Back to photostream

Gerechter Gott, es kommt von dir

Gerechter Gott, es kommt von dir

 

- In Feuersnot -

 

1.) Gerechter Gott, es kommt von dir,

Wenn Feuersnot entstehet,

Und deine Hand erkennen wir,

Wenn wild die Flamme wehet.

Du wirfst den Brand

Auf Stadt und Land,

Treibst Glut und Rauch zusammen.

Die Wolken glühn

Und ringsum sprühn

Die Funken und die Flammen.

 

2.) So ließest, Herr, du dein Gericht

Auch über uns ergehen,

Man sah dein heilig' Angesicht

In Feuerflammen wehen.

Und jedermann

Rief himmelan:

Erbarmen, Gott, Erbarmen!

Hilf aus der Not,

Herr Zebaoth,

O hilf, o hilf, uns Armen!

 

3.) Da hörtest du das bange Schrein

In deinem Himmel droben.

Du sprachst: ihr Flammen, haltet ein,

Und höret auf zu toben!

Schnell wich der Brand,

Denn deine Hand

Hat mächtig ihm gewehret.

Als die Gefahr am höchsten war,

Hast du uns Schutz bescheret.

 

4.) Ja, hättest du, Herr, nicht gewacht,

Und wärst du nicht gekommen,

Wohl hätte dann des Feuers Macht

Uns alles weggenommen,

Und nirgend wär

Ein Obdach mehr,

Kein Haus ringsum zu sehen,

Wohl würden wir,

Wir alle hier,

In unsrer Not vergehen.

 

5.) Drum nimm, nimm unser Loblied an

Und unsre Psalmen höre.

Allmächtiger, du hast's getan,

Dir, Herr, sei Preis und Ehre!

Ja, Preis dem Herrn!

Er war nicht fern,

Als Glut und Flamme blitzte,

Er war's allein,

Des' Gnadenschein

Uns väterlich beschützte.

 

6.) Beschirmst du nicht mit Rat und Macht

Uns vor des Feuers Wüten,

Vergebens dann der Wächter wacht,

Er kann uns nicht behüten.

Drum breite aus

In jedem Haus

Die mächt'gen Gnadenhände.

Wo eine Not

Uns naht und droht,

Da komm, das Unglück wende.

 

7.) Bewahr uns vor des Wetters Strahl,

Vor der Gewalt der Blitze.

Auf Bergeshöhn, im tiefen Tal,

Die Stadt, das Dorf beschütze.

Wo Hütten stehn

Und Flammen wehn,

Da zeige dein Erbarmen.

O, sei bereit

Zu jeder Zeit

Mit Rat und Tat uns Armen.

 

8.) Doch strafst du abermal das Land,

Dann lass die Feuerglocken,

Lass Angstgeschrei und Not und Brand

Das Herz zur Buße locken.

Zeig uns die Schuld,

Die mit Geduld

Du lange hast getragen.

Lass uns ans Herz

Voll Reu und Schmerz

In heißen Tränen schlagen.

 

9.) Hilf, dass nach deinem Zuchtgericht

Sich jeder zu dir kehre,

Und dass, wenn deine Stimme spricht,

Dich jede Seele höre.

Nach Brand und Glut,

Nach Krieg und Blut

Strahlt herrlicher dein Bogen. (a)

Drum werd das Herz

Durch Gnad und Schmerz

Zu dir hinauf gezogen.

 

(a) der Regenbogen als Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Menschen

 

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Autor: Johann Heinrich Christian Nonne

Melodie: O Herre Gott, dein göttlich Wort

oder: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

gefunden in:

Evangelisches Gesangbuch

Herausgegeben nach den Beschlüssen der Synoden

von Jülich, Kleve, Berg und von der Grafschaft Mark.

Druck und Verlag Sam. Lucas, Elberfeld, 1855

Liednummer 628

Thema: Natur, Wetter und Schöpfung

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Johann Heinrich Christian Nonne (* 26. August 1785 in Lippstadt (heute Kreis Soest in Nordrhein-Westfalen); † 29. April 1853 in Schwelm (heute Regierungsbezirk Arnsberg, Nordrhein-Westfalen)) war ein evangelischer Theologe und deutscher Dichter.

Nonne war der Sohn von Johann Gottfried Christian Nonne und Sophie Rumpaeus. Er besuchte bis 1803 in Duisburg das Gymnasium und studierte anschließend evangelische Theologie.

1808 wurde Nonne Pfarrer in Drevenack (Rheinland), 1815 in Schwelm, wo noch heute ein Denkmal an ihn erinnert. Von 1831 bis 1834 war er Präses der märkischen, von 1835 bis 1841 der westfälischen Provinzialsynode. Am 31. Januar 1852 trat er in den Ruhestand.

Von 1835 bis 1841 war er Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Neben seiner umfangreichen Tätigkeiten als Geistlicher in der Gemeinde bzw. im kirchenleitenden Bereich verfasste Nonne Andachtslieder für die Jugend und an Johann Gaudenz von Salis-Seewis, Friedrich von Matthisson und Friedrich Adolf Krummacher geschulte Natur- und religiöse Lyrik. Er versuchte poetisches Wort zu volkserzieherischen Zwecken im staatstragenden Sinn einzusetzen. Der Text des Studentenliedes 'Flamme empor' stammt aus seiner Feder (1814).

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

 

1,135 views
0 faves
0 comments
Uploaded on July 3, 2014
Taken on July 3, 2014