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Wien, 4./3. Bezirk (the art of historic places in the suburbs not far away from downtown Vienna), Schwarzenbergplatz/Heumarkt

Life in Vienna underground

Life in Vienna underground began with the establishment of the Vienna sewer late 19th century, which became a refuge for unemployed and homeless. This was possible because the sewage system always has been largely walkable, even if this is not permissible for unauthorized persons. Against the rising number of shelter seekers eventually the police was involved.

Setting conditions

The completion of the Vienna sewer system fell in a time when Vienna was a rapidly expanding city. The rising job offer attracted a variety of people, of which, however, actually not all could not find work. Social Services as unemployment benefits or health insurance did not yet exist, nor were there homeless shelters or residences, and so the number of beggars and other people who had to live on the streets rose rapidly.

In the Vienna Sewer some people therefore quickly realised a new source of income and property. In heavy rain or thunderstorms, however, drains for inexperienced can become a deadly trap. The development of toxic or explosive gas mixtures (incoming gasoline etc.) can not be excluded too. The "terrible" or even "bestial stench" that is sometimes reported, however, does not prevail there. Even where faecal matter transporting water flows it smells more like in a wet basement, but it does not stink. Nevertheless, the unsecured stay in the sewers is perilous.

The marked by special detail and by lengthy search made on site, image-assisted social reports of Viennese journalists Max Winter and Emil Kläger this problem a large part of the population of Vienna made known and attracted great interest. 1905, Max Winter published his Social Reports from the Vienna underground under the title "In the underground Vienna" in book form. 1920 appeared, based on the social reportages of Emil Kläger, the documentary "Night Piece from the life of vagrants, derailed and fallen man" in Viennese cinemas. Both the newspaper reports and the book and the film are among the first social reports at all.

Sewer as livelihoods

Residents of the Vienna sewer in 1900, under a spiral staircase.

The access ways to the sewer were and are, among other things, housed in so-called "towers" that look like oversized advertising columns. Over spiral staircases one can by these descend into the Viennese "Underworld". Approximately 50 jobless and homeless people, but probably even more, spent a large part of each day with the fishing out of objects from the waste water, the so-called "Strotten". This "Strotters", as they were called soon earned their livelihood partly

by finding coins and jewelry, which though rarely occurred, but especially much earned,

by fishing out of bones and fat for sale at soap factories or

by getting out of all sorts of other useful articles.

Some of these Strotters - but also hundreds of "ordinary" homeless people - even lived in the sewers were they in some passages, chambers and air shafts found opportunities for "lving".

Shelters

The probably most well-known accommodation for the homeless and Strotters was the Zwingburg installed in a dry chamber under the Vienna Schwarzenberg sqaure. The name not least is based on the fact that it could only be reached by a drawn board, which had to be placed over a channel and at any time could be retracted. So even the police in the short run could be prevented from entering. In addition, the "fortress" Zwingburg had several escape routes in the form of side channels and shafts.

Police pursuit

Although the stay of unauthorized persons in the sewers, of course, was not allowed, the police but apprehended Strotters and homeless people could not too long detain. The number of homeless people and Strotters only diminished when in 1934 the "channel Brigade" was established, which should proceed harder not only against criminal gangs but also against vagabonds. In the meantime, also hostels for the homeless and dormitories had arisen that at least for a part of the "canal residents" could offer a reasonable alternative", such as the Meldemann street men's hostel, which became known due to the fact that Adolf Hitler three years spent here.

Today's meaning

Apart from World War II and the postwar period, as Allied secret agents drains of the divided city knew how to exploit them for themselves, upon which the film "The Third Man" is based plays the drains today due to many social institutions whose establishment with social democratic governments in the "Red Vienna " have their beginning as a refuge no significant role anymore. The latest newspaper reports about Strotters stem from the late 1950s, the term and the with it associated activities, however, at that time still a large part of the population of Vienna were known.

 

Leben im Wiener Untergrund

Das Leben im Wiener Untergrund begann mit der Errichtung der Wiener Kanalisation Ende des 19. Jahrhunderts, die zur Zuflucht für Arbeits- und Obdachlose wurde. Möglich war dies, weil die Kanalisation seit jeher weitgehend begehbar ist, auch wenn dies aus Sicherheitsgründen für Unbefugte verboten ist. Gegen die steigende Zahl der Unterschlupfsuchenden wurde schließlich polizeilich vorgegangen.

Rahmenverhältnisse

Die Fertigstellung der Wiener Kanalisation fiel in eine Zeit, als Wien eine stark expandierende Stadt war. Das steigende Arbeitsplatzangebot zog eine Vielzahl von Menschen an, von denen jedoch nicht alle tatsächlich auch Arbeit finden konnten. Soziale Fürsorge wie Arbeitslosengeld oder Krankenversicherung gab es damals noch nicht, ebenso wenig gab es Obdachlosenunterkünfte oder Wohnheime, und so stieg die Zahl von Bettlern und anderen Menschen, die auf der Straße leben mussten, rasant an.

In der Wiener Kanalisation erkannten einige Menschen daher schnell eine neue Einkommensquelle und Unterkunft. Bei starkem Regen oder Gewittern kann die Kanalisation allerdings für Unerfahrene zur tödlichen Falle werden. Auch die Entwicklung giftiger oder explosiver Gasgemische (einlaufendes Benzin etc.) ist nicht auszuschließen. Der „enorme“ oder gar „bestialische Gestank“ von dem manchmal berichtet wird, herrscht dort jedoch nicht. Selbst wo Fäkalien transportierendes Wasser fließt, riecht es eher wie in einem feuchten Keller, aber es stinkt nicht. Trotzdem ist der ungesicherte Aufenthalt in der Kanalisation lebensgefährlich.

Die durch besondere Ausführlichkeit gekennzeichneten und durch langwierige Recherchen vor Ort entstandenen, bildunterstützten Sozialreportagen der Wiener Journalisten Max Winter und Emil Kläger machten diese Problematik einem großen Teil der Wiener Bevölkerung bekannt und stießen auf großes Interesse. 1905 brachte Max Winter seine Sozialreportagen aus dem Wiener Untergrund unter dem Titel „Im unterirdischen Wien“ in Buchform heraus. 1920 erschien, basierend auf den Sozialreportagen Emil Klägers, der Dokumentarfilm „Nachtstück aus dem Leben der Vaganten, der Entgleisten und Gestürzten“ in den Wiener Kinos. Sowohl die Zeitungsreportagen als auch das Buch und der Film zählen zu den ersten Sozialreportagen überhaupt.

Kanalisation als Lebensgrundlage

Bewohner der Wiener Kanalisation um 1900, unter einer Wendeltreppe.

Die Zugänge zur Kanalisation waren und sind unter anderem in so genannten „Türmen“ untergebracht, die wie übergroße Litfaßsäulen aussehen. Über Wendeltreppen kann man durch diese in die Wiener „Unterwelt“ absteigen. Um die 50 Stellen- und Obdachlose, vermutlich aber noch mehr, verbrachten einen großen Teil jedes Tages mit dem Herausfischen von Gegenständen aus den Abwässern, dem so genannten „Strotten“. Diese „Strotter“, wie man sie bald nannte, verdienten ihren Lebensunterhalt teilweise

durch das Finden von Münzen und Schmuck, was zwar eher selten vorkam, aber besonders viel einbrachte,

durch das Herausfischen von Knochen und Fett zum Verkauf an Seifenfabriken oder

durch das Herausholen von allerlei anderen brauchbaren Gegenständen.

Einige dieser Strotter – aber auch mehrere hundert „gewöhnliche“ Obdachlose – lebten sogar in der Kanalisation, wo sie in manchen Gängen, Kammern und Luftschächten Möglichkeiten zum „Wohnen“ vorfanden.

Unterschlüpfe

Die wohl bekannteste Unterkunft für Obdachlose und Strotter war die in einer trockenen Kammer eingerichtete „Zwingburg“ unter dem Wiener Schwarzenbergplatz. Der Name rührte nicht zuletzt daher, dass sie nur durch ein Brett, welches über einen Kanal gelegt werden musste und jederzeit eingezogen werden konnte, zu erreichen war. So konnte selbst die Polizei kurzfristig vom Eindringen abgehalten werden. Zudem verfügte die „Zwingburg“ über mehrere Fluchtwege in Form von Seitenkanälen und -schächten.

Polizeiliche Verfolgung

Zwar war der Aufenthalt von Unbefugten in der Kanalisation natürlich nicht gestattet, die Polizei konnte aufgegriffene Strotter und Obdachlose aber nicht allzu lange festhalten. Die Zahl der Strotter und Obdachlosen nahm erst ab, als 1934 die „Kanalbrigade“ gegründet wurde, die nicht nur gegen kriminelle Banden, sondern auch gegen Vagabunden härter vorgehen sollte. In der Zwischenzeit waren auch Obdachlosen- und Wohnheime entstanden, die zumindest für einen Teil der „Kanalbewohner“ eine vernünftige Alternative bieten konnten, so zum Beispiel das Männerwohnheim Meldemannstraße, das dadurch bekannt wurde, dass Adolf Hitler hier drei Jahre verbrachte.

Heutige Bedeutung

Abgesehen vom Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit, als alliierte Geheimagenten die Kanalisation der geteilten Stadt für sich zu nutzen wussten, worauf auch der Film „Der dritte Mann“ aufbaut, spielt die Kanalisation heute aufgrund zahlreicher sozialer Einrichtungen, deren Errichtung im sozialdemokratisch regierten „Roten Wien“ ihren Anfang nahm, als Zufluchtsort keine nennenswerte Rolle mehr. Die letzten Zeitungsberichte über Strotter stammen aus den späten 1950er Jahren, der Begriff und die mit ihm verbundene Tätigkeit waren aber damals noch einem Großteil der Wiener Bevölkerung bekannt.

de.wikipedia.org/wiki/Leben_im_Wiener_Untergrund

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Uploaded on February 22, 2019
Taken on February 6, 2019