Wo einst die Kelten ackerten

Münnerstadt in Unterfranken erscheint überschaubar. Die Kernstadt hat gut 3000 Einwohner. Keltische Siedler ackern hier schon vor Jahrtausenden. Sie lassen jede Menge Arbeitsgerät, Scherben und andere Gegenstände zurück, die das Herz der Archäologen seit langem erfreuen. Später hausen hier Thüringer, ehe die Franken denen das Laufen beibringen. Im 5. Jahrhundert bauen die Franken hier bereits eine Burg. 770 nach Christi gehen die Liegenschaften an das Kloster Fulda. Im Jahr der Kaiserkrönung Karls des Großen ist Münnerstadt der erste in ganz Ostfranken nachweisbare Gerichtsort [3. Mai 800].

Im Hochmittelalter gründen Zisterziensermönche hier das zeitweise bedeutende Kloster Maria Bildhausen. Um das Weltliche kümmern sich die Grafen von Henneberg, in der Folge wächst der Ort an den südlichen Ausläufern der Vorrhön – Kaiser Ludwig verleiht 1335 das Stadtrecht.

Es passiert dann in der Folge einiges, auch territorial. Die Fürsten spielen ja gerne Monopoly – selbst die am Südrand des Harzes wohnenden Grafen von Mansfeld mischen hier mal kurz mit. Geld ist in Münnerstadts handwerklicher Blütezeit nicht knapp und so werden die Herren Tilman Riemenschneider [sein erstes bedeutendes Werk entsteht in Münnerstadt, ein gotischer Flügelaltar] und sein Kollege Veit Stoß für die Altarmalereien engagiert.

1803 wird Münnerstadt in das Großherzogtum Würzburg eingegliedert und damit erstmals bayerisch. In der Folge verliert der Verwaltungssitz Münnerstadt seine ursprüngliche Bedeutung.

Im Zweiten Weltkrieg wird das mittelalterliche Stadtbild durch Fliegerbomben und Artilleriebeschuss erheblich verändert. Auch die nahe Lage zur innerdeutschen Grenze wirkt sich für die Stadt negativ aus. Die nordöstlich verlaufende thüringische Landesgrenze ist etwa 10 Kilometer Luftlinie entfernt.

Letztendlich kommen wir alle mit Münnerstadt in Berührung, zumindest indirekt. Ja, auch DU, früher oder später. Da hilft kein Sträuben! Für dich hoffe ich, dass es noch eine Ewigkeit dauern mag. Seit 2005 hat hier das Bundesausbildungszentrum des Bestattungsgewerbes seinen Sitz . . .

[Text erstellt mit Hilfe von wikipedia]

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Uploaded on March 27, 2016
Taken on October 6, 2015