis, dessen gleichen
Man auf Erden nie gesehn,
Dieses ist ein Wunderzeichen,
Das von Gott heut ist geschehn,
Welches kein vernünftig Sinnen
Kann begreifen noch gewinnen.
9.) Vater, und doch Kind daneben,
Unser Bruder, Fleisch und Blut.
Ach, was können wir die geben
Für dies allzugroße Gut?
Hilf, dass wir mit Herz und Sinnen
Geistlich dich empfangen können.
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Text: Johann Gottfried Heermann
Melodie: Werde licht, du Stadt der Heiden
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gefunden in:
Neu=vermehrtes Baden=Durlachisches Gesangbuch
aller evangelisch-lutherischen Kirchen
in den markgräflich Badischen Landen
Lied-Nummer 63.
Kapitel An Mariä Verkündigung
Karlsruhe, 1772.
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Johann(es Gottfried) Heermann (* 11. Oktober 1585 in Raudten bei Lüben in Schlesien; † 17. Februar 1647 in Lissa) zählt zu den bedeutendsten deutschen Kirchenliederdichtern der Barockzeit.
Als Sohn eines Kürschners aufgewachsen, studierte Heermann nach Schulabschluss in Straßburg Theologie und wurde 1608 in Brieg zum 'poeta laureatus' gekrönt. Ab 1611 hatte er das Pfarramt in Köben bei Glogau inne. Stadtbrand, Pest, Kriegsplünderungen, Familienleid und Gegenreformation in Schlesien prägten diese Zeit, so dass er schon 1638 sein Köbener Amt aufgeben musste und sich nach Lissa zurückzog.
Als Liederdichter ist er von Martin Opitz und dessen Dichtungsreform beeinflusst. Sein Werk wirkt prägend für Andreas Gryphius, Paul Gerhardt und andere. Er dichtete etwa 400 Lieder. Heerman wurde als 'Sänger der Trübsal und des Kampfes, doch auch des ungebrochenen Glaubensmuts' beschrieben.
Erste Veröffentlichungen finden sich in 'Devota musica cordis', Hauß- und Hertz-Musica (1630 u. ö.; neu hrsg. von Ph. Wackernagel, Stuttg. 1856); Choräle wie 'O Gott, du frommer Gott', 'Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen' und 'O Jesu Christe, wahres Licht' sind in die evangelischen wie auch katholischen Gesangbücher übergegangen und noch heute im Gebrauch.
Außerdem erschienen von ihm asketische Schriften, z. B. 'Heptalogus Christi' (Berlin 1856) und die Lehrdichtungen 'Praecepta moralia et sententiae' und 'Exercitium pietatis' (in lateinisch u. deutsch, Breslau 1886) sowie die Gedichtsammlung 'Teutsche Poemata' (1640).
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Johann Heermann (11 October 1585 - 17 February 1647), German poet and hymn-writer. He is commemorated in the Calendar of Saints of the Lutheran Church on 26 October with Philipp Nicolai and Paul Gerhardt.
Heermann started out writing Latin poetry, with his Flores ex Otfridi Evangeliorum vireto being published in 1609. The poems contained in this collection are Latin poems based on passages from the Gospels, yet for each Latin poem, one or two lines of German poetry were added, showing that Heermann had an early desire to write poetry in German too. Later works also belonged to the tradition of versifying passages from the Gospels, such as Andächtiger Kirchenseuftzer (1616), Exercitium pietatis (1630) - a revised version of Flores – Verbessertes Schliessglöcklein (1632) – a revised version of the Kirchenseuftzer - and Sontags- und Festevangelia (1636). Impetus for this process of revision came from Martin Opitz’s Buch von der deutschen Poeterey (1624), which acted both as a defence of German poetry and a set of guidelines on how German poetry should be composed. Johann Heermann can be regarded as one of the first German poets to write according to the rules set out in Opitz’s tract.
As well as poetry based on the Gospels, Heermann also wrote poetry influenced by works of devotional literature, especially those by Valerius Herberger, Martin Moller and Johann Arndt. These works were often themselves influenced by earlier, pre-Reformation texts by the Church Fathers, especially Bernard of Clairvaux, Augustine and Anselm of Canterbury. Heermann’s most influential work of devotional poetry was Devoti musica cordis (1630), ‘music for a devout heart’, which combined hymns based on texts of the Church Fathers and writers such as Moller with hymns Heermann himself had composed. In addition to works of poetry, he also published collections of sermons.
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Verkündigung des Herrn, auch Mariä Verkündigung, ist ein Fest am 25. März, das in vielen christlichen Konfessionen gefeiert wird.
Heut ist uns der Tag erschienen
Photo: Figuren auf Schloss Biebrich, Wiesbaden-Biebrich
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Heut ist uns der Tag erschienen
1.) Heut ist uns der Tag erschienen,
Worauf Adam schon so oft,
Wie auch Jakob und samt ihnen
Aller Väter Schar gehofft,
Dran sich Abraham erquicket,
Als er ihn im Geist erblicket.
2.) O, des Tages, voller Wonne
Und dem sonst kein Tag nicht gleicht,
Weil von Anbeginn die Sonne
Hat um dieses Rund geleucht't.
O, der hochgewünschten Stunden,
Die sich nunmehr eingefunden.
3.) O du Anfang unsrer Freuden,
Sei gegrüßt, gewünschtes Licht,
Als mit dem uns armen Heiden
Jetzt ein neuer Trost anbricht.
Und vor welchem wir ehdessen
Stets in lauter Nacht gesessen.
4.) Nunmehr trieft ein Heilesregen
Oben von dem Himmel ab,
Auch die Wolken schütten Segen
Und Gerechtigkeit herab.
Gottes Sohn kommt selbst auf Erden,
Ein wahrhafter Mensch zu werden.
5.) Nunmehr wird die höchste Höhe
Mit dem tiefsten Tal vereint:
Ehre nimmt die Schmach zur Ehe,
Allmacht wird der Schwachheit Freund.
Herrlichkeit kommt zu uns Armen
Und aus Rache wird Erbarmen.
6.) Jungfrau, Mutter, Keuschheitskrone,
Du gebenedeites Weib,
Für des Allerhöchsten Sohne
Wird ein unbefleckter Leib
Heut zum Ehrenthron erlesen,
Du empfängst ein ewig Wesen.
7.) Er, der Vater, wird zum Kinde,
Tochter, du musst Mutter sein,
Selbst das Heil wird hier zur Sünde,
Du empfängst und bleibest rein.
Jungfrau bleiben, schwanger gehen,
Können hier beisammen stehen.
8.) O Geheimnis, dessen gleichen
Man auf Erden nie gesehn,
Dieses ist ein Wunderzeichen,
Das von Gott heut ist geschehn,
Welches kein vernünftig Sinnen
Kann begreifen noch gewinnen.
9.) Vater, und doch Kind daneben,
Unser Bruder, Fleisch und Blut.
Ach, was können wir die geben
Für dies allzugroße Gut?
Hilf, dass wir mit Herz und Sinnen
Geistlich dich empfangen können.
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Text: Johann Gottfried Heermann
Melodie: Werde licht, du Stadt der Heiden
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gefunden in:
Neu=vermehrtes Baden=Durlachisches Gesangbuch
aller evangelisch-lutherischen Kirchen
in den markgräflich Badischen Landen
Lied-Nummer 63.
Kapitel An Mariä Verkündigung
Karlsruhe, 1772.
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Johann(es Gottfried) Heermann (* 11. Oktober 1585 in Raudten bei Lüben in Schlesien; † 17. Februar 1647 in Lissa) zählt zu den bedeutendsten deutschen Kirchenliederdichtern der Barockzeit.
Als Sohn eines Kürschners aufgewachsen, studierte Heermann nach Schulabschluss in Straßburg Theologie und wurde 1608 in Brieg zum 'poeta laureatus' gekrönt. Ab 1611 hatte er das Pfarramt in Köben bei Glogau inne. Stadtbrand, Pest, Kriegsplünderungen, Familienleid und Gegenreformation in Schlesien prägten diese Zeit, so dass er schon 1638 sein Köbener Amt aufgeben musste und sich nach Lissa zurückzog.
Als Liederdichter ist er von Martin Opitz und dessen Dichtungsreform beeinflusst. Sein Werk wirkt prägend für Andreas Gryphius, Paul Gerhardt und andere. Er dichtete etwa 400 Lieder. Heerman wurde als 'Sänger der Trübsal und des Kampfes, doch auch des ungebrochenen Glaubensmuts' beschrieben.
Erste Veröffentlichungen finden sich in 'Devota musica cordis', Hauß- und Hertz-Musica (1630 u. ö.; neu hrsg. von Ph. Wackernagel, Stuttg. 1856); Choräle wie 'O Gott, du frommer Gott', 'Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen' und 'O Jesu Christe, wahres Licht' sind in die evangelischen wie auch katholischen Gesangbücher übergegangen und noch heute im Gebrauch.
Außerdem erschienen von ihm asketische Schriften, z. B. 'Heptalogus Christi' (Berlin 1856) und die Lehrdichtungen 'Praecepta moralia et sententiae' und 'Exercitium pietatis' (in lateinisch u. deutsch, Breslau 1886) sowie die Gedichtsammlung 'Teutsche Poemata' (1640).
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Johann Heermann (11 October 1585 - 17 February 1647), German poet and hymn-writer. He is commemorated in the Calendar of Saints of the Lutheran Church on 26 October with Philipp Nicolai and Paul Gerhardt.
Heermann started out writing Latin poetry, with his Flores ex Otfridi Evangeliorum vireto being published in 1609. The poems contained in this collection are Latin poems based on passages from the Gospels, yet for each Latin poem, one or two lines of German poetry were added, showing that Heermann had an early desire to write poetry in German too. Later works also belonged to the tradition of versifying passages from the Gospels, such as Andächtiger Kirchenseuftzer (1616), Exercitium pietatis (1630) - a revised version of Flores – Verbessertes Schliessglöcklein (1632) – a revised version of the Kirchenseuftzer - and Sontags- und Festevangelia (1636). Impetus for this process of revision came from Martin Opitz’s Buch von der deutschen Poeterey (1624), which acted both as a defence of German poetry and a set of guidelines on how German poetry should be composed. Johann Heermann can be regarded as one of the first German poets to write according to the rules set out in Opitz’s tract.
As well as poetry based on the Gospels, Heermann also wrote poetry influenced by works of devotional literature, especially those by Valerius Herberger, Martin Moller and Johann Arndt. These works were often themselves influenced by earlier, pre-Reformation texts by the Church Fathers, especially Bernard of Clairvaux, Augustine and Anselm of Canterbury. Heermann’s most influential work of devotional poetry was Devoti musica cordis (1630), ‘music for a devout heart’, which combined hymns based on texts of the Church Fathers and writers such as Moller with hymns Heermann himself had composed. In addition to works of poetry, he also published collections of sermons.
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Verkündigung des Herrn, auch Mariä Verkündigung, ist ein Fest am 25. März, das in vielen christlichen Konfessionen gefeiert wird.