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Querdenken Aufmarsch mit 300 Personen wird nach wenigen Metern von der Polizei gekesselt.

 

Innerhalb der letzten zwei Monate scheint sich die Strategie der Querdenken-Proteste in Dresden vollständig geändert zu haben. Von "Querdenken 351" angemeldete Veranstaltungen erhalten vergleichsweise geringen Zulauf. Stattdessen wird via Telegram zu Protesten in vielen unterschiedlichen Stadtteilen aufgerufen. So versammelten sich am Montag etwa 300 Personen aus dem Querdenken-Spektrum am Wasaplatz in Dresden. Neben Personen aus dem "bürgerlichen" und esoterischen Milieu, befanden sich Teile der lokalen Neonazi- und Neurechten-Szene unter ihnen; mindestens ein Teilnehmer trug offen ein Messer mit sich. Einige andere Personen hatten ihre (Klein)Kinder dabei. Nachdem in der Vergangenheit Aufmärsche vom Wasaplatz wiederholt ohne polizeiliche Begleitung stattgefunden hatte, forderte diesmal die Polizei bereits vor 18 Uhr die Personen auf, den Platz zu verlassen, da sie die Ansammlung als eine, nach der Corona-Schutzverordnung, unerlaubte Versammlung einstufte.

Kurz nach 18 Uhr setzten sich die Personen in Richtung Bahnhof Strehlen in Bewegung. Über die Polizei hatte man sich offenbar nicht allzu große Gedanken gemacht, und so wurde der Aufzug bereits nach 200 Metern von Einsatzkräften umstellt.

Größere Personengruppen entkamen jedoch über die angrenzenden Grundstücke, sodass sich mit voranschreitender Zeit immer weniger Personen im Kessel befanden. Kurz darauf sprach ein Pressesprecher von etwa 150 Personen, welche ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren bekommen würden - im Endeffekt waren es dann noch 98.

Teile der umstehenden Personengruppen und weitere Personen bildeten eine Straße weiter - auf der Teplitzer Straße - einen erneuten Aufzug mit etwa 90 Personen. Auf Nachfrage teilte die Polizei mit, dass sie jedoch einfach keine Kräfte habe, um diesen begleiten bzw. aufhalten zu können.

 

Insgesamt beteiligten sich an verschiedenen Standorten in Dresden rund 1500 Personen an "Querdenken"-Protesten. Am Schillerplatz verhängte die Polizei 27 Ordnungswidrigkeiten, die restlichen Aufmärsche mit bis zu 400 Personen wurden zum Teil nicht einmal von der Polizei begleitet

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Uploaded on January 4, 2022
Taken on January 3, 2022