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Wann willst du scheinen uns einmal

Wann willst du scheinen uns einmal

 

- Lied in der Karwoche -

 

1.) Wann willst du scheinen uns einmal zu Freud und Wonne,

O Jesu, unser Licht und klare Freudensonne?

Was ist in aller Welt, dass sich nicht end' und wend'

Und unser' Angst und Not will haben noch kein End'!

O Jesu komm einmal!

Komm du schöne Freudensonne,

Schein uns auch zu Freud und Wonne

In diesem Jammertal.

 

2.) Wenn uns die schwarze Nacht mit Furcht und Schrecken plaget,

So kommt die Morgenröt' und alle Furcht verjaget

Und denn die Sonne selbst die Königin der Freud'

Und unsre Seel' ist Tag und Nacht voll Herzeleid.

O Jesu komm einmal!

Komm du schöne Freudensonne,

Schein uns auch zu Freud und Wonne

In diesem Jammertal.

 

3.) Wenn Hagel, Donner, Blitz und Wetter sich aufziehen,

So fahren sie dahin und durch die Wolken fliehen

Und folget bald darauf ein schöner Sonnenschein.

Und unser Wetter soll ohn' alle Sonne sein.

O Jesu komm einmal!

Komm du schöne Freudensonne,

Schein uns auch zu Freud und Wonne

In diesem Jammertal.

 

4.) Wenn auf der wilden See die Wasserwogen schwellen

Und eine Windesbraut erhebet ihre Wellen,

So stehest du selbst auf und stillest Wind und Meer

Und unser Jammer soll sich stillen nimmermehr.

O Jesu komm einmal,

Komm du schöne Freudensonne,

Schein uns auch zu Freud und Wonne

In diesem Jammertal.

 

5.) Wenn sich der Winter uns in seinem grauen Barte

Mit Flocken, Eis und Frost erzeiget noch so harte,

So muss er weichen doch des Lenzen grünem Klee:

Und unser Kriegesjoch ist eitel Eis und Schnee.

O Jesu komm einmal!

Komm du schöne Freudensonne,

Schein uns auch zu Freud und Wonne

In diesem Jammertal.

 

6.) Ja, wenn der grimme Tod mit seiner Sonnen meinet

Das liebe lange Jahr und Jung und Alt umhauet,

So bringet er zu Ruh und Friede doch einmal

Und unser Lebenslauf ist eitel Todesqual.

O Jesu komm einmal!

Komm du schöne Freudensonne,

Schein uns auch zu Freud und Wonne

In diesem Jammertal.

 

7.) O Jesu, unser Licht und wahre Freudensonne,

Wann willst du scheinen uns einmal zur Freud' und Wonne?

Du weißt die rechte Zeit, ist jetzt die Marterwoch',

Ei, so schein uns nur dort am Ostertage noch.

O Jesu komm einmal,

Komm du schöne Freudensonne,

Schein uns auch zu Freud und Wonne

In Himmelsfreudensaal.

 

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Autor: Martin Rinckart

Melodie: ohne Angaben

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Der Text wurde von mir behutsam, soweit

es die Strophenform und der Endreim zu-

ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen.

Die Versabfolge wurde von mir für diese

Veröffentlichung neu eingerichtet.

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gefunden in:

Die Meisnische Thränen-Saat

von Martin Rinckart

gedruckt bei Gregor Ritzschen

in Leipzig, 1637

Liednummer 110

Thema: Passion

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Martin Rinckart (* 24. April 1586 in Eilenburg bei Leipzig in Sachsen; † 8. Dezember 1649 ebenda) war ein deutscher Dichter, evangelischer Theologe und Kirchenmusiker der Barockzeit.

Rinckart, Sohn eines Böttchers, wurde 1601 Thomasschüler in Leipzig, 1604 Mitglied des Thomanerchores, gleichzeitig (seit 1602) studierte er Theologie und Philosophie an der Leipziger Universität. 1610 wurde er Kantor an St. Nikolai in Eisleben und Lehrer an der dortigen Lateinschule, 1611 Diakonus ebenda an der St.-Annen-Kirche, Ende 1613 Pfarrer im nahegelegenen Erdeborn. 1615 zum 'Poeta laureatus' gekrönt, erwarb er im darauf folgenden Jahr die Magisterwürde. 1617 wurde er als Archidiakonus in seine Vaterstadt Eilenburg berufen; hier wirkte er während des Dreißigjährigen Krieges unter großen Nöten. Mehrmals bewahrte Rinckart Eilenburg im Krieg vor der Brandschatzung, so unter anderem 1639 als schwedische Truppen die Stadt überfallen hatten und utopische Summen forderten. Als nichts sie erweichen konnte, rief Rinckart die Einwohner zu einer Fürbitte zusammen: 'Kommt her ihr lieben Kirchenkinder, wir haben bei Menschen kein Gehör und keine Gnade mehr, wir wollen mit Gott reden.' Die Menschen beteten und sangen. Tief beeindruckt zogen die Schweden daraufhin ab. Von seinen vielen Schriften und Lieddichtungen blieb vor allem das weltweit bekannte und beliebte Kirchenlied 'Nun danket alle Gott' lebendig. 1630 zur Hundertjahrfeier der 'Augsburger Konfession' geschrieben, erschien der Text erstmals im Anhang zu seinem 'Jesu Herzbüchlein', das 1636 in Leipzig veröffentlicht wurde, während die Melodie erstmals 1647 in Johann Crügers Gesangbuch 'Praxis pietatis melica' erschien. Nachhaltige Berühmtheit erhielt das Lied als 'Choral von Leuthen', nachdem am Abend der Schlacht von Leuthen die überlebenden preußischen Soldaten Rinckarts Lied anstimmten.

Rinckart schrieb sieben Lutherdramen. 'Hohe Bewunderung und Liebe für Luther, dessen Lehre, Leben und Wandel ihm vorbildlich geworden war', bildeten wohl den Hintergrund dafür. Nur drei der sieben Stücke sind erschienen und überliefert: 'Der Eißlebische Christliche Ritter' (1613), 'Indulgentiarius Eisslebische Mansfeldische Jubel-Comoedia von der Beschämung Johann Tetzels' (1618) und 'Monetarius Der Müntzerische Bawren-Krieg' (1625).

Im Mittelpunkt des Dramas 'Der Eißlebische Christliche Ritter' stehen die drei Brüder Peter (Papsttum), Johannes (Kalvinismus) und Martin (Luthertum), die die zerstrittenen Konfessionen verkörpern. Lessing diente dieses Drama in seinem Stück 'Nathan der Weise' als Vorlage für seine berühmte 'Ringparabel'.

Nur ein Jahr nach den Friedensschlüssen von Münster und Osnabrück starb Martin Rinckart am 8. Dezember 1649 in seiner Heimatstadt Eilenburg, wo er in der St.-Nicolai-Kirche begraben wurde.

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Martin Rinkart, or Rinckart (23 April 1586 – 8 December 1649) was a German clergyman and hymnist. He is best known for the text to 'Now thank we all our God' (Nun danket alle Gott), which was written ca. 1636. It was set to music by Johann Crüger about 1647, and translated into English in the 19th century by Catherine Winkworth.

Rinkart was a deacon at Eisleben and archdeacon at Eilenburg, where he was born and also died. He served there during the Thirty Years' War and a severe plague in 1637.

German pastor Martin Rinkart served in the walled town of Eilenburg during the horrors of the Thirty Years War of 1618-1648. Eilenburg became an overcrowded refuge for the surrounding area. The fugitives suffered from epidemic and famine. At the beginning of 1637, the year of the Great Pestilence, there were four ministers in Eilenburg. But one abandoned his post for healthier areas and could not be persuaded to return. Pastor Rinkhart officiated at the funerals of the other two. As the only pastor left, he often conducted services for as many as 40 to 50 persons a day—some 4,480 in all. In May of that year, his own wife died. By the end of the year, the refugees had to be buried in trenches without services.

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Rinckarts Lieder/ Hymns

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Abendlied

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Aus meines Herzens Grunde dank ich, Gott Vater, dir

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Advent

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Ehr sei Gott in dem höchsten Thron

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Bittgesänge, Gotteslob und -dank

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Ach Vater, unser Gott

Nun danket alle Gott

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Gottvertrauen, Kreuz und Trost

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Ach Vater aller Güt, ach Vater aller Gnaden

Ach, lieben Christen seid bedacht

Auf dich verlass ich mich, so lang

Ist denn das Unglück alles mein

Kreuz, Trübsal, Angst und Leiden

O Herr, allmächtig-großer Gott

O Vater, unser Schutz und Schirm in höchsten Nöten

Vater unser der Elenden

Wie lange willst du mein so ganz und gar vergessen

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Himmelfahrt

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Du Himmelsfriedefürst, der du von Gott gekrönet

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Offenbarung

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O Jesu, mein Herzbräutigam

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Passion

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Ist das der Myrrhenberg, da mich mein Freund vertreten

Mein auserwählter Morgenstern

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Reformationsfest

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Der Philadelphischen Gemein der Trost wird zugeschrieben

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Sommerlied

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Einstmals ging ich spazieren

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Trinitatis

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O Vater aller Gütigkeit, dir sei Lob, Preis und Ehre

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Derzeit noch nicht erfasst / Currently not scanned

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Ach Gott, mein treuer Gott, darf ich mein Elend klagen

Ach siehe mich auch an zur Lebensfreud

Ach, Gott, im Himmel sieh darein

Ach, höchster Gott von Ewigkeit

Ach, lieber Herr, ach höchster Hort

Ach, Vater, unser Gott, der du durch deine Güte

An Jesum denken oft und viel

Aus meines Herzens Grunde dank ich, Gott Vater, dir (Morgen)

Bei Menschen ist kein Rat

Der Mensch hat nicht allein vom bloßen Brot

Dir sei Lob, Ehr und Preis, du treuer Menschenhüter

Dir sei Lob, Ehr und Preis, mein A und mein Anfänger

Dir sei Lob, Ehr und Preis, mein Leben und mein Hoffen

Dir, Jesu, sag ich Dank, ob mich die Welt gleich quälet

Drei Tage hat ein jeder Christ

Du weißt, dass du in Kreuzeslast

Erbarm, erbarme dich, erbarme dich

Erhalt uns Herr bei deinem Wort

Freue dich ewig unsterbliche Seele

Geduld wir sollen tragen in Widerwärtigkeit

Gelobet sei der Herr, der uns sein Wort gegeben

Gelobet sei der Herr, und täglich hoch gepreiset

Gelobet sei die Pein, die Gott für uns getragen

Gelobet sei mein Gorr, der auch im Pilgrimsorden

Gelobet sei mein Gott und ewiglich gepreiset

Gelobet seist du, unser Gott

Gott setz und pflanzet mich im Lenzen meiner Jugend

Halleluja, Lob, Preis und Ehr

Herr, du und du allein erforschest meine Sinne

Hilf uns, Herr, in allen Dingen, dass wir unser Amt und Werk

Ich heb in Angst und Not mein Augen auf zum Herren

Ich will des Herren Gütigkeit

Ihr, die ihr I und H und S im Schilde führt

In deinem Namen steh ich auf

In deiner Gnadenhand steht beides Tod und leben

Jesu, unser A und O, rühre doch mehr Herzen so

Jesu, unsre Freudensonne

Kommet, ihr Kinderlein, lasset uns beten

Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn

Lasset euch, ihr edlen Seelen

Lob sei dem höchsten Gott, der uns so reich bescheret

Lob sei dem höchsten Gott, der wohnet in der Höhe

Lob, Ehr und Preis sei Gott allein

Lobe, lobe, meine Seele, lobe deinen Gott mit Fleiß

Lobt Gott, lobt alle Gott, die Macht lobt seiner Feste

Mit dieser schnöden Babylon

Nun freut euch lieben Christen gemein und lasst uns fröhlich springen

Nun hör auf, alles Leid, Klag und Sehnen

Nun lasst uns alle Gott mit Mund und Herzen ehren

O Gott, du liebes Väterlein segn unsre Speis

O Jesu Gottes Söhnelein, du herzgeliebtes Brüderlein

O Jesu, der du selbst aus Davids Stamm und Samen

O Jesu, meine Lieb, wie soll ich dir vergelten

O Jesu, meine Zier, du gibest Licht und Leben

O Vater, unser Gott, dir sei Lob, Preis und Ehre

Sag an, was ist die Welt

Singet dem Herren ein neues Lied, der uns erfreuet

So fahr ich hin mit Freuden

Stark ist ein Wasserstrom

Treu waltet Gott in seinem Reich

Viel hunderttausend Englein musizieren

Voll eitel-eitler Eitelkeit

Wann willst du scheinen uns einmal

Warum betrübst du dich so gar

Was Gott gefällt, gefall auch uns

Was ist das liebe Kreuz als eine Vatersrute

Was kränket dich, mein Herz, so fast

Wenn Gott uns nun einmal wird ganz und gar erlösen

Wer mit mir will im Geist und in der Wahrheit

Wie leuchtet uns der Friedensstern

Wir haben eine feste Stadt, von Gott selbst

Zion, die werte Gottesmagd

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Uploaded on April 10, 2014
Taken on September 11, 2011