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Die Nacht ist hin, der Tag bricht an

Die Nacht ist hin, der Tag bricht an

 

1.) Die Nacht ist hin, der Tag bricht an,

Zu Gott ruf innig jedermann,

Dass er uns heut' Herz, Mund und Hand

Bewahr vor Sünd' und Teufels Tand.

 

2.) Die Zung' regier' mit B'scheidenheit,

Dass sie nicht anstift' Herzeleid,

Die Augen halt in steter Hut,

Dass sie nicht blend' der Welte Mut.

 

3.) Ein rein' Herz gib nach Glaubens-Art,

Dass allzeit schau die Gottheit zart,

Und mäßig leb, ohn' falschen Wahn,

Dem stolzen Fleisch recht abzustahn.

 

4.) Auf dass wir all' zu Nacht mit Fleiß

Dir, Vater, sagen Ehr' und Preis

Durch Christum mit viel minder' Schuld

Und mit mehr deiner Gnaden Huld.

 

5.) Gott Vater sei Lob, Ehr' und Preis,

Dazu auch seinem Sohne weis',

Des Heil'gen Geistes Gütigkeit

Von nun an bis in Ewigkeit!

 

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Autor: Wolfgang Capito

mögl. Melodie: Vom Himmel hoch, da komm ich her

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Der Text wurde von mir behutsam, soweit

es die Strophenform und der Endreim zu-

ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen

und für diese Veröffentlichung eingerichtet

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gefunden in:

Das deutsche Kirchenlied

von Martin Luther bis auf Nicolaus Hermann und Ambrosius Blaurer

Herausgegeben von K[arl] E[duard] P[hilipp] Wackernagel

Druck und Verlag S.G.Liesching

Stuttgart, 1841

Liednummer 537

Thema: Morgenlied

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Wolfgang Capito, auch Wolfgang Fabricius Capito, Wolfgang Fabricius Köpfle (* 1478 in Haguenau/Elsass; † 4. November 1541 in Straßburg) war ein bedeutender Reformator von Straßburg.

Erste Ausbildung erhielt er in seiner Heimatstadt und später an der Lateinschule von Pforzheim. Danach studierte er an der Universität Ingolstadt, wo er 1501 den Baccalaureus Artium erwarb. 1504 war er an der Universität Heidelberg eingeschrieben. 1511 schloss er an der Universität von Freiburg im Breisgau mit dem Licentiat und 1515 mit dem Doktor der Theologie ab. Aus seiner Freiburger Zeit sind ihm einige Bekannte geblieben, die sich zum Teil zeitgleich an der Universität aufgehalten hatten. Im Jahr 1512 wurde er vom Bischof von Speyer als Stiftsprediger an den Kanonikerstift von Bruchsal berufen. In dieser Zeit lernte er Hebräisch und machte er die Bekanntschaft mit Konrad Pellikan und Johannes Oekolampad. 1515 wurde er als Münsterprediger nach Basel berufen. Mit diesem Amte war er automatisch in die theologische Fakultät der Universität Basel eingebunden und wirkte als Theologe und Hebraist. In Basel verkehrte er im Kreis um Erasmus von Rotterdam und trat er unter anderen mit Martin Luther (ab 1518) und Ulrich Zwingli (ab 1520) in Briefkontakt. Seine Predigten über den Römerbrief sollen großen Zulauf erfahren haben.

Auf Empfehlung von Erasmus und Ulrich von Hutten wurde er 1520 als Prädikant an den Mainzer Dom berufen. Als Berater des Erzbischofs Albrecht von Mainz versuchte Capito mäßigend in den sich anbahnenden Streit zwischen den Konfessionen einzuwirken und versuchte als kurfürstlicher Kanzler, einen Ausgleich mit Luther zu erreichen. 1521 begleitet er Albrecht auf den Reichstag zu Worms und sprach sich für Luther aus. Seine Vermittlertätigkeit löste jedoch Irritationen aus, die er im März 1522 bei einem Besuch Luthers in Wittenberg auszuräumen versuchte. Seine Rolle als verdeckter Anhänger der lutherischen Bewegung, ließ sein Leben in der altgläubigen Hochburg Mainz gefährlich werden, sodass Capito sich 1523 nach Straßburg zurückzog, wo er als Prundinhaber die Stelle als Propst des Thomasstifts übernahm. Nach einem Gespräch mit dem evangelisch gesinnten Münsterprediger Matthäus Zell im Sommer 1523 entschied er sich endgültig für die reformatorische Seite. Im gleichen Jahr kaufte er sich als Bürger in der Stadt ein und fing an der Jung-Sankt-Peterkirche an zu predigen Als es im Sommer 1524 zu einer Auseinandersetzung mit dem Augustiner-Provincial Konrad Treger kam, war Capito einer der führenden Exponenten der evangelischen Seite, für die er mehrere Kampfschriften veröffentlichte, wobei er aber dennoch auch vermittelnd wirkte.

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Uploaded on March 8, 2017
Taken on May 26, 2005