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Bis Gott vom Himmel hat erweckt den teuren Held aus Sachsen - Martin LutherMartin Luther

Photo: Martin-Luther-Statue in der ev. Lutherkirche Wiesbaden

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O Finsternis! O Dunkelheit!

 

1.) O Finsternis! O Dunkelheit!

Wie hattet ihr vertrieben

Das helle Licht voll Seligkeit,

Im Wort uns ausgeschrieben!

Es lag die Wahrheit sehr verdeckt,

Bis Gott vom Himmel hat erweckt

Den teuren Held aus Sachsen,

Der Martin Luther ward genannt:

Der tät den Lügen Widerstand

Und ließ die Wahrheit wachsen.

 

2.) Gelobt sei Gott, der diesen Held

So trefflich wohl begabet,

Der in der Babel dieser Welt

Hat manches Herz gelabet.

Es war in ihm ein solcher Geist,

Den billig man prophetisch heißt:

Gar schön hat er gelehret

Von Christus Leiden, Tod und Blut,

Wodurch sich Gott, das höchste Gut,

Zu den Verlornen kehret.

 

3.) Er ward getauft und in der Schul'

Aufs fleißigst' unterrichtet.

Bald stieg er auf den Lehrerstuhl

Und tät, was er verpflichtet.

Wie man nun seine Kunst bedacht,

Ward er zum Doktor erst gemacht

Im Augustiner-Orden,

Worauf er so die Schrift erklärt,

Dass alles fast durch ihn bewehrt

Und schön erläutert worden.

 

4.) Er hielte sich an Gottes Wort,

Ließ Menschensatzung fahren,

Die lose Fabeln mussten fort,

Er wollte niemals sparen

Die Wahrheit, welch' er klar ließ stehn

In Büchern, da Sie konnte sehn

Die ganze Welt mit Freuden,

Ob mancher schon bemühte sich,

Der Luther sollte grausamlich

Um ihret willen leiden.

 

5.) Drauf setzet er die Feder an,

Schreibt selbst dem Papst mit Flehen,

Dass, weil die Schrift nicht irren kann,

So woll' er richtig gehen

Den Weg, der ihm von Gott gezeigt.

Dies ist nun Luther, der nicht schweigt

Für Königen und Fürsten.

Er kämpfet frisch für Gottes Ehr',

Ob gleich die Feinde noch so sehr

Nach seinem Blute dürsten.

 

6.) Sie fordern ihn ganz trotzig aus,

Er soll mit jedem streiten.

Drauf hält er manchen harten Strauß,

Muss kämpfen oft von weiten.

Und weil man seiner Haut begehrt,

So nimmt er bald des Geistes Schwert,

Das ewig ist bestanden,

Schlägt und besiegt den Goliat,

Der Gottes Wort mit Füßen trat,

Hier aber ward zu Schanden.

 

7.) Was in der Welt gewaltig war,

Was hoch und groß auf Erden,

Dass jagt und plagt ihn offenbar

Mit mancherlei Beschwerden:

Der Satan ließ ihm wenig Ruh',

Ihm setzten Päpst' und Fürsten zu

Mit Bannen, Gift und Waffen.

Und ob nun gleich dies große Heer

Das Werk ihm machte trefflich schwer,

So konnt' es doch nichts schaffen.

 

8.) Bald treibt er aus den Antichrist,

Das arge Kind der Sünden,

Und lehret, was die Wahrheit ist.

Ja Luthers Geist empfinden

Papst, Türk' und Ketzer allzumal,

Sie ziehen ab nur fahl und schal:

Es leuchtet durch die Lande

Das heilig' Evangelium,

Und das macht Mönch' und Pfaffen stumm

Dem Antichrist zur Schande.

 

9.) So tapfer hat durch Gott gekriegt

Der Luther, reich von Gaben,

Und tausend Feinden obgesiegt,

So dass wir nunmehr haben

An manchem Ort dein wahres Licht.

O Herr, das lass verlöschen nicht,

Demnach der Schatz gefunden.

Gelobt sei Gott, dass Luther hat

Das Tier allein durch Gottes Rat

Bekriegt und überwunden.

 

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Text: Johann Rist

Melodie: An Wasser Flüssen Babilon

oder: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld

Anlass: Fröhliches Dank- und Gedächtnis-Lied am Tage D. Martini Lutheri

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gefunden in:

A. Fischer / W. Tümpel:

Das deutsche evangelische Kirchenlied des 17. Jahrhunderts,

Band 2, Hildesheim 1964.

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Der Text wurde von mir behutsam, soweit

es die Strophenform und der Endreim zu-

ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen

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Johann Rist (* 8. März 1607 in Ottensen (heute Stadtteil von Hamburg); † 31. August 1667 in Wedel (Holstein)) war ein deutscher Dichter, Kirchenlieddichter und evangelisch-lutherischer Prediger.

Rist war der Sohn des aus Nördlingen stammenden evangelischen Pastors in Ottensen Caspar Rist und seiner Ehefrau Margarethe Ringemuth. Nach erstem Unterricht durch den Vater besuchte Rist das Johanneum in Hamburg; später dann das Gymnasium in Bremen.

An der Universität Rinteln studierte Rist Theologie u.a. bei Johannes Gisenius und Josua Stegmann. Um 1626 wechselte er an die Universität Rostock. Nach dem Studium ging Rist nach Hamburg zu seinem Rostocker Kommilitonen Ernst Stapel. Mit diesem schrieb und publizierte er Theaterstücke und trat auch selbst als Darsteller auf.

1633 wurde Rist Hauslehrer beim Landschreiber Heinrich Sager in Heide. Im gleichen Jahr verlobte er sich mit Elisabeth Stapel, der Schwester des früh verstorbenen Freundes Ernst Stapel und des Pinneberger Amtmanns Franz Stapel. Durch Hilfe des letzteren wurde er im Frühjahr 1635 zum Pastor im damals dänischen Wedel an der Unterelbe nahe Hamburg berufen. Kurz nach seinem Amtsantritt heiratete Rist seine Verlobte. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor, von denen zwei früh verstarben.

Beim Einfall der Schweden unter General Lennart Torstensson im Torstenssonkrieg, während des Dreißigjährigen Krieges, verlor Rist durch Plünderungen seine wertvolle Bibliothek. Im Zweiten Nordischen Krieg verlor Rist 1658 noch einmal alles Hab und Gut und musste mit seiner Familie nach Hamburg flüchten. Nachdem 1662 seine Frau Elisabeth gestorben war, heiratete Rist zwei Jahre später Anna Hagedorn, geb. Badenhop, die Witwe seines 1660 verstorbenen Freundes Johann Philipp Hagedorn; sie starb 1680.

Ab 1663 veröffentlichte Rist in lockerer Folge sechs Monatsgespräche, Dialoge über jeweils ein spezielles Thema: Januar – die Tinte; Februar – das Landleben, März – der Stein der Weisen, April – die Malerei, Mai – Lese- und Schreibkunst, Juni – die Todesbetrachtung. Nach Rists Tod wurden die restlichen sechs Monatsgespräche durch Erasmus Finx ergänzt. Johann Rist starb hochgeachtet am 31. August 1667 im Alter von 60 Jahren in Wedel.

Johann Rist gilt neben Paul Gerhardt als der bedeutendste protestantische geistliche Dichter des 17. Jahrhunderts.

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Johann von Rist (1607-1667) was a German poet and dramatist best known for the hymns he wrote. He was born at Ottensen in Holstein (today Hamburg) on 8 March 1607; the son of the Lutheran pastor of that place, Caspar Rist. He received his early training at the Johanneum in Hamburg and the Gymnasium Illustre in Bremen; he then studied theology at the University of Rinteln. Under the influence of Josua Stegman there, his interest in hymn writing began. On leaving Rinteln, he tutored the sons of a Hamburg merchant, accompanying them to the University of Rostock, where he himself studied Hebrew, mathematics, and medicine. During his time at Rostock, the Thirty Years War almost emptied the University, and Rist himself lay there for several weeks, suffering from pestilence.

In 1633 he became tutor in the house of Landschreiber Heinrich Sager at Heide, in Holstein. Two years later (1635) he was appointed pastor of the village of Wedel on the Elbe. The same year he married Elisabeth Stapel, sister of Franz Stapel, bailiff of nearby Pinneberg. They had 5 children, of whom 2 died early; Elisabeth died 1662. In 1664 he married Anna Hagedorn, born Badenhop, widow of his friend Phillipp Hagedorn. He died in Wedel on 31 August 1667.

Rist first made his name known to the literary world by a drama, Perseus (1634), which he wrote while at Heide, and in the next succeeding years he produced a number of dramatic works of which the allegory Das friedewünschende Teutschland (1647) and Das friedejauchzende Teutschland (1653) (new ed. of both by H. M. Schletterer, 1864) are the most interesting. Rist soon became the central figure in a school of minor poets. The emperor Ferdinand III crowned him laureate in 1644, ennobled him in 1653, and invested him with the dignity of a Count Palatine, an honor which enabled him to crown, and to gain numerous poets for the Elbschwanen order ("Elbe Swan Order"), a literary and poetical society which he founded in 1660. He had already, in 1645, been admitted, under the name Daphnis aus Cimbrien, to the literary order of Pegnitz, and in 1647 he became, as Der Rüstige, a member of the Fruchtbringende Gesellschaft ("Fruitbearing Society").

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Martin Luther (*10. November 1483 in Eisleben; † 18. Februar 1546 ebenda) war der theologische Urheber und Lehrer der Reformation. Als zu den Augustinermönchen gehörender Theologieprofessor wollte er Fehlentwicklungen in der Katholischen Kirche durch ausschließliche Orientierung an Jesus Christus als dem fleischgewordenen Wort Gottes beseitigen. Seine Neuentdeckung der Gnade Gottes, seine Predigten und Schriften - besonders seine Lutherbibel - entfalteten breite Wirkung. Sie wurden von den Fürstentümern des 16. Jahrhunderts dazu genutzt, die Zentralmächte von Papst und Kaiser zurückzudrängen und veränderten das mittelalterliche Gesellschaftsgefüge nachhaltig. Unter ihrem Einfluss kam es entgegen Luthers Absichten zu einer Kirchenspaltung, Bildung der Evangelisch-Lutherischen Kirche und weiterer Konfessionen des Protestantismus.

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Martin Luther (November 10, 1483 – February 18, 1546) was a German monk,priest, professor, theologian, and church reformer. His teachings inspired the Reformation and deeply influenced the doctrines and culture of the Lutheran and Protestant traditions, as well as the course of Western civilization.

Luther's life and work are closely connected to the end of the Middle Ages and the beginning of the Modern Era in the West. His translation of the Bible furthered the development of a standard version of the German language and added several principles to the art of translation. His translation significantly influenced the English King James Bible. Due to the recently developed printing press, his writings were widely read, influencing many subsequent Reformers and thinkers, giving rise to diversifying Protestant traditions in Europe and elsewhere. Luther's hymns, including his best-known "A Mighty Fortress is Our God", inspired the development of congregational singing within Christianity. His marriage on June 13, 1525, to Katharina von Bora reintroduced the practice of clerical marriage within many Christian traditions. Today, nearly seventy million Christians belong to Lutheran churches worldwide, with some four hundred million Protestant Christians tracing their history back to Luther's reforming work.

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Martí Luter (originalment Martin Luder o Martinus Luther) (10 de novembre, 1483 - 18 de febrer, 1546) fou un teòleg alemany i sacerdot qui va iniciar, per mitjà dels seus escrits i qüestionaments religiosos, la Reforma Protestant.

Luter va néixer a Eisleben (Saxònia) el 1483. Va estudiar a Magdeburg, Eisenach i Erfurt. Va exercir com a advocat però el 1507 es va ordenar sacerdot. El 1508 va començar a ensenyar teologia a la Universitat de Wittenberg, on va continuar els seus estudis i va rebre el grau de doctor en teologia el 1512. A més de ser professor, Luter va ser predicador i confessor de l'església del castell de la Universitat, de la capella del monestir i de l'església del poble.

 

L'any 1517 va xocar amb l'església oficial i va exposar les seves tesis a l'església del Castell de Wittenberg. Al començament, atès que Luter tenia força influència sobre els prínceps alemanys, l'Església Catòlica va tolerar els ensenyaments luterans, però finalment va ser cridat a Roma com a heretge. La reunió es va fer finalment a Augsburg i es va negar a retractar-se. La distància es va fer més gran i el 1520 va cremar la butlla papal que el condemnava, i finalment va ser excomunicat el 1521. Els seus escrits sobre la gràcia i la salvació de l'home van influenciar el pensament religiós de l'esglésies protestants que es van separar del catolicisme durant el segle XVI, encara que no sense controvèrsia. El 1522 va traduir la Bíblia a l'alemany, amb el qual va assolir l'estandardització de la llengua alemanya. El 1525 es va casar amb Caterina de Bora. Va morir el 18 de febrer de 1546 a Eisleben.

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Martin Luther (10 novembre 1483, Eisleben - 18 février 1546, Eisleben) est un moine allemand qui s'est opposé à des dérives du catholicisme romain et a été l'initiateur du protestantisme (luthéranisme). Il a traduit la Bible en allemand, « la langue du peuple ». En 1517, il a présenté 95 thèses contre le trafic des indulgences, dont la publication marque, au moins symboliquement, le début de la Réforme.

Selon Martin Luther, sa vocation monastique lui serait venue le 2 juillet 1505, lors d'un orage où il faillit être foudroyé par un éclair. Il fit alors le vœu suivant: « À mon aide, sainte Anne ! Je veux me faire moine.»

Il est effectivement admis dès le 17 juillet 1505 au couvent des Augustins d'Erfurt, où il essaie aussitôt de rechercher la perfection par l'ascèse et les mortifications, tout en étant persuadé au fond de lui-même qu'il n'y arrivera jamais. En même temps, il continue à étudier la théologie et bientôt commence à l'enseigner : ordonné prêtre en 1507, il est désigné pour enseigner la philosophie au couvent d'Erfurt. Docteur en théologie en 1512, il occupe par la suite la chaire d'enseignement biblique à Wittenberg, ville où il sera à partir de 1514 également prédicateur de l'église. Enseignement, prédication et recherche personnelle sont alors les trois activités essentielles de Luther.

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Uploaded on November 2, 2006
Taken on September 9, 2005