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Blasse Lippen des Geliebten
Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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Blasse Lippen des Geliebten
1.) Blasse Lippen des Geliebten,
Nehmt den letzten Abschiedskuss,
Samt dem milden Tränenguss!
Ach, wie wird mir, mir Betrübten!
Ach, mein Jesus ist dahin.
Weinet Augen, Herz und Sinn.
2.) Gottes Lamm ist nun erwürget
Und das Opfer ist vollbracht,
Dessen Blut uns selig macht.
Weil sich dieses Licht verbirget,
Soll kein andrer Freudenschein
Sonst an meinem Himmel sein.
3.) Seht, hier liegt mein Freund entseelet,
Der geliebte Bräutigam,
Mein Erlöser, und mein Lamm.
Und ich bin's, der ihn gequälet,
Durch der Sünden Mord und Gift,
Ach, was hab ich angestift't.
4.) Geht, ihr Sinnen, legt die Trauer
Um den frömmsten Jesum an,
Denket, was ihr habt getan.
Euch soll ein betrübter Schauer,
Leid und Kummer überziehn,
Bis ihr lernt die Sünde fliehn.
5.) Aber du, verblichnes Leben,
Meinem Glauben stirbst du nicht,
Sondern bleibst mein Lebenslicht.
Dir, Herr, will ich dankbar geben,
Was ich noch von Kräften hab,
Ja, dir leb ich bis ins Grab.
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Autor: Valentin Ernst Löscher
Melodie: Ach, was soll ich Sünder machen
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Evangelisches Zwickauer Gesangbuch
Verlag R. Zückler, Zwickau, 1864
Liednummer 192
Thema: Passion
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Valentin Ernst Löscher (* 29. Dezember 1673 in Sondershausen/Thüringen; † 12. Februar 1749 in Dresden) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer, Superintendent und Kirchenlieddichter. Löscher stammte aus einem alten evangelischen Pfarrgeschlecht. Bereits sein Urgroßvater Jodocus Löscher hatte bei Martin Luther Vorlesungen besucht. Valentin Ernst wurde als Sohn des Superintendenten Caspar Löscher und seiner Frau Cleophé Salomé, geb. Sittig, geboren und besuchte zuerst die Schule in Zwickau, kam 1687 an die Schule in Wittenberg und immatrikulierte 1690 an der dortigen Universität, um Philologie, Geschichte und Theologie zu studieren. Im Jahr 1692 schloss er sein Studium mit dem Titel eines Magisters ab, hielt Privatvorlesungen und begab sich 1694 für ein Jahr an die Universität Jena, um seine Studien zu vervollständigen. 1698 wurde er vom Herzog Johann Georg von Sachsen-Weißenfels in das Amt des Superintendenten von Jüterbog berufen, wurde am 16. Dezember in Weißenfels ordiniert und trat im Dezember 1698 sein Amt an. Löscher verschärfte das Auswahlverfahren für Pfarrer, trat für eine Wiedereinführung der Visitationen ein und verwarf, als treuer Lutheraner, Annäherungen an reformierte und pietistische Glaubenskreise. Nach kurzer Lehtätigkeit an der Universität in Wittenberg von 1707 bis 1709 wurde er als Pfarrer an die Dresdner Kreuzkirche berufen und gleichzeitig zum Oberkonsistorialassessor und Superintendenten ernannt. Ab dem Jahr 1701 gab er mit wechselnden Titel eine theologische Zeitschrift heraus. Von ihm sind über 100 geistliche Lieder bekannt, 66 davon stehen in seiner 1701 erschienenen Erbauungsschrift 'Edle Andachtsfrüchte'; viele davon wurden in evangelische Gesangbücher übernommen. Sein bekanntestes Lied ist ein Passionslied mit zwölf Strophen, steht u.a. auch im Evangelischen Gesangbuch von 1993 unter Nummer 90 und heißt 'Ich grüße dich am Kreuzesstamm''.
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Blasse Lippen des Geliebten
Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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Blasse Lippen des Geliebten
1.) Blasse Lippen des Geliebten,
Nehmt den letzten Abschiedskuss,
Samt dem milden Tränenguss!
Ach, wie wird mir, mir Betrübten!
Ach, mein Jesus ist dahin.
Weinet Augen, Herz und Sinn.
2.) Gottes Lamm ist nun erwürget
Und das Opfer ist vollbracht,
Dessen Blut uns selig macht.
Weil sich dieses Licht verbirget,
Soll kein andrer Freudenschein
Sonst an meinem Himmel sein.
3.) Seht, hier liegt mein Freund entseelet,
Der geliebte Bräutigam,
Mein Erlöser, und mein Lamm.
Und ich bin's, der ihn gequälet,
Durch der Sünden Mord und Gift,
Ach, was hab ich angestift't.
4.) Geht, ihr Sinnen, legt die Trauer
Um den frömmsten Jesum an,
Denket, was ihr habt getan.
Euch soll ein betrübter Schauer,
Leid und Kummer überziehn,
Bis ihr lernt die Sünde fliehn.
5.) Aber du, verblichnes Leben,
Meinem Glauben stirbst du nicht,
Sondern bleibst mein Lebenslicht.
Dir, Herr, will ich dankbar geben,
Was ich noch von Kräften hab,
Ja, dir leb ich bis ins Grab.
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Autor: Valentin Ernst Löscher
Melodie: Ach, was soll ich Sünder machen
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Evangelisches Zwickauer Gesangbuch
Verlag R. Zückler, Zwickau, 1864
Liednummer 192
Thema: Passion
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Valentin Ernst Löscher (* 29. Dezember 1673 in Sondershausen/Thüringen; † 12. Februar 1749 in Dresden) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer, Superintendent und Kirchenlieddichter. Löscher stammte aus einem alten evangelischen Pfarrgeschlecht. Bereits sein Urgroßvater Jodocus Löscher hatte bei Martin Luther Vorlesungen besucht. Valentin Ernst wurde als Sohn des Superintendenten Caspar Löscher und seiner Frau Cleophé Salomé, geb. Sittig, geboren und besuchte zuerst die Schule in Zwickau, kam 1687 an die Schule in Wittenberg und immatrikulierte 1690 an der dortigen Universität, um Philologie, Geschichte und Theologie zu studieren. Im Jahr 1692 schloss er sein Studium mit dem Titel eines Magisters ab, hielt Privatvorlesungen und begab sich 1694 für ein Jahr an die Universität Jena, um seine Studien zu vervollständigen. 1698 wurde er vom Herzog Johann Georg von Sachsen-Weißenfels in das Amt des Superintendenten von Jüterbog berufen, wurde am 16. Dezember in Weißenfels ordiniert und trat im Dezember 1698 sein Amt an. Löscher verschärfte das Auswahlverfahren für Pfarrer, trat für eine Wiedereinführung der Visitationen ein und verwarf, als treuer Lutheraner, Annäherungen an reformierte und pietistische Glaubenskreise. Nach kurzer Lehtätigkeit an der Universität in Wittenberg von 1707 bis 1709 wurde er als Pfarrer an die Dresdner Kreuzkirche berufen und gleichzeitig zum Oberkonsistorialassessor und Superintendenten ernannt. Ab dem Jahr 1701 gab er mit wechselnden Titel eine theologische Zeitschrift heraus. Von ihm sind über 100 geistliche Lieder bekannt, 66 davon stehen in seiner 1701 erschienenen Erbauungsschrift 'Edle Andachtsfrüchte'; viele davon wurden in evangelische Gesangbücher übernommen. Sein bekanntestes Lied ist ein Passionslied mit zwölf Strophen, steht u.a. auch im Evangelischen Gesangbuch von 1993 unter Nummer 90 und heißt 'Ich grüße dich am Kreuzesstamm''.
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