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Der Tag entflieht
Photo: Türe in Dublin, Irland
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Der Tag entflieht, mein Abendlied erhebt sich
- An einem Frühlings- oder Sommerabend -
1.) Der Tag entflieht,
Mein Abendlied
Erhebt sich, Wie auf Lerchenflügeln!
Es schwebt im Duft
Der kühlen Luft
Von tau-besprengten Rasenhügeln.
2.) Die große Flur
Der Weltnatur
Enthüllt sich dort im Sterngewimmel
Und malt sich reich,
Im dunklen Teich,
Wie ein entzückter Traum vom Himmel.
3.) Hier decket Nacht
Die Blumenpracht.
Schau hin, mein Geist, zum Weltenraume!
Dort strahlt im Glanz
Ein Blütenkranz
An einem großen Lebensbaume.
4.) Entflieh, o Herz,
Dem Erdenschmerz
Dahin, wo Licht und Nacht sich gattet! (a)
Gott ist dir nah!
Du wandelst ja,
Wo sich sein Lebensbaum beschattet.
5.) Der Baum, den er
Weit um dich her
Die goldnen Zweige ließ verbreiten:
Eh' er dich rief,
Pflanzt er ihn tief
Ins Dunkel seiner Ewigkeiten.
6.) Wie feierlich
Die Zweige sich
Zu meiner lieben Gegend neigen!
Was mich umgibt
Und fern mich liebt:
Es ruhet unter diesen Zweigen.
7.) Und wer das Land
Der Stille fand:
Er ist nur fern dem Erdenstaube,
Hier oder dort,
Kein's wandert fort
Aus dieser großen Sternenlaube.
(a) trifft
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Autor: Christoph August Tiedge
Melodie: Eigene Melodie/ohne Angaben
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Sammlung geistlicher Lieder - Band 3 -
Herausgegeben von Nikolaus Joachim Guilliam Evers
Archediakonus an der Jakobi-Kirche, Hamburg
Druck und Verlag: G.F.Schniebes, E.E.Raths
Hamburg, 1818
Liednummer 1490
Thema: Abendlied
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Christoph August Tiedge (* 14. Dezember 1752 in Gardelegen/Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt; † 8. März 1841 in Dresden) war ein deutscher Dichter.
Tiedge war der älteste Sohn des Rektors der Gelehrten Stadtschule in Gardelegen und dessen Frau. Er studierte die Rechte in Halle/Saale und nahm 1781 eine Hauslehrerstelle an.
1788 zog Tiedge nach Halberstadt, wo er vier Jahre später Sekretär des Domherrn von Steder wurde. Nach dem Tod von Steders zog Tiedge mit dessen Familie in die Nähe von Quedlinburg. Nach dem Tod von Frau von Steder 1797 lebte er abwechselnd auf Reisen in Halle und Berlin. Von 1805 bis 1808 begleite er die Dichterin Elisa von der Recke durch Deutschland, die Schweiz und Italien. Ab 1819 blieb Tiedge als ihr Gesellschafter in Dresden.
Eine große Liebe und Freundschaft verband die beiden Lebensgefährten noch über den Tod hinaus. Tiedge konnte, nachdem Elisa von der Recke 1833 gestorben war, aufgrund ihrer Vorsorge in der gemeinsamen Wohnung leben und erhielt eine Rente.
Tiedges Werk orientiert sich an seinem Vorbild Johann Wilhelm Ludwig Gleim, aus dessen Schatten er nie heraustrat. Sein 1801 in Halle/Saale erschienenes Hauptwerk 'Urania' (Halle, 1801 ließ Tiedges Namen bei vielen Menschen in Erinnerung bleiben, doch auch seine Elegien und vermischten Gedichte (Halle, 1803) feierten zu seiner Zeit Erfolge.
Ludwig van Beethoven, den Tiedge im Sommer 1811 in Teplitz traf, vertonte 1804/05 aus Urania das Gedicht 'An die Hoffnung' (op. 32) und überarbeitete und erweiterte diese Liedkomposition im Jahr 1813 (op. 94). Einige seiner geistlichen Gedichte fanden Aufnahme in evangelische Kirchenliedersammlungen. In Nikolaus Joachim Evers Sammlung geistlicher Lieder, 1817 in Hamburg verlegt, sind drei Lieder von ihm enthalten, Johann Jakob Rambachs Kirchenliedsammlung 'Anthologie christlicher Gesänge', verlegt 1817-1833 in Altona und Hamburg, enthält zwei Lieder von ihm.
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Christoph August Tiedges Lieder/ Hymns
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Der Tag entflieht, mein Abendlied erhebt sich
Groß ist der Herr, die Berge zittern
Ruht, ihr weichen Seelen, die das harte Leben drückt
Wer Gott vertraut, der hat
Der Tag entflieht
Photo: Türe in Dublin, Irland
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Der Tag entflieht, mein Abendlied erhebt sich
- An einem Frühlings- oder Sommerabend -
1.) Der Tag entflieht,
Mein Abendlied
Erhebt sich, Wie auf Lerchenflügeln!
Es schwebt im Duft
Der kühlen Luft
Von tau-besprengten Rasenhügeln.
2.) Die große Flur
Der Weltnatur
Enthüllt sich dort im Sterngewimmel
Und malt sich reich,
Im dunklen Teich,
Wie ein entzückter Traum vom Himmel.
3.) Hier decket Nacht
Die Blumenpracht.
Schau hin, mein Geist, zum Weltenraume!
Dort strahlt im Glanz
Ein Blütenkranz
An einem großen Lebensbaume.
4.) Entflieh, o Herz,
Dem Erdenschmerz
Dahin, wo Licht und Nacht sich gattet! (a)
Gott ist dir nah!
Du wandelst ja,
Wo sich sein Lebensbaum beschattet.
5.) Der Baum, den er
Weit um dich her
Die goldnen Zweige ließ verbreiten:
Eh' er dich rief,
Pflanzt er ihn tief
Ins Dunkel seiner Ewigkeiten.
6.) Wie feierlich
Die Zweige sich
Zu meiner lieben Gegend neigen!
Was mich umgibt
Und fern mich liebt:
Es ruhet unter diesen Zweigen.
7.) Und wer das Land
Der Stille fand:
Er ist nur fern dem Erdenstaube,
Hier oder dort,
Kein's wandert fort
Aus dieser großen Sternenlaube.
(a) trifft
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Autor: Christoph August Tiedge
Melodie: Eigene Melodie/ohne Angaben
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Sammlung geistlicher Lieder - Band 3 -
Herausgegeben von Nikolaus Joachim Guilliam Evers
Archediakonus an der Jakobi-Kirche, Hamburg
Druck und Verlag: G.F.Schniebes, E.E.Raths
Hamburg, 1818
Liednummer 1490
Thema: Abendlied
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Christoph August Tiedge (* 14. Dezember 1752 in Gardelegen/Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt; † 8. März 1841 in Dresden) war ein deutscher Dichter.
Tiedge war der älteste Sohn des Rektors der Gelehrten Stadtschule in Gardelegen und dessen Frau. Er studierte die Rechte in Halle/Saale und nahm 1781 eine Hauslehrerstelle an.
1788 zog Tiedge nach Halberstadt, wo er vier Jahre später Sekretär des Domherrn von Steder wurde. Nach dem Tod von Steders zog Tiedge mit dessen Familie in die Nähe von Quedlinburg. Nach dem Tod von Frau von Steder 1797 lebte er abwechselnd auf Reisen in Halle und Berlin. Von 1805 bis 1808 begleite er die Dichterin Elisa von der Recke durch Deutschland, die Schweiz und Italien. Ab 1819 blieb Tiedge als ihr Gesellschafter in Dresden.
Eine große Liebe und Freundschaft verband die beiden Lebensgefährten noch über den Tod hinaus. Tiedge konnte, nachdem Elisa von der Recke 1833 gestorben war, aufgrund ihrer Vorsorge in der gemeinsamen Wohnung leben und erhielt eine Rente.
Tiedges Werk orientiert sich an seinem Vorbild Johann Wilhelm Ludwig Gleim, aus dessen Schatten er nie heraustrat. Sein 1801 in Halle/Saale erschienenes Hauptwerk 'Urania' (Halle, 1801 ließ Tiedges Namen bei vielen Menschen in Erinnerung bleiben, doch auch seine Elegien und vermischten Gedichte (Halle, 1803) feierten zu seiner Zeit Erfolge.
Ludwig van Beethoven, den Tiedge im Sommer 1811 in Teplitz traf, vertonte 1804/05 aus Urania das Gedicht 'An die Hoffnung' (op. 32) und überarbeitete und erweiterte diese Liedkomposition im Jahr 1813 (op. 94). Einige seiner geistlichen Gedichte fanden Aufnahme in evangelische Kirchenliedersammlungen. In Nikolaus Joachim Evers Sammlung geistlicher Lieder, 1817 in Hamburg verlegt, sind drei Lieder von ihm enthalten, Johann Jakob Rambachs Kirchenliedsammlung 'Anthologie christlicher Gesänge', verlegt 1817-1833 in Altona und Hamburg, enthält zwei Lieder von ihm.
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Christoph August Tiedges Lieder/ Hymns
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Der Tag entflieht, mein Abendlied erhebt sich
Groß ist der Herr, die Berge zittern
Ruht, ihr weichen Seelen, die das harte Leben drückt
Wer Gott vertraut, der hat