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Athen des Nordens

Im Lichte der aktuellen europäischen Probleme bekommt der alte Beiname Lüttichs seinen ganz speziellen Charakter. Lüttich war schon früh Zentrum der Kunst und Kultur mit internationaler Bedeutung, woraus sich dieser alte Namenszusatz erklärt. Ein anderer Beiname der drittgrößten belgischen Stadt lautet "Palermo des Nordens". Dieses "Prädikat" hat seinen Ursprung in vielfältigen "speziellen" Kontakten einflussreicher Kreise, die der Stadt jahrzehntelang Negativschlagzeilen bescherten. Als die Industriealisierung, von England ausgehend, auf dem europäischen Kontinent Fuß fasste, war Lüttich der Ursprung dieser Zeitenwende auf dem kontinentalen Festland. Hier ist die Wiege der Kohle- und Stahlindustrie. Lüttich ist noch heute die Waffenschmiede Belgiens. Inzwischen sind viele Arbeitsplätze dem Strukturwandel zum Opfer gefallen. Die Arbeitslosigkeit in der Stadt lag 2011 bei über 26 Prozent. Die Maasmetropole, in der einst die Pommes frites zuerst das Fett der Friteuse erblickten, hat Mühe ihre langwährende Krise zu bewältigen. Dem lustwandelnden Stadttouristen gelingt hier keine "Liebe auf den ersten Blick". Das Deutschlandradio brachte 2009 eine Sendung, in deren Stadtporträt auch Lütticher Einwohner im O-Ton zu Wort kamen. Darunter auch die ehemalige Europaabgeordnete der Grünen, Brigitte Ernst, die in Lüttich geboren wurde: "Lüttich ist wie ein Flohmarkt voller scheußlicher Sachen. Aber mitten drin finden Sie plötzlich, was Sie schon immer gesucht haben. Die Stadt ist dreckig, schlecht verwaltet, aber es gibt sie schon seit sehr langer Zeit. Und wenn man ein bisschen kratzt, findet man geniale Orte." [Quelle: dradio.de "Sonntagspaziergang"]. [PolarOsterTrip2013]

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Uploaded on April 28, 2013
Taken on March 31, 2013