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Des Herren Majestät sei ewig mein Gesang

Des Herren Majestät sei ewig mein Gesang

 

1.) Des Herren Majestät sei ewig mein Gesang!

Verkünde seine Macht, mein Lied, mit Jubelklang!

Du, niedre Erde, flieh! Zu dem will ich erheben

Anbetend meinen Geist, durch den wir sind und leben,

Durch den der Erde Kreis, durch den die weiten Meere

Und Mond und Sonne sind und alle Sternenheere.

 

2.) Unendlicher! Wer misst die Größe und Gewalt,

Vor der die Erde bebt, durch die der Himmel fallt?

Der Welten ganzes Heer kann dir, o Herr, nicht gleichen,

Dich forschend selbst der Geist, der Seraph nicht erreichen.

Er wird im Sternenglanz und in des Meeres Schlünden,

Allgegenwärtiger, Dich unerforschlich finden!

 

3.) Dein ist der Erde Rund, der unermessne Kreis,

Wo tausend Sonnen stehn, ist deiner Schöpfung Preis.

Das ungeheure Nichts belebt dein Wort: Es werde!

Und Sonnen leuchteten, und blühend steht die Erde,

Mit ihrer Berge Last und unermessnen Meeren,

Mit Pflanzen ohne Zahl und aller Tiere Heeren.

 

4.) Tief unter deinem Arm ruht finstre Mitternacht.

Von deinem Lichte glüht des Morgens goldne Pracht.

Der Alpen stolzes Haupt mit schneebeglänzten Spitzen,

Der Wolken schwarze Last, von Regen schwer und Blitzen.

Des Meeres Umgestüm, der Ozeane Toben,

Vom wütenden Orkan empöret muss dich loben.

 

5.) Was allenthalben ist, empfindt der Allmacht Kraft,

Die dort, was lebt, zerstört, dort Staub belebt und schafft.

Wenn von der Stürme Wut sich Meere türmend schwellen,

Sprichst du: so schweigt der Sturm. Sprichst du: so ruhn die Wellen.

Der Sonne Licht erblasst, und Sternenheere sinken,

Allmächtiger, zurück ins Nichts vor deinem Winken!

 

6.) Voll deiner Herrlichkeit ist alles dort und hier.

Dir jauchzt der Wurm im Staub, dir jauchzt der Berge Zier.

Der Sonne schweigend' Licht, der Nächste heitre Stille

Verkünden: Ruhe ist und Seligkeit sein Wille.

Unüberwindlich wird Er Recht und Wahrheit schirmen,

Wenn Bosheit wütend trotzt, und Ungerechte stürmen.

 

7.) Unendlichkeit und Macht umgibt ihn um und um,

Die Weisheit ist sein Thron, die Ewigkeit sein Ruhm.

Gerechtigkeit und Huld stehn ewig ihm zur Seiten.

Treu' und Erbarmung muss mit Gnade ihn begleiten.

Zu seiner Rechten stehn Unsterblichkeit und Leben,

Und warten seines Winks, sie, wem er will, zu geben.

 

8.) O, selig ist das Volk, das dich, den Herrn der Welt,

Verehrt und dein Gesetz mit treuem Herzen hält!

Wie wird es froh vor dir im Licht der Wahrheit wallen,

Beschützt durch deinen Arm! - Es ruht dein Wohlgefallen

Mit Vatertreu auf ihm. Auf allen seinen Wegen

Blüht Treu und Wahrheit auf, und folget Heil und Segen.

 

9.) Zu diesem Volke hast du, Jesus, uns geweiht.

Des Lasters Fesseln sind zerrissen, wir befreit.

Einst wird der Wahrheit Macht, Herr, über alles siegen!

Zu deinen Füßen wird Betrug und Irrtum liegen.

Dem Überwinder wird selbst Tod und Hölle fallen.

Dann wirst du sein in Gott, Gott alles sein in allem!

 

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Autor: Salomon Wolf

Melodie: Eigene Melodie/ohne Angaben

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gefunden in der

Anthologie christlicher Gesänge

aus allen Jahrhunderten der Kirche

Sechster Band

Herausgegeben von August Jakob Rambach

verlegt bei J. F. Hammerich,

Altona und Leipzig, 1833

Thema: Gottes Reich und Eigenschaften

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Salomon Wolf (* 1752 in Zürich, + 08. August 1810 in Wangen/Kanton Zürich) war evangelischer Pfarrer, Hymnologe und Kirchenlieddichter. Er war Mitglied des Kirchenrats und Mitarbeiter am Christlichen Gesangbuch, das 1787 in Zürich erschien. In Johann Jakob Rambachs Kirchenliedsammlung 'Anthologie christlicher Gesänge', verlegt 1817-1833 in Altona und Hamburg, sind zwei Lieder von Wolf enthalten.

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Uploaded on July 26, 2014
Taken on May 29, 2014