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Schweigt, ihr Sinne, diese heilge Stille

Photo: Orgel in der Evangelischen Erlösergemeinde, Wiesbaden-Dotzheim, OT Sauerland

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Schweigt, ihr Sinne, diese heilge Stille

 

1.) Schweigt, ihr Sinne, diese heilge Stille,

Wo mein Geist, entbunden seiner Hülle,

Sich der reinsten Seligkeit erfreut.

Wo er auf der Andacht leisen Schwingen

Strebt, zum Vater der Natur zu dringen,

Sei durch keinen Erdentand entweiht.

 

2.) Sorgenlos sich selbst zurückgegeben,

Nimmt er aus dem engen, dumpfen Leben

Unverdorben seinen stillen Sinn.

Voll Vertraun, vergessend seiner Schranken,

Schwingt er sich im Reiche der Gedanken

Bis zum höchsten aller Geister hin.

 

3.) Schamvoll fliehen alle niedre Triebe,

Nur die reinsten, makelloss Liebe

Folgt ihm vor des Ewigen Altar,

Und voll Demut bringt er diese Gabe,

Als das Edelste von seiner Habe,

Gern dem Ewigen zum Opfer dar.

 

4.) Welch ein Glück, im freudigen Vertrauen

Frommer Unschuld zu dir aufzuschauen,

Der des Weltalls hohe Ordnung lenkt,

Im Gebet zu dir sich zu erheben,

Nicht vor deinem Richterernst zu beben,

Wenn die Seele süß erstaunt dich denkt.

 

5.) Vater, wenn des Herzens stille Leiden

Von den Freuden dieser Welt mich scheiden,

Und mein letztes Glück in Staub zerfällt:

O, dann tröst' in solchen Augenblicken

Mich der Andacht heiliges Entzücken

Mit den Freuden einer bessern Welt.

 

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Autor: Karl Heinrich Heydenreich

Melodie: Eigene Melodie

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gefunden in der

Anthologie christlicher Gesänge

aus allen Jahrhunderten der Kirche

Sechster Band

Herausgegeben von August Jakob Rambach

verlegt bei J. F. Hammerich,

Altona und Leipzig, 1833

Thema: Sonntag und Gottesdienst

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Karl Heinrich Heydenreich, auch Carl Heinrich Heydenreich, (* 19. Februar 1764 in Stolpen/Sächsische Schweiz; † 26. April 1801 in Burgwerben/Burgenlandkreis) war ein deutscher Schriftsteller und Philosoph.

Die früheste Erziehung erhielt der Sohn eines Pfarrers in seinem Elternhaus. Mit 14 Jahren ging er nach Leipzig auf die Thomasschule und 1782 bezog er die dortige Universität, wo er 1785 promovierte. 1789 erhielt er dort eine Philosophieprofessur und lehrte bis 1797 vornehmlich Vernunftreligion, Natürliches und Öffentliches Recht, Ethik, Ästhetik, Logik und Psychologie. Seit 1790 gehörte er der Leipziger Freimaurerloge 'Minerva zu den drei Palmen an'. Sein von Schulden, Alkoholmissbrauch und Drogenkonsum gezeichnetes Privatleben brachte ihn 1797/98 über einen geplatzten Wechsel ins Gefängnis. 1798 gab er seine akademische Laufbahn auf und zog sich nach Burgwerben zurück, wo die dortigen Pfarrleute ihn bis zu seinem Tod umsorgten.

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Uploaded on February 18, 2016
Taken on August 5, 2012