Völkerschlachtdenkmal Leipzig
Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig gilt als der größte Denkmalsbau Europas. Mit einer Höhe von 91 m ist es dabei nur 2 m niedeiger als die Freiheitsstatue in New York. Nach 14 Jahren Bauzeit wurde das Denkmal am 18. Oktober – und somit dem 100. Jahrestag der Völkerschlacht – feierlich eingeweiht. Es erscheint geradezu schicksalhaft, dass kein Jahr später der Erste Weltkrieg begann, dessen Vorahnung sich in der Gestaltung des Denkmals möglicherweise entdecken lassen. Überhaupt ist das gigantomanische Bauwerk voller Rätsel und Widersprüche. Einerseits sollte das Denkmal in würdiger Weise an die Völkerschlacht erinnern, andererseits beschwor gerade diese Gedenkstätte den auf militärischer Stärke beruhenden deutschen Nationalismus. Interessanterweise wurde die Finanzierung unter Regie des eigens gegrünmdeten “Deutschen Patriotenbundes” nach dem Prinzip des “crowd funding” organisiert. Die aus allen Teilen Deutschlands eingegangenen Spenden ermöglichten das gigantische Bauvorhaben, für dessen aus 65 Betonpfeilern bestehendes 26 m hohes Fundament zwei Jahre lang eine Baugrube ausgehoben wurde. Überhaupt ist, auch wenn es nach Außen hin anders erscheint, hauptsächlich der damals ‘moderne’ Baustoff Beton verwendet worden. Zugleich war auch die Formensprache neuartig, wobei man sich explizit von historisierenden Baustilen abgrenzen wollte und einen typisch deutschen Architektur- und Kunststil verkörpern sollte. Ob die bisweilen eher mesopotamisch-ägyptisch oder gar an Science-Fiction erinnernde Ästhetik von der ‘patriotischen’ deutschen Bevölkerung tatsächlich als die eigene angenommen wurde, mag angesichts des schnell heraufgezogenen Krieges gar nicht mehr zur Debatte gestanden haben. Während des über 364 Stufen führenden Aufstieges bleibt genug Raum auch nach den freimaurerischen Motiven zu suchen, die während des Planungsprozesses zweifelsfrei in großem Maße eingeflossen sind…
Völkerschlachtdenkmal Leipzig
Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig gilt als der größte Denkmalsbau Europas. Mit einer Höhe von 91 m ist es dabei nur 2 m niedeiger als die Freiheitsstatue in New York. Nach 14 Jahren Bauzeit wurde das Denkmal am 18. Oktober – und somit dem 100. Jahrestag der Völkerschlacht – feierlich eingeweiht. Es erscheint geradezu schicksalhaft, dass kein Jahr später der Erste Weltkrieg begann, dessen Vorahnung sich in der Gestaltung des Denkmals möglicherweise entdecken lassen. Überhaupt ist das gigantomanische Bauwerk voller Rätsel und Widersprüche. Einerseits sollte das Denkmal in würdiger Weise an die Völkerschlacht erinnern, andererseits beschwor gerade diese Gedenkstätte den auf militärischer Stärke beruhenden deutschen Nationalismus. Interessanterweise wurde die Finanzierung unter Regie des eigens gegrünmdeten “Deutschen Patriotenbundes” nach dem Prinzip des “crowd funding” organisiert. Die aus allen Teilen Deutschlands eingegangenen Spenden ermöglichten das gigantische Bauvorhaben, für dessen aus 65 Betonpfeilern bestehendes 26 m hohes Fundament zwei Jahre lang eine Baugrube ausgehoben wurde. Überhaupt ist, auch wenn es nach Außen hin anders erscheint, hauptsächlich der damals ‘moderne’ Baustoff Beton verwendet worden. Zugleich war auch die Formensprache neuartig, wobei man sich explizit von historisierenden Baustilen abgrenzen wollte und einen typisch deutschen Architektur- und Kunststil verkörpern sollte. Ob die bisweilen eher mesopotamisch-ägyptisch oder gar an Science-Fiction erinnernde Ästhetik von der ‘patriotischen’ deutschen Bevölkerung tatsächlich als die eigene angenommen wurde, mag angesichts des schnell heraufgezogenen Krieges gar nicht mehr zur Debatte gestanden haben. Während des über 364 Stufen führenden Aufstieges bleibt genug Raum auch nach den freimaurerischen Motiven zu suchen, die während des Planungsprozesses zweifelsfrei in großem Maße eingeflossen sind…