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Das schönste Bild 2025!

Im Jahr 1872 wurde zwischen Tokyo und Yokohama Japanische Geschichte geschrieben: Nach langem hin und der dank Finanzieller und politischer Anspannung erhielt der Amerikanische Diplomat Anton Portman die Erlaubnis zum Bau einer Eisenbahn. Die erste Japanische Eisenbahnstrecke ging in den Betrieb. Heute; 2025, ist sie immernoch in Betrieb, wenngleich mit etwas anderem Verlauf und 500 dazugekommenen Streckenkilometern. Die rede ist von der Tokaido Main Line. In meinem ersten Japan Beitrag habe ich schon über den Tokaido Shinkansen philosophiert, jenen werden wir heute nicht beachten.

 

Kantō, Chūbu, und Kansei sind die drei Größten Regionen Japans mit einer Bevölkerung von 65 Millionen Menschen. Alle drei Regionen verbindet die Tokaido Main line.

Der Name Tōkaidō Main line bezieht sich stark auf den "Tōkaidō" (Deutsch Östlicher Seeweg) der früher die wichtigste Post und Handelsstraße zwischen dem Shōgunats Regierungssitz in Edo (Heute Tokyo) und der Kaiserlichen Hauptstadt Kyoto. 1899 waren durchgehende kapspurige (1067mm) Gleise zwischen Tokyo und Kobe zu verzeichnen, ehe 1956 die kompletten 589,5 Streckenkilometer elektrifiziert waren.

Bis 1964, dem Eröffnungjahr des Tōkaidō Shinkansen tummelten sich etliche Fernzüge auf der Linie, unteranderem die Markanten JNR 151 Triebwagen, die es mir persönlich bei besuchen in den Staatlichen Eisenbahnmuseen in Saitima und Kyoto ganz besonders angetan haben.

 

 

Heutzutage gibt es nur noch einen Personenzug, der die Strecke auf voller Länge befährt: Der Sunrise Seto/Izumo, ein Kombinierter Nachtzug. Sonst gibt es auf den Streckengleisen die übliche, japanische Rangordnung: Der Rapid Express hält am wenigsten, gefolgt vom Limited Express, dem Local und schließlich dem Güterverkehr.

Die Ordnung der Züge in Japan ist zwar anfangs sehr Kompliziert und schwer nachzuvollziehen, aber, am Ende meines Japan Aufenthaltes war ich Faszinierend von dem Genialen System.

 

Der Local ist wie eine Art "S-Bahn", der Rapid eine Art "RE". Doch hier gibts es unteranderem auch den "Commuter Rapid" ein Rapid speziell ausgelegt für Pendler. Weiter in der Rapide Kategorie geht es mit dem "Special Rapid", gefolgt vom "Section rapid" welcher nur auf Teilstrecken an allen halten hält. Die "Express" züge sind meist Aufpreispflichtig, und auch hier bildet sich das gleiche Bild wie bei den Rapids.

 

Zurück zur Tōkaidō Main line: Nach dem verlassen des Bahnhofs Yokohama verläuft die Strecke durch die "Suburbs" vor Tokyo. Bei Ōiso ist die Pacific Küste erreicht, an der es immer weiter Richtung Süden geht. Hier wird das Terrain Gebirgig, weswegen sich bis Atami eine Herrliche Kombination aus Gleisbögen, Tunneln und Brücken ergibt. Hinter dem Bahnhof Atami, wo übrigens alle Locals aus Tokyo Ueno enden, erstreckt sich der 7,8 Kilometer lange Tanna-Tunnel. Danach geht es am Mount Fuji vorbei immer zwischen Küstenebene und Berganfang weiter nach Nagoya. Das weitere Streckenprofil drösle ich in einem weiteren Beitrag auf.

 

 

Ishibashi bleibt für mich eines der Besten Motive Weltweit. Die Kombination aus dem Pacific Ocean, Tunneln, Brücke mit Gleisbogen, dem "Dorf" Ishibashi, den Bergen sowie der Küste von Odawara im Hintergrund haben mich bei meinem Besuch wirklich umgeschlagen. Jeden Local nahm ich hier mit Kusshand mit, da jeder Zug hier super aussieht. Zudem steht man teilweise in Mitten einer Limonen Plantage, die man auch noch als Motiv auslegen könnte. Bewusst war ich mir, dass der Schienengüterverkehr in Japan nicht ganz so ausgeprägt ist, wie in Europa. Trotzdem war es mein Wunsch, einen Lokbespannten Zug auf der Brücke festzuhalten. Dafür war aber erstmal viel Geduld gefragt.

 

Auf der Hinfahrt konnte ich schon einen Güterzug erspähen, allerdings mit Beladungschaden. "Hoffentlich hier nicht auch noch" waren meine Gedanken, die sich zwei Stunden später bestätigten. Zwei Nordfahrer hatten jeweils keine Container hinter der Lok. Fünf Stunden später waren es mittlerweile vier Nord Fahrer ohne Container hinter der Lok. Nach fünf Stunden ohne Güterzug Südfahrer begab ich mich - wie im anderen Beitrag erwähnt - in den Hafen Hayakawas - um Essen zu fassen. Aus diesem schöpfte ich Hoffnung, welche sich wenig später auszahlen sollte. Die Locals fahren im Stabilen und -wer hätte es gedacht? - Pünktlichem 30 Minuten Takt. Nachdem der 15:00 Zug den Tunnel verlassen hatte, vernahm ich Minuten später ein Klackern aus dem Tunnel. Gefolgt von Spitzenlichtern, die ich so an diesem Tag noch nicht gesehen hatte. Ein paar Augenblicke später fand ich die sechsachsige EF 210 in meinem Sucher wieder, und löste dank der Aufregung wie in besten Jungfuzzi Zeiten ein Dauerfeuer aus. Nachdem der letzte wagen im Tunnel links neben mir verschwand, glotzte ich auf den Kamerabildschirm, in der Hoffnung, es nicht versämmelt zu haben. Der Zug war hinter der Lok beladen, die beiden Pantographen der Lok waren nicht im Masten, herrlich! Schon damals wusste ich, dass dieses Bild ein ganz besonderes gewesen sein wird, und das ich mich noch lange an diesen tollen Tag zurückerinnern werde.

 

Mit diesen Schlussworten möchte ich mich ganz herzlich bei euch bedanken, für alle netten Kommentare und für mittlerweile fast 250 Follower!

Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Jahr 2026, viel Gesundheit und wenig Wolkenschäden!

 

Wir sehen uns nächstes Jahr wieder! (Der musste sein sorry)

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Uploaded on December 27, 2025
Taken on August 31, 2025