Nesselried Panorama / Panorama vers Nesselried
Nesselried feiert 2020 sein 900jähriges Jubiläum.
1120 : Die erste urkundliche Erwähnung von Nesselried resultiert aus einer Schenkungsurkunde, die im Reichenbacher Schenkungsbuch verzeichnet ist. Adelbertus miles de Nescilrit hatte für das Kloster Reichenbach zwischen Appenweier und Urloffen einen Acker gekauft.
1560 : Mitte des 16. Jahrhunderts kam zu der herrschaftlichen Trennung, die unser Dorf in Ober- und Unternesselried teilte, auch noch eine konfessionelle Trennung hinzu. Die Obernesselrieder waren mit ihrem Landesherrn (Baden) protestantisch geworden und die Unternesselrieder als Teil der Landvogtei Ortenau waren katholisch (vorderösterreichisch). Dennoch nutzten die Ober- und Unternesselrieder die vorhandenen Weideflächen (Allmende) gemeinsam und fühlten sich zusammengehörig. Deshalb vereinbarte man um das Jahr 1560 eine Dorfordnung, denn man verstand sich damals offensichtlich schon als eine kommunale Einheit. Nach dem 30jährigen Krieg wurde die Dorfordnung 1668 erneuert. Als 1701 das Haus Baden die Landvogtei Ortenau als Lehen erhielt, dienten die Ober- und Unternesselrieder dem selben Herrn. Dies endete jedoch 1771, als die Baden-Badener Linie ohne männlichen Erbfolger blieb und sich die Habsburger die Landvogtei zurückholten. 1787 führte die erneute Trennung und ein Streit über die Nutzung der Allmende auch zur Teilung der über Jahrhunderte gemeinsam genutzten Weideflächen.
Nachdem ab 1803 beide Teile Nesselrieds wieder Badisch waren, blieb die alte kommunale Aufteilung dennoch weiter bestehen. Obernesselried und Illental blieben als Stäbe Ortsteile von Durbach und Unternesselried war eine eigenständige Gemeinde. Über die folgenden Jahrzehnte hinweg gab es immer wieder Zwistigkeiten mit den Gemeindeoberen im Durbacher Tal und es festigte sich immer mehr und mehr der Wunsch nach einer gemeinsamen Gemeinde. Dies führte 1854 zunächst zum Zusammenschluss der Stäbe Obernesselried und Illental zu einem Ortsteil. Das große Ziel war aber klar: Die Loslösung von Durbach und der Zusammenschluss mit Unternesselried zu einer Gemeinde. Ein erster Versuch 1855 scheiterte am Veto des Badischen Innenministeriums in Karlsruhe. 1870 startete man den zweiten Versuch, der schließlich am 1.8.1871 zur Gründung der neuen Gemeinde Nesselried führte.
Genau 100 Jahre und vier Monate war Nesselried eine eigenständige Gemeinde. Die Kommunalreform des Landes Baden-Württemberg sorgte Anfang der 1970er Jahre dafür, dass sich die politisch Verantwortlichen in Nesselried nach einem größeren Partner umschauen mussten. Da man in den vorherigen Jahrzehnten bereits bei der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung gemeinsame Wege mit Appenweier beschritten hatte, fiel die Entscheidung im Gemeinderat und in der Bevölkerung eindeutig aus, sich nach Appenweier eingemeinden zu lassen. Die Eingemeindung wurde schließlich am 1.12.1971 noch vor der eigentlichen Kommunalreform vollzogen und das Eheversprechen der Appenweierer 1989 mit dem Bau der Rebstockhalle eingelöst. Die Wahl des Bräutigams (Appenweier) hat die Braut (Nesselried) bis heute nicht bereut.
Traduction libre en Français
Nesselried célèbre son 900e anniversaire en 2020.
1120: La première mention de Nesselried résulte d'un acte de donation enregistré dans le livre des dons de Reichenbach. Adelbertus miles de Nescilrit avait acheté un champ pour l'abbaye de Reichenbach entre Appenweier et Urloffen.
1560: Au milieu du XVIe siècle, la division seigneuriale qui divise notre village en Ober- et Unternesselried est suivie d'une séparation confessionnelle. Les Obernesselriedois étaient devenus protestants avec leur souverain (Baden) et les Unternesselriedois dans le cadre du Landvogtei Ortenau étaient catholiques (autrichien antérieur). Néanmoins, les Ober- et Unternesselriedois partageaient les pâturages existants (communs) et estimaient qu'ils appartenaient ensemble. Par conséquent, un ordre de village a été convenu vers l'an 1560, car à cette époque, il était évidemment déjà compris qu'il s'agissait d'une unité communale. Après la guerre de Trente Ans, l'ordre du village est renouvelé en 1668. Lorsqu'en 1701 la Maison de Bade reçut le Landvogtei Ortenau comme fief, l'Ober- et Unternesselrieder servirent le même homme. Cependant, cela a pris fin en 1771, lorsque la lignée de Bade-Baden est restée sans héritier mâle et les Habsbourg ont repris la gestion. En 1787, la séparation renouvelée et un différend sur l'utilisation des terres communes entraînent également la division des pâturages partagés depuis des siècles.
Après le retour des deux parties de Nesselried au pays de Bade à partir de 1803, l'ancienne division communale est restée. Obernesselried et Illental sont restés comme bars Les districts de Durbach et Unternesselried étaient une municipalité indépendante. Au cours des décennies suivantes, des conflits se sont répétés avec les dirigeants communautaires de la vallée de Durbacher et le désir d'une communauté commune est devenu de plus en plus ferme. En 1854, cela a d'abord conduit à la fusion des barreaux Obernesselried et Illental en un seul district. Mais le grand objectif était clair: le détachement de Durbach et l'union avec Unternesselried en une seule communauté. Une première tentative en 1855 échoua en raison du veto du ministère de l'Intérieur de Baden à Karlsruhe. En 1870, la deuxième tentative a été lancée, ce qui a finalement conduit à la fondation de la nouvelle communauté Nesselried le 1er août 1871.
Nesselried était une communauté indépendante depuis exactement 100 ans et quatre mois. La réforme municipale de l'État de Bade-Wurtemberg au début des années 1970 a fait en sorte que les responsables politiques de Nesselried devaient chercher un partenaire plus important. Depuis les décennies précédentes, les méthodes d'élimination de l'eau et des eaux usées avaient été partagées avec Appenweier, la décision du conseil local et de la population était claire à intégrer à Appenweier. L'incorporation a finalement été effectuée le 1er décembre 1971 avant la réforme municipale proprement dite.
Nesselried Panorama / Panorama vers Nesselried
Nesselried feiert 2020 sein 900jähriges Jubiläum.
1120 : Die erste urkundliche Erwähnung von Nesselried resultiert aus einer Schenkungsurkunde, die im Reichenbacher Schenkungsbuch verzeichnet ist. Adelbertus miles de Nescilrit hatte für das Kloster Reichenbach zwischen Appenweier und Urloffen einen Acker gekauft.
1560 : Mitte des 16. Jahrhunderts kam zu der herrschaftlichen Trennung, die unser Dorf in Ober- und Unternesselried teilte, auch noch eine konfessionelle Trennung hinzu. Die Obernesselrieder waren mit ihrem Landesherrn (Baden) protestantisch geworden und die Unternesselrieder als Teil der Landvogtei Ortenau waren katholisch (vorderösterreichisch). Dennoch nutzten die Ober- und Unternesselrieder die vorhandenen Weideflächen (Allmende) gemeinsam und fühlten sich zusammengehörig. Deshalb vereinbarte man um das Jahr 1560 eine Dorfordnung, denn man verstand sich damals offensichtlich schon als eine kommunale Einheit. Nach dem 30jährigen Krieg wurde die Dorfordnung 1668 erneuert. Als 1701 das Haus Baden die Landvogtei Ortenau als Lehen erhielt, dienten die Ober- und Unternesselrieder dem selben Herrn. Dies endete jedoch 1771, als die Baden-Badener Linie ohne männlichen Erbfolger blieb und sich die Habsburger die Landvogtei zurückholten. 1787 führte die erneute Trennung und ein Streit über die Nutzung der Allmende auch zur Teilung der über Jahrhunderte gemeinsam genutzten Weideflächen.
Nachdem ab 1803 beide Teile Nesselrieds wieder Badisch waren, blieb die alte kommunale Aufteilung dennoch weiter bestehen. Obernesselried und Illental blieben als Stäbe Ortsteile von Durbach und Unternesselried war eine eigenständige Gemeinde. Über die folgenden Jahrzehnte hinweg gab es immer wieder Zwistigkeiten mit den Gemeindeoberen im Durbacher Tal und es festigte sich immer mehr und mehr der Wunsch nach einer gemeinsamen Gemeinde. Dies führte 1854 zunächst zum Zusammenschluss der Stäbe Obernesselried und Illental zu einem Ortsteil. Das große Ziel war aber klar: Die Loslösung von Durbach und der Zusammenschluss mit Unternesselried zu einer Gemeinde. Ein erster Versuch 1855 scheiterte am Veto des Badischen Innenministeriums in Karlsruhe. 1870 startete man den zweiten Versuch, der schließlich am 1.8.1871 zur Gründung der neuen Gemeinde Nesselried führte.
Genau 100 Jahre und vier Monate war Nesselried eine eigenständige Gemeinde. Die Kommunalreform des Landes Baden-Württemberg sorgte Anfang der 1970er Jahre dafür, dass sich die politisch Verantwortlichen in Nesselried nach einem größeren Partner umschauen mussten. Da man in den vorherigen Jahrzehnten bereits bei der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung gemeinsame Wege mit Appenweier beschritten hatte, fiel die Entscheidung im Gemeinderat und in der Bevölkerung eindeutig aus, sich nach Appenweier eingemeinden zu lassen. Die Eingemeindung wurde schließlich am 1.12.1971 noch vor der eigentlichen Kommunalreform vollzogen und das Eheversprechen der Appenweierer 1989 mit dem Bau der Rebstockhalle eingelöst. Die Wahl des Bräutigams (Appenweier) hat die Braut (Nesselried) bis heute nicht bereut.
Traduction libre en Français
Nesselried célèbre son 900e anniversaire en 2020.
1120: La première mention de Nesselried résulte d'un acte de donation enregistré dans le livre des dons de Reichenbach. Adelbertus miles de Nescilrit avait acheté un champ pour l'abbaye de Reichenbach entre Appenweier et Urloffen.
1560: Au milieu du XVIe siècle, la division seigneuriale qui divise notre village en Ober- et Unternesselried est suivie d'une séparation confessionnelle. Les Obernesselriedois étaient devenus protestants avec leur souverain (Baden) et les Unternesselriedois dans le cadre du Landvogtei Ortenau étaient catholiques (autrichien antérieur). Néanmoins, les Ober- et Unternesselriedois partageaient les pâturages existants (communs) et estimaient qu'ils appartenaient ensemble. Par conséquent, un ordre de village a été convenu vers l'an 1560, car à cette époque, il était évidemment déjà compris qu'il s'agissait d'une unité communale. Après la guerre de Trente Ans, l'ordre du village est renouvelé en 1668. Lorsqu'en 1701 la Maison de Bade reçut le Landvogtei Ortenau comme fief, l'Ober- et Unternesselrieder servirent le même homme. Cependant, cela a pris fin en 1771, lorsque la lignée de Bade-Baden est restée sans héritier mâle et les Habsbourg ont repris la gestion. En 1787, la séparation renouvelée et un différend sur l'utilisation des terres communes entraînent également la division des pâturages partagés depuis des siècles.
Après le retour des deux parties de Nesselried au pays de Bade à partir de 1803, l'ancienne division communale est restée. Obernesselried et Illental sont restés comme bars Les districts de Durbach et Unternesselried étaient une municipalité indépendante. Au cours des décennies suivantes, des conflits se sont répétés avec les dirigeants communautaires de la vallée de Durbacher et le désir d'une communauté commune est devenu de plus en plus ferme. En 1854, cela a d'abord conduit à la fusion des barreaux Obernesselried et Illental en un seul district. Mais le grand objectif était clair: le détachement de Durbach et l'union avec Unternesselried en une seule communauté. Une première tentative en 1855 échoua en raison du veto du ministère de l'Intérieur de Baden à Karlsruhe. En 1870, la deuxième tentative a été lancée, ce qui a finalement conduit à la fondation de la nouvelle communauté Nesselried le 1er août 1871.
Nesselried était une communauté indépendante depuis exactement 100 ans et quatre mois. La réforme municipale de l'État de Bade-Wurtemberg au début des années 1970 a fait en sorte que les responsables politiques de Nesselried devaient chercher un partenaire plus important. Depuis les décennies précédentes, les méthodes d'élimination de l'eau et des eaux usées avaient été partagées avec Appenweier, la décision du conseil local et de la population était claire à intégrer à Appenweier. L'incorporation a finalement été effectuée le 1er décembre 1971 avant la réforme municipale proprement dite.