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Ihr, die ihr los zu sein begehrt

Ihr, die ihr los zu sein begehrt

 

1.) Ihr, die ihr los zu sein begehrt

Von euren Missetaten,

Heut hat sich Gott zu uns gekehrt

Und will uns Armen raten.

Er äußert sich der Herrlichkeit

Und will uns an Gebärden (a)

Ähnlich werden,

Deswegen dann sich freut

Der Himmel samt der Erden.

 

2.) Er ist uns gleich an Fleisch und Blut,

Uns also zu vertreten.

Er hat hierdurch uns vor der Glut

Der Höllen losgebeten.

Und wird der Himmels Bürgerschaft

Uns nachmals einverleiben,

Dass wir bleiben

Da, wo der Freuden Kraft

Wird alles Leid vertreiben.

 

3.) Drum kommt, lasst uns mit Freuden gehn

Und unsern Heiland schauen,

Lasst uns vor seiner Krippen stehn

Und ihm von Herzen trauen.

Er wird aus seiner Mutter Schoß

Die Ärmlein nach uns strecken

Und erwecken,

Was von der Sünden floss

Uns ewig wird bedecken.

 

(a) Verhalten, Erscheinung, Benehmen, Betragen (vgl. das vielleicht bekantere Wort 'Gebaren')

 

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Autor: Simon Dach

Melodie: ohne Angaben

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Der Text wurde von mir behutsam, soweit

es die Strophenform und der Endreim zu-

ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen

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gefunden in:

Das deutsche evangelische Kirchenlied

des siebzehnten Jahrhunderts

Herausgegeben von Albert Fischer und W. Tümpel

Dritter Band

Druck und Verlag C. Bertelsmann

Gütersloh, 1906

Liednummer 100

Thema: Weihnachten

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Simon Dach (* 29. Juli 1605 in Memel (einer Hafenstadt in Litauen); † 15. April 1659 in Königsberg) war ein deutscher Dichter der Barockzeit.

Simon Dach war der Sohn eines Gerichtsdolmetschers für Litauisch. Er besuchte die Domschule in Königsberg und wechselte dann auf die Lateinschule nach Wittenberg. Während seines Aufenthalts auf dem Gymnasium in Magdeburg brach die Pest aus, und er floh über Danzig zurück nach Königsberg. Mit 21 Jahren immatrikulierte sich Dach 1626 an der Universität Königsberg für die Fächer Philosophie und Theologie. Nach seinem Studium wurde er 1633 zunächst Lehrer an der Domschule, drei Jahre später Konrektor.

Sein Freund Adrian Brauer eröffnete ihm die Welt der Literatur und Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg ernannte Dach 1639 zum Professor für Dichtkunst an der Universität Königsberg. 1640 promovierte Dach in Königsberg, 1656 wurde er Rektor der Universität. Auf diesem Posten war er derart erfolgreich, dass der Große Kurfürst ihm zwei Jahre später zum Dank das Landgut Kuikeim (bei Königsberg) schenkte.

Dachs phänomenale Produktion an Poesie zu allen Anlässen bot ihm ein lukratives Nebeneinkommen. Mit erstaunlicher Fertigkeit produzierte er laufend auf Bestellung sog. Kasualdichtungen, die stets gedruckt wurden, nicht selten drei oder vier pro Woche. 1200 Einzeldrucke dieser Gedichte kamen allein in den Jahren zwischen 1638 und 1658 zusammen, die von den Zeitgenossen eifrig gesammelt wurden. Ein Buch hat Dach nie veröffentlicht.

Von der weltlichen Lyrik Dachs hat nur ‚Anke van Tharaw’ (hochdeutsch: ‚Ännchen von Tharau’) die Zeit überdauert. Viele geistliche Gedichte Dachs wurden von Heinrich Albert, Johann Stobäus, Johann Sebastian Bach und Max Reger vertont. Mit 49 Jahren erkrankte Simon Dach 1654 an Schwindsucht und starb er am 15. April 1659 in Königsberg.

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Simon Dachs Lieder/ Hymns

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Ach Gott, wie gnädig hast du doch

Ach, frommer Gott, wo soll ich hin

Ach, lasst uns Gott doch einzig leben

Ach, wie verkehrt es sich so sehr

Alle Güter, die wir haben. Kunst, Gesundheit, Ehr und Geld

Alles lauft mit mir zu Ende

Auch diese Nacht hat sich verloren

Bei diesem hochbetrübten Leben

Bei dieser Sterbenssucht

Bleib du nur fest an Gottes Wort

Das Leid ist hier, da sehen wir

Der Mai, des Jahres Herz, beginnt

Der Mensch hat nichts so eigen

Der Nacht Gefahr und Grauen

Der Tag beginnet zu vergehen

Der Tag hat auch sein Ende

Des Herren Güte macht allein

Die große Nichtigkeit der kurzen Lebenszeit

Die Lust hat mich gezwungen zu fahren

Die Seele des Gerechten ist befreit von Angst, Betrug und List

Dies ist, was dir zu Ehren, Gott unser Einfalt singt

Du Gott bist außer aller Zeit

Du hast mich wund geschlagen

Du Menschenkind, erschrick und wach all Augenblick

Du o getreue Mutter, Erde

Du siehest, Mensch, wie fort und fort

Eh als wir aus der Höllen des finstern Körpers

Ei, so gebt Gott allezeit nun auch Lob

Ein Mann von gutem Rath

Eitle Welt, o kurze Zeit, dort vor der langen Ewigkeit

Entschlag dich aller Ding auf Erden

Es bild ein Mensch ihm niemals ein

Es ist ja wahr, wir haben nun

Es vergeht mir alle Lust, länger hier zu leben

Gebt dem Höchsten Ehr allzeit

Gerechter Gott, wo will es hin

Gleichwohl hab ich überwunden

Gott herrschet und hält bei uns Haus

Gott, du hast unser gnug begehrt

Gott, unsre Zuflucht in der Not

Halt aus, mein Herz, und sei bescheiden

Herr der lichten Seraphinen

Herr Jesu, nur dein Blut und Tod

Herr Jesu, Trost in aller Not

Herr wir wallen sämtlich dir, weil der Leib

Herr, deine Treu und Güte reicht

Herr, du tust, was dir gefällt

Herr, es mangelt nicht an dir

Herr, ich denk an jene Zeit, wenn ich diesem Pilgerleben

Herr, wohin soll ich mich wenden

Hier habt ihr, ihr Jungfrauen

Ich armer Würmerraub

Ich bin bei Gott in Gnaden

Ich bin ja, Herr, in deiner Macht

Ich kenn ein Haus nach dieser Zeit

Ich steh in Angst und Pein

Ich will aus voller Seelen

Ihr Preußen auf, und kommt zu Hauf

Ihr Seelen, die ihr durch den Tod

Ihr, die ihr los zu sein begehret

In dieser meiner letzten Not

Indem jetzt meine Seele schaut

Je mehr wir Jahre zählen

Jesu, Quell gewünschter Freuden

Jetzund heben Wald und Feld

Kein Christ soll ihm die Rechnung machen

Lass sterben, was bald sterben kann

Leget euch im Frieden nieder

Mein Abschied aus der bösen Welt

Mensch, du siehst fast alle Stunden

Nachdem die schnöde Missetat

Nimm dich, o meine Seel, in Acht

Nimm mich weg, Gott, vor dem Jammer

Nimm nichts zu tun in deinen Sinn

O Christe, Schutzherr deiner Glieder

O eitle Welt. o kurze Zeit

O Gott, einst lässest du mich hin

O teures Blut, o rote Flut, wie quillst du

O wie groß ist doch der Mann

O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen

O, wer doch überwunden hätte

Raffet auch der Tod die greisen Haare

Schöner Himmelssaal, Vaterland der Frommen

Sei getrost, o meine Seele

Sei, meine Seele, in dich gestellt

Selige Ewigkeit, Lohn der Himmels-Erben

So gänzlich ist auf nichts allhier zu bauen

So viel wir Jahre zählen, so viel der Jahre

Soll ich das Elend und Beschwer

Soll mein Geist gebücket gehen

Tod, du aller Sorgen Ruh

Vater, deine Rut hab ich geschmecket

War dieses nicht mein Hoffen

Was haben wir zu sorgen

Was hat ein frommer Christ doch Not

Was ich heut von dir gebeten

Was ist Zeit und Welt

Was klagt man der Gerechten Seelen

Was lachst du, Pöbel, der Gemüter

Was soll ein Christ sich fressen

Was sollen wir denn machen

Was stehn und weinen wir zu Hauf

Was suchst du schändliche Begier

Was willst du, armes Leben, dich trotzig

Wen hab ich, Herr, als dich allein

Wenn Drangsal und Gefahr

Wenn Gott von allem Bösen und dieser Lebensnot

Wer auf Gottes Wegen wandelt

Wer die Weisheit ihm erkoren

Wer hier zu etwas kommen will

Wer wegen seiner Sünden zum Herren

Wer weiß Bescheid, der Sterblichkeit

Wer wird nach diesem Leben

Wer, o Jesu, deine Wunden stets für seine Ruhstätt hält

Wie ist Gott abermal im Zorn auf mich entbrannt

Wie selig ist, dem Gott verliehen

Wir haben, Herr, ein festes Wort

Wir klagen überall

Wir sehn jetzt sich erfreuen

Wo lebt ein Mensch auf Erden

Wohl dem, der sich nur lässt begnügen

Wohlauf, ich bin entfahren

Womit wird die Zeit verbracht

 

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Uploaded on December 31, 2016
Taken on January 6, 2008