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Ich will mit Magdalenen gehen

Ich will mit Magdalenen gehen

 

1.) Ich will mit Magdalenen gehen

Dort an dein heilges leeres Grab,

Und will so lang im Garten stehen,

Bis ich dich selbst gesehen hab.

Ich möcht' als eine lichte Blume

Still blühn an deines Grabes Stein,

Und duften dir zu Preis und Ruhme,

Du holder, lieber Gärtner mein.

 

2.) Ich will mit den betrübten beiden

Hinwandern dort nach Emmaus

Und fühlen, dass du nicht kannst scheiden

Und hören deines Wortes Gruß.

Und meines Herzens heißes Brennen

Sagt mir, dass du es selber bist,

Und ruft beim seligen Erkennen:

O bleib, bleib bei mir, Jesu Christ!

 

3.) Ich will um deinen Frieden bitten,

Du Friedenskönig, gib ihn mir,

Komm in mein Herz und Haus geschritten

Und sprich du: Friede sei mit dir!

Du Auferstandner, gib den Frieden,

Den du den Deinen mitgebracht,

Den Seelenfrieden schon hienieden, -

Den ewgen dort nach Todesnacht.

 

4.) Ich will hier knien zu deinen Füßen

Und nimmer bleiben von dir fern,

Und will dich selig froh begrüßen

Als meinen Gott und meinen Herrn.

Ich will in deine heilgen Wunden

Still legen meine Glaubenshand,

Ich weiß es, dass ich Heil gefunden,

Durch dich, der heut vom Tod erstand.

 

5.) Ich will dir Lob und Ehre singen,

Du auferstandner Siegesheld.

O, möchte doch dein Name dringen

Zu allen auf der ganzen Welt,

Zu allen, die in finsterm Wahne

Hingehn noch jetzt von dir so weit.

Lamm Gottes mit der Siegesfahne,

O, führe uns zur Herrlichkeit.

 

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Autor: Eleonore zu Stolberg-Wernigerode

Melodie: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet

oder: Wie groß ist des Allmächtgen Güte

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Geistliche Lieder im neunzehnten Jahrhundert

Herausgegeben von L.K.D. Kraus

Druck und Verlag Chr. Friedr. Will

Darmstadt, 1863

Liednummer 270

Thema: Ostern

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Gräfin Eleonore zu Stolberg-Wernigerode (* 20. Februar 1835 in Gedern/Wetteraukreis; † 18. September 1903 in Ilsenburg/Nordharz) war durch Heirat Prinzessin Reuß zu Köstritz und eine deutsche Liederdichterin, deren Gedichte in evangelische Kirchengesangbücher und Gedichtsammlungen aufgenommen wurden.

Sie entstammte der regierenden Hauptlinie des Grafenhauses Stolberg-Wernigerode. Ihr Vater war Erbgraf Hermann zu Stolberg-Wernigerode, der Sohn des regierenden Grafen Henrich zu Stolberg-Wernigerode. Im Herbst 1838 zog die Familie von Gedern nach Ilsenburg. 1855 heiratete sie den verwitweten Prinzen Heinrich LXXIV. Reuß zu Köstritz (1798–1886), der einem nicht regierenden Zweig der jüngeren Linie Reuß angehörte. Zum Zeitpunkt der Eheschließung war Heinrich bereits 57 Jahre alt. Eleonore folgte ihrem Mann auf das Oberlausitzer Gut Jänkendorf. Nach dessen Tod im Jahr 1886 kehrte sie nach Ilsenburg zurück, wo sie mit ihrer betagten Mutter, Gräfin Emma zu Erbach-Fürstenau († 1889), zusammen lebte. In der Ilsenburger Kirchengemeinde engagierte von Reuß sich diakonisch und literarisch. Ihr Grab befindet sich noch heute auf dem Friedhof neben dem Eingang der dortigen Marienkirche. Der Spruch auf dem Grabstein ist ein Teil von Vers 13 des Liedes 'Ist Gott für mich' von Paul Gerhardt: 'Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.'

Ihr Lied 'Das Jahr geht still zu Ende' steht unter Nummer 63 im aktuellen Evangelischen Gesangbuch (EG) und ist der Versuch, die Nachricht vom Tod ihrer Freundin Marie Nathusius zu verarbeiten, die ebenfalls Dichterin war. Ihr Lied 'Ich bin durch die Welt gegangen' steht unter Nr. 621 im Regionalteil einiger Ausgaben des erwähnten Gesangbuchs.

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Eleonore zu Stolberg-Wernigerodes Lieder/ Hymns

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Das Jahr geht still zu Ende

Es geht so leicht durchs Erdenleben

Es ist vollbracht, das Leiden ist erfüllt

Heimgehen, selig werden, o wunderbares Wort

Ich bin durch die Welt gegangen

Ich will mit Magdalenen gehen

Kommst du, Bräutigam der Seelen

Nun hab ich dich, hier hast du mich

Sieh ich breite voll Verlangen

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Uploaded on April 25, 2014
Taken on April 25, 2014