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Wie Simeon möcht ich auch gern mit Fried' und Freuden
Photo: Liebfrauenkirche in Frankfurt am Main
(gotische Kirche in der nördlichen Altstadt von Frankfurt am Main an der Neuen Kräme)
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Wie Simeon möcht ich auch gern mit Fried' und Freuden
1.) Wie Simeon (a)
Möcht ich auch gern mit Fried' und Freuden,
Das Heil umarmend, ruhig scheiden
Aus dieser Welt. Hilf mir, o Gottes Sohn,
Wie Simeon!
2.) Ein Simeon,
Verhüllt in Heimwehs dunkle Schatten,
Durft Antwort von dem Geist erwarten,
Der regt ihn an. Er geht, umfasst Ihn schon,
Den Gottes Sohn.
3.) Nun ist's geschehn!
Zuvor sollt' er den Tod nicht sehen,
Bis er D e n sah. Nun wollt er gehen
Nach seinem Wort. Nicht länger bleibt er stehn,
Eilt heimzugehn.
4.) Auch ich möcht' heim!
Hier ist es ja noch nicht erschienen,
Was es wird sein, wenn wir mit Jenen
Ihn sehen werden, wie Er ist - daheim,
Herr, hol mich heim!
5.) O sel'ges Teil,
Hier gleicht man immer noch den Leichen,
Seh ich Ihn dort, werd' ich Ihm gleichen.
O Herr! Ich warte sehnlich auf dies Teil,
Wart' auf dein Heil!
6.) Ach, nimm mich auf!
Lass mich dann nur zu Deinen Füßen.
Auch eines Kindes Teil genießen.
Wenn durchgekämpft, vollendet ist mein Lauf,
O nimm mich auf!
7.) Nimm mich zu Dir!
Ich tauge doch nichts mehr auf Erden.
Es gibt so mancherlei Beschwerden,
Und ich fühl mich nur immer schwächer hier,
Nimm mich zu Dir!
(a) Der Prophet Simeon ist eine Gestalt des Neuen Testaments. Im Lukas-Evangelium (Kapitel 2, Verse 25-35) wird beschrieben, wie er sehnsüchtig auf die Ankunft des Messias wartet und ihn schließlich bei dessen Erscheinung im Tempel in die Arme schließen kann. Er lobt Gott für die Erfüllung der Verheißung, er (Simeon) werde noch zu Lebzeiten den Messias sehen mit seinem Lobgesang. Dieses Geschehen wird am Feiertag der Darstellung des Herrn am 2. Februar gefeiert. Die katholische Bezeichnung ist Maria Lichtmess.
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Autor: Israel Hartmann
Melodie: ohne Angaben
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Der Christen-Bote
Herausgegeben von Johann Christian Friedrich Burk
Verlag Johann Friedrich Steinkopf, Stuttgart
Jahrgang 1833
Thema: Darstellung des Herrn
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Israel Hartmann (* 27. Februar 1725 in PlieningenHerzogtum Württemberg, † 4. April 1806 in Ludwigsburg) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pädagoge und Schriftsteller des württembergischen Pietismus. Hartmann wurde als Sohn von Michael Hartmann (1680-1757) und seiner Frau Katharina Fröschlin (1683-1740) geboren. Er heiratete im Jahr 1751 Agnes Rosine Burk (1727-1795). Das Paar hatte drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, den Schriftsteller Gottlob David Hartmann (1752-1775). Israel Hartmann war ab 1755 Waisenhausschulmeister in Ludwigsburg und stand in freundschaftlichem Gedankenaustausch mit Johann Heinrich Jung, genannt Jung-Stilling, (1740-1817) und Johann Caspar Lavater (1741-1801). Seine Gedichte wurden zum größten Teil in Zeitschriften veröffentlicht, so beispielsweise in dem Periodikum 'Der Christen-Bote', dessen Ausgabe vom 14. April 1833 das Lied 'Wie Simeon möcht ich auch gern mit Fried und Freuden' enthält. Den handschriftlichen Nachlass Israel Hartmanns vermachte einer seiner Nachkommen, der Ordinarius für Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule Darmstadt Dr. Paul Hartmann, der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württembergs.
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Wie Simeon möcht ich auch gern mit Fried' und Freuden
Photo: Liebfrauenkirche in Frankfurt am Main
(gotische Kirche in der nördlichen Altstadt von Frankfurt am Main an der Neuen Kräme)
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Wie Simeon möcht ich auch gern mit Fried' und Freuden
1.) Wie Simeon (a)
Möcht ich auch gern mit Fried' und Freuden,
Das Heil umarmend, ruhig scheiden
Aus dieser Welt. Hilf mir, o Gottes Sohn,
Wie Simeon!
2.) Ein Simeon,
Verhüllt in Heimwehs dunkle Schatten,
Durft Antwort von dem Geist erwarten,
Der regt ihn an. Er geht, umfasst Ihn schon,
Den Gottes Sohn.
3.) Nun ist's geschehn!
Zuvor sollt' er den Tod nicht sehen,
Bis er D e n sah. Nun wollt er gehen
Nach seinem Wort. Nicht länger bleibt er stehn,
Eilt heimzugehn.
4.) Auch ich möcht' heim!
Hier ist es ja noch nicht erschienen,
Was es wird sein, wenn wir mit Jenen
Ihn sehen werden, wie Er ist - daheim,
Herr, hol mich heim!
5.) O sel'ges Teil,
Hier gleicht man immer noch den Leichen,
Seh ich Ihn dort, werd' ich Ihm gleichen.
O Herr! Ich warte sehnlich auf dies Teil,
Wart' auf dein Heil!
6.) Ach, nimm mich auf!
Lass mich dann nur zu Deinen Füßen.
Auch eines Kindes Teil genießen.
Wenn durchgekämpft, vollendet ist mein Lauf,
O nimm mich auf!
7.) Nimm mich zu Dir!
Ich tauge doch nichts mehr auf Erden.
Es gibt so mancherlei Beschwerden,
Und ich fühl mich nur immer schwächer hier,
Nimm mich zu Dir!
(a) Der Prophet Simeon ist eine Gestalt des Neuen Testaments. Im Lukas-Evangelium (Kapitel 2, Verse 25-35) wird beschrieben, wie er sehnsüchtig auf die Ankunft des Messias wartet und ihn schließlich bei dessen Erscheinung im Tempel in die Arme schließen kann. Er lobt Gott für die Erfüllung der Verheißung, er (Simeon) werde noch zu Lebzeiten den Messias sehen mit seinem Lobgesang. Dieses Geschehen wird am Feiertag der Darstellung des Herrn am 2. Februar gefeiert. Die katholische Bezeichnung ist Maria Lichtmess.
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Autor: Israel Hartmann
Melodie: ohne Angaben
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Der Christen-Bote
Herausgegeben von Johann Christian Friedrich Burk
Verlag Johann Friedrich Steinkopf, Stuttgart
Jahrgang 1833
Thema: Darstellung des Herrn
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Israel Hartmann (* 27. Februar 1725 in PlieningenHerzogtum Württemberg, † 4. April 1806 in Ludwigsburg) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pädagoge und Schriftsteller des württembergischen Pietismus. Hartmann wurde als Sohn von Michael Hartmann (1680-1757) und seiner Frau Katharina Fröschlin (1683-1740) geboren. Er heiratete im Jahr 1751 Agnes Rosine Burk (1727-1795). Das Paar hatte drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, den Schriftsteller Gottlob David Hartmann (1752-1775). Israel Hartmann war ab 1755 Waisenhausschulmeister in Ludwigsburg und stand in freundschaftlichem Gedankenaustausch mit Johann Heinrich Jung, genannt Jung-Stilling, (1740-1817) und Johann Caspar Lavater (1741-1801). Seine Gedichte wurden zum größten Teil in Zeitschriften veröffentlicht, so beispielsweise in dem Periodikum 'Der Christen-Bote', dessen Ausgabe vom 14. April 1833 das Lied 'Wie Simeon möcht ich auch gern mit Fried und Freuden' enthält. Den handschriftlichen Nachlass Israel Hartmanns vermachte einer seiner Nachkommen, der Ordinarius für Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule Darmstadt Dr. Paul Hartmann, der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württembergs.
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