Blockmeer auf dem Gipfel des Lusen in Bayerischen wald

Der Lusen ist mit einer Höhe von 1373 m ü. NN zwar 'nur' der fünfthöchste Berg des Bayerischen Waldes, jedoch besitzt er den wohl beeindruckendsten Gipfel des gesamten Gebirgszuges. Auf einer ovalen Fläche von ca. 150 x 200 m besteht der Gipfelbereich aus einem von Granitblöcken gebildeten Blockmeer auf dem nur in einem kleinen Bereich Bäume wachsen. Der Name Lusen schein sehr alt zu sein und könnte bereits in eine Zeit vor der keltischen Besiedlung zurück reichen. Sicherlich dürfte der einem künstlich aufgeschütteten gigantischen Hügelgrab gleichende Berg den Menschen früherer Zeiten ein heiliger Ort gewesen sein. Heute ist der Lusen eines der beliebtesten Wanderziele der Region und das am Fuß des Gipfels 1938 errichtete Lusenschutzhaus lädt in der gemütlichen Schankstube zur Rast ein.

 

Zur Geologie:

Der am Lusen anstehende Granit wurde als magmatisches Tiefengestein im Erdzeitalter Karbon (vor ca. 320 Mio. Jahren) gebildet. Während dieser Variszischen Gebirgsbildung drangen magmatische Schmelzen in Schwächezonen der Erdkruste auf und bildeten Gesteinskörper die später durch Abtragungsvorgänge freigelegt worden sind. IM Gipfelbereich des Lusen steht heute ein fein- bis mittelkörniger Granit über einem etwas älteren grobkörnigen Granit an. Das Blockmeer am Lusen entstand durch tiefgreifende Verwitterungsprozesse ab der Zeit des Tertiär, wobei insbesondere das durch extreme Temperaturschwankungen gekennzeichnete Eiszeitalter (Pleistozän) den Zerfall in Einzelblöcke beschleunigte.

 

Geology: The granite on the Lusen was formed as igneous plutonic rock in the Carboniferous period (approx. 320 million years ago). During this Variscan orogeny, magmatic melts penetrated weak zones in the earth's crust and formed rock bodies that were later exposed by erosion processes. IN THE summit area of the Lusen there is now a fine to medium-grain granite above a somewhat older, coarse-grain granite. The block sea on the Lusen was created by profound weathering processes from the Tertiary period onwards, with the ice age (Pleistocene) in particular, characterized by extreme temperature fluctuations, accelerating the disintegration into individual blocks.

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Uploaded on December 16, 2024