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Die Sonn, des Tages Licht, geht unter
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Photo: Türe in Dublin, Irland
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Die Sonn, des Tages Licht, geht unter
1.) Die Sonn, des Tages Licht, geht unter,
Komm, Sonne der Gerechtigkeit,
Mach meiner Seelen Augen munter,
Erleucht sie in der Dunkelheit.
Dass ich dem Adler gleich mich schwing,
Zu dir durch Welt und Wolken dring.
2.) Des Danks will ich zuerst gedenken,
Er reizt zu mehrer Guttat an.
Wie wohl ich, Herr, für all dein Schenken
Dir nicht genugsam danken kann.
Drum nimm die Stimm' des Dankes hin,
Dass ich für alles dankbar bin.
3.) Denn alles, alles, was ich habe,
Was ich vermag, bin und gedenk,
Ist nicht mein, sondern deine Gabe.
Es ist ein himmlisches Geschenk,
Ein Pfand, das deine treue Hand
Zu treuer Hand mir zugesandt.
4.) Lass mich nur die bescherten Güter,
Sowohl am Leib als am Gemüt,
- Denn ich bin davon nur ein Hüter, -
Verwalte so, dass deine Güt'
Ich durch ein weltgesinntes Herz,
Noch auch durch Undank nicht verscherz.
5.) Hab ich was Gutes unterfangen,
O, nimm den frommen Vorsatz an.
Hab ich was Böses heut begangen,
So denk, was du für mich getan:
Vergib die Schuld, und mach dabei,
Dass diese Schuld die letzte sei.
6.) Lass diese Nacht so Seel', als Leibe
Zu deiner Gnad empfohlen sein.
Befreundte, Feinde, Kind und Weibe,
Schließ fest in deine Arme ein.
Erhalte uns in dieser Nacht
Durch deiner Engel Wacht und Macht.
7.) Bewahr vor Feu'r und anderm Jammer
Uns, unsre Güter, Hof und Haus.
Geh selbst mit uns in unsre Kammer,
Schließ Furcht und Sorg' und Schrecken aus.
Die Sünd' auch, die wir gern gestehn,
Lass nicht mit uns zu Bette gehn.
8.) Erweck mich morgen an dem Morgen,
Damit ich freudig mit dem Tag
Ohn' Krankheit, Kümmernis und Sorgen
Dein und mein Amt verrichten mag.
Lass mir, Herr, dann der Sonnen Schein
Der Auferstehung Vorbild sein.
9.) Doch, lass zuvor mich wohl erwägen,
Dass, wie sich wechseln Tag und Nacht,
So sich mein Leib auch müsse legen,
Und schlafen, bis der Tag erwacht.
Da deines Blutes Morgenröt'
Uns gleich der Sonnen Glanz erhöht.
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Autor: Christoph Fürer von Haimendorf
Melodie: Wer nur den lieben Gott lässt walten
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Altdorfische Neu-eingerichtete
Davids-Harpfe Oder:
Vollständiges Gesang-Buch
Altdorf 1765
Liednummer 22
Thema: Abendlied
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Christoph VII. Fürer von Haimendorf auf Wolkersdorf (* 11. Juni 1663 in Haimendorf/Mittelfranken; † 3. Mai 1732 in Nürnberg), war ein Dichter in der Übergangszeit von Barock und Aufklärung. Er übersetzte u.a. Werke von Pierre Corneille und Torquato Tasso ins Deutsche, war ab 1709 unter dem Pseudonym Lilidor I. (der Lilienträger, nach dem Wappen der Familie Fürer von Haimendorf) Präses des Pegnesischen Blumenordens, einer noch heute existierenden Sprach- und Literaturgesellschaft.
Er war der Sohn von Anna Lucia Fürer von Haimendorf geb. Löffelholz und Christoph Fürer von Haimendorf, der als Kaiserlicher Rat und Ratsherr der Reichsstadt Nürnberg diente.
Christoph Fürer von Haimendorf studierte zunächst an der Universität Altdorf und bereiste zwischen 1682 und 1690 Frankreich, England und Italien. Nach Nürnberg zurückgekehrt, wurde er in den Inneren Rat der Stadt berufen, erhielt später auch einen Lehrauftrag an der Universität Altdorf. Aus der Ehe mit der Patrizierstocher Susanna Maria Behaim gingen drei Kinder hervor; seine zweite Frau war Maria Barbara Pömer.
1680 wurde Christoph Fürer vom Ordenspräsidenten Sigmund von Birken in den Pegnesischen Blumenorden aufgenommen, von dieser Zeit an war er literarisch tätig. 1682 erschien in Nürnberg die Lyriksammlung 'Vermischter Gedichte-Kranz', die Christoph Fürer große Anerkennung bei seinen Zeitgenossen einbrachte. 1702 folgte 'Christliche Vesta und irrdische Flora' (Untertitel: Verschiedene theils aus fremden Sprachen übersetzte theils selbsterfundene geist- und weltliche teutsche Gedichte eines Mitglieds der Pegnesischen Blumen-Gesellschaft), 1726 dann 'Pomona, Oder Aufgesammlete Früchte der Einsamkeit'.
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Die Sonn, des Tages Licht, geht unter
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Photo: Türe in Dublin, Irland
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Die Sonn, des Tages Licht, geht unter
1.) Die Sonn, des Tages Licht, geht unter,
Komm, Sonne der Gerechtigkeit,
Mach meiner Seelen Augen munter,
Erleucht sie in der Dunkelheit.
Dass ich dem Adler gleich mich schwing,
Zu dir durch Welt und Wolken dring.
2.) Des Danks will ich zuerst gedenken,
Er reizt zu mehrer Guttat an.
Wie wohl ich, Herr, für all dein Schenken
Dir nicht genugsam danken kann.
Drum nimm die Stimm' des Dankes hin,
Dass ich für alles dankbar bin.
3.) Denn alles, alles, was ich habe,
Was ich vermag, bin und gedenk,
Ist nicht mein, sondern deine Gabe.
Es ist ein himmlisches Geschenk,
Ein Pfand, das deine treue Hand
Zu treuer Hand mir zugesandt.
4.) Lass mich nur die bescherten Güter,
Sowohl am Leib als am Gemüt,
- Denn ich bin davon nur ein Hüter, -
Verwalte so, dass deine Güt'
Ich durch ein weltgesinntes Herz,
Noch auch durch Undank nicht verscherz.
5.) Hab ich was Gutes unterfangen,
O, nimm den frommen Vorsatz an.
Hab ich was Böses heut begangen,
So denk, was du für mich getan:
Vergib die Schuld, und mach dabei,
Dass diese Schuld die letzte sei.
6.) Lass diese Nacht so Seel', als Leibe
Zu deiner Gnad empfohlen sein.
Befreundte, Feinde, Kind und Weibe,
Schließ fest in deine Arme ein.
Erhalte uns in dieser Nacht
Durch deiner Engel Wacht und Macht.
7.) Bewahr vor Feu'r und anderm Jammer
Uns, unsre Güter, Hof und Haus.
Geh selbst mit uns in unsre Kammer,
Schließ Furcht und Sorg' und Schrecken aus.
Die Sünd' auch, die wir gern gestehn,
Lass nicht mit uns zu Bette gehn.
8.) Erweck mich morgen an dem Morgen,
Damit ich freudig mit dem Tag
Ohn' Krankheit, Kümmernis und Sorgen
Dein und mein Amt verrichten mag.
Lass mir, Herr, dann der Sonnen Schein
Der Auferstehung Vorbild sein.
9.) Doch, lass zuvor mich wohl erwägen,
Dass, wie sich wechseln Tag und Nacht,
So sich mein Leib auch müsse legen,
Und schlafen, bis der Tag erwacht.
Da deines Blutes Morgenröt'
Uns gleich der Sonnen Glanz erhöht.
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Autor: Christoph Fürer von Haimendorf
Melodie: Wer nur den lieben Gott lässt walten
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Altdorfische Neu-eingerichtete
Davids-Harpfe Oder:
Vollständiges Gesang-Buch
Altdorf 1765
Liednummer 22
Thema: Abendlied
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Christoph VII. Fürer von Haimendorf auf Wolkersdorf (* 11. Juni 1663 in Haimendorf/Mittelfranken; † 3. Mai 1732 in Nürnberg), war ein Dichter in der Übergangszeit von Barock und Aufklärung. Er übersetzte u.a. Werke von Pierre Corneille und Torquato Tasso ins Deutsche, war ab 1709 unter dem Pseudonym Lilidor I. (der Lilienträger, nach dem Wappen der Familie Fürer von Haimendorf) Präses des Pegnesischen Blumenordens, einer noch heute existierenden Sprach- und Literaturgesellschaft.
Er war der Sohn von Anna Lucia Fürer von Haimendorf geb. Löffelholz und Christoph Fürer von Haimendorf, der als Kaiserlicher Rat und Ratsherr der Reichsstadt Nürnberg diente.
Christoph Fürer von Haimendorf studierte zunächst an der Universität Altdorf und bereiste zwischen 1682 und 1690 Frankreich, England und Italien. Nach Nürnberg zurückgekehrt, wurde er in den Inneren Rat der Stadt berufen, erhielt später auch einen Lehrauftrag an der Universität Altdorf. Aus der Ehe mit der Patrizierstocher Susanna Maria Behaim gingen drei Kinder hervor; seine zweite Frau war Maria Barbara Pömer.
1680 wurde Christoph Fürer vom Ordenspräsidenten Sigmund von Birken in den Pegnesischen Blumenorden aufgenommen, von dieser Zeit an war er literarisch tätig. 1682 erschien in Nürnberg die Lyriksammlung 'Vermischter Gedichte-Kranz', die Christoph Fürer große Anerkennung bei seinen Zeitgenossen einbrachte. 1702 folgte 'Christliche Vesta und irrdische Flora' (Untertitel: Verschiedene theils aus fremden Sprachen übersetzte theils selbsterfundene geist- und weltliche teutsche Gedichte eines Mitglieds der Pegnesischen Blumen-Gesellschaft), 1726 dann 'Pomona, Oder Aufgesammlete Früchte der Einsamkeit'.
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