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Burg Wendelstein an der Unstrut

Der Wendelstein erhebt sich mit einem aus Zechsteinhydriten aufgebauten Felshang gut 30 m über der Unstrut. Inmitten der weiten Niederung bot der hochwasserfreie Berg von jeher perfekte Siedlungsbedingungen, was anhand archäologischer Funde seit der Jungsteinzeit dokumentiert werden konnte. Die Burg Wendelstein taucht unter dem Namen "Stein" erstmals 1312 in historischen Dokumenten auf. Die alte Burganlage wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu einer neuzeitlichen Festung ausgebaut. Als Wendelstein an den sächsischen Landesherrn Johann Georg gelangte, erfolgte ab 1623 ein weiterer Ausbau der Festungsanlagen. Dennoch nahmen schwedische Söldner die Festung 1640 ein und demolierten sie anschließend. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde auf Wendelstein ein landesherrliches Gestüt eingerichtet, dass nach den Napoleonischen Kriegen nicht wieder belegt wurde. Als preußische Domäne (Kammergut) existierte Wendelstein weiter, allerdings setzte ein langsamer Verfall ein. Heute sind Teile der Oberburg mit privater Wohnnutzung belegt, während Niederburg, Vorburg und Festungswerke ungenutzt dem Verfall Preis gegeben sind. Architektonisch ist der Ostflügel der Oberburg bemerkenswert. Er wurde 1596 im repräsentativen Renaissancestil erbaut und besaß einstmals einen hohen Treppenturm. Das kunstvolle Hauptportal kündet noch heute von der Bedeutung der Burg. Ebenso die noch in Resten erhaltene kunstvoll gestaltete und teilweise in anstehendes Gestein gemeißelte Schlosskapelle in der Niederburg, die leider schwer zugänglich ist. Eindrucksvoll ist zudem die erhaltene Burgküche mit ihrem hohen Kamin sowie das an Katakomben erinnernde Querfurther Tor.

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Uploaded on December 4, 2021