Der "Burgstall" am Ohorner Steinberg

Der Ohorner Steinberg ist Teil einer Kette von Bergen, die sich von Kamenz aus in südlicher Richtung hinzieht und mit dem Hochstein endet. In einer Einsattelung nördlich Ohorner Steinberg-Gipfels findet man direkt neben dem Forstweg eine außergewöhnlich Wallanlage: es handelt sich um einen gleichmäßig runden Wall von etwa 20 m Durchmesser mit einem vorgelagerten Graben. Die Wallhöhe sowie die Grabentiefe übersteigen nirgends 2 m, wobei jedoch davon ausgegangen werden kann, dass aufgrund des hohen Alters eine schleichende Einebnung erfolgt. Die Datierung des sogenannten "Burgstalls" (von "Burgstelle") ist schwierig, früher wurde ein heidnischer Kultplatz vermutet, jetzt geht man eher von einer mittelalterlichen Wehranlage aus. Da archäologisch gesicherte Funde fehlen, bleibt es freilich bei Spekulationen. Die Lage an dem sicherlich sehr alten Fahrweg über den Bergrücken könnte für eine Wehrfunktion sprechen, während die Position in der Einsattelung dafür denkbar ungünstig erscheint.

 

Im Inneren des kreisrunden Walles fällt ein besonderer Stein auf, der bei genauerer Untersuchung eine offensichtlich von Menschen gestaltete Oberflächenstruktur aufweist. Dabei fallen interessante Rinnenverläufe, kleine Hohlformen sowie reliefartige Muster auf. Eine der Reliefstrukturen erinnert in ihrer plastischen Ausformung stark an einen Bären. Es mag dahin gestellt bleiben, ob hier die Phantasie Flügel verleiht und an eine Früh- oder Vorzeitliche Kultstätte glauben mag... Weitere spannende Entdeckungen, die derlei Gedanken füttern, findet man etwa 400 m südlich am Gipfel des Ohorner Steinbergs. Das dortige Blockmeer zeigt gewaltige Blöcke die in ihren eigenwilligen Formen und Übereinanderlagerungen durchaus an Menhire und Dolmen denken lassen...

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Uploaded on March 26, 2021