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Dresden - Fürstenzug

The Fürstenzug (English: Procession of Princes) in Dresden, Germany, is a large mural of a mounted procession of the rulers of Saxony. It was originally painted between 1871 and 1876 to celebrate the 800th anniversary of the Wettin Dynasty, Saxony's ruling family. In order to make the work weatherproof, it was replaced with approximately 23,000 Meissen porcelain tiles between 1904 and 1907. With a length of 102 metres (335 ft), it is known as the largest porcelain artwork in the world. The mural displays the ancestral portraits of the 35 margraves, electors, dukes and kings of the House of Wettin between 1127 and 1904.

 

The Fürstenzug is located on the outer wall of the Stallhof (Stables Courtyard) of Dresden Castle.

 

By 1589, the outer wall of the recently built Stallhof (Stables Courtyard) of the Dresden Castle was already decorated with a fresco.

 

For the upcoming 800th anniversary of the House of Wettin in 1889, another stucco version of a large-scale mural was commissioned. It was painted by the artist Wilhelm Walther between 1871 and 1876. Since the picture rapidly deteriorated, it was replaced with about 23,000 Meissen porcelain tiles between 1904 and 1907. The mural depicts the 35 Saxon margraves, electors, dukes and kings from Conrad, Margrave of Meissen, who ruled in the 12th century, to George of Saxony who was king for only two years in the 20th century. The only ones missing are Heinrich I von Eilenburg (c. 1089) and the last king of Saxony, Frederick Augustus III, who ruled from 1904 to 1918. Also shown are 59 scientists, artisans, craftsmen, children and farmers.

 

Only minimal damage to the tiles resulted from the February 13, 1945 bombing of Dresden.

 

The 35 noblemen, Margraves, Electors, Dukes and Kings, are shown on horseback while foot soldiers and other people accompany them. The name of each ruler is inscribed below his image. Everyone depicted wears contemporary clothing.

 

The Fürstenzug is 101.9 metres (334 ft) long and 10.5 metres (34 ft) high. Due to 18 windows in the upper part, the tile area comprises only 968 square meters. Each tile measures 20.5 centimetres (8.1 in) by 20.5 centimetres (8.1 in). Hence, approximately 23,000 tiles are placed on the wall.

 

(Wikipedia)

 

Der Fürstenzug in Dresden ist ein überlebensgroßes Bild eines Reiterzuges, aufgetragen auf rund 23.000 Fliesen aus Meißner Porzellan. Das 102 Meter lange, als größtes Porzellanwandbild der Welt geltende Kunstwerk stellt die Ahnengalerie der zwischen 1127 und 1873 in Sachsen herrschenden 34 Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Geschlecht des Fürstenhauses Wettin dar. Rechnet man jedoch noch den am Schluss des Zuges reitenden Prinzen Georg hinzu, der später auch König war, dann ergibt sich eine Gesamtzahl von 35 Herrschern der Wettiner, die im Reiterzug zu sehen sind.

 

Der Fürstenzug befindet sich in der Augustusstraße, unweit der Frauenkirche, zwischen Georgentor auf der einen Seite und dem Johanneum auf der anderen Seite. Hier wurde er in der heutigen Form im Jahre 1907 auf der Außenseite des Stallhofs vom Dresdner Residenzschloss angebracht.

 

Schon 1589 versah man die äußere Nordwand des gerade entstandenen Stallhofs mit einer Kalkfarbenmalerei. Diese war jedoch im 19. Jahrhundert verwittert; 1865 legte der Historienmaler Wilhelm Walther einen Entwurf zur Neugestaltung vor: Ein Festzug sächsischer Regenten, passend zur bevorstehenden 800-Jahr-Feier des Fürstenhauses der Wettiner im Jahr 1889. Zwischen 1868 und 1872 erstellte Walther eine insgesamt einhundert Meter lange und vier Meter hohe Vorlagenzeichnung mit Kohle auf quadriertem Papier. Diese wird heute, auf Leinwand aufgelegt, in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in vier Zinkrollen gelagert. Die Herstellung des Wandbildes in Sgraffitotechnik, einer Putzkratztechnik, dauerte von 1872 bis 1876. Walther versuchte, Gesichtszüge und historische Einzelheiten so genau wie möglich wiederzugeben, wozu vorab durchgeführte jahrelange Studien in der Gemäldegalerie und im Schloss sowie die Anfertigung von Kartons im Maßstab 1:1 halfen. Der anfänglich gefeierte schwarz-weiße Bilderfries war jedoch nicht sehr witterungsbeständig; um die Jahrhundertwende zeigte er bedeutende Schäden. In den Jahren 1904 bis 1907 ersetzte man ihn daher durch fugenlos angepasste Keramikfliesen der Meißner Porzellanmanufaktur, wobei ein neues Verfahren erstmals zum Einsatz kam: Die angefertigten Fliesen wurden bei 1380 °C scharf gebrannt, mit einer Farbschicht überzogen, und nochmals gebrannt. Danach übertrugen Porzellanmaler das Bild auf die Fliesen, wobei die bei der Putzkratztechnik benutzten Originalkartons zum Einsatz kamen. Um die Fliesen haltbar zu machen, wurden sie nochmals im Scharffeuer gebrannt. Die etwa 23.000 Fliesen befestigte man von April bis Juli 1907 auf einen vorbereiteten Untergrundputz. Verlegt wurden die Fliesen von Angestellten der Königlichen Porzellan Manufaktur Meißen, welches auch ein Hinweis an der rechten Oberkante der gesamten Bildwand belegt.

 

Während der Arbeiten verstarb König Georg, der den Fürstenzug noch als damaliger Prinz abschließt. Sein Nachfolger, der letzte sächsische König Friedrich August III., sollte später ebenfalls in den Zug aufgenommen werden. Auf Anweisung des damaligen Finanzministers wurde mit Zustimmung von Friedrich August III. darauf verzichtet; das schon historisch gewordene Bild sollte unverändert bestehen bleiben.

 

Die Luftangriffe auf Dresden am Ende des Zweiten Weltkriegs im Februar 1945 überstand der Fürstenzug weitgehend unbeschadet; das Porzellan hielt die Gluthitze des Feuers aus. Von 1978 bis 1979 wurde das Bild gereinigt und restauriert. Dabei waren 212 vom Krieg weitgehend zerstörte Fliesen zu ersetzen. Gleichzeitig ergänzte man 442 Fliesen, die weniger beschädigt waren.

 

Das ganze Werk soll einen Wandteppich (Bildwirkerei) darstellen. Oben wird der Wandteppich von 38 unterschiedlich gestalteten Befestigungsknöpfen an einer vom Künstler gedachten Wand gehalten. Unten zieren 38 große und 999 kleine Quasten in unregelmäßigen Abständen das gesamte Bild. Der auf dem Wandteppich künstlerisch dargestellte Lichteinfall kommt von oben links, welches deutlich am Schatten der Befestigungsknöpfe sichtbar wird. Im Bild selbst kommt der Lichteinfall dagegen von vorne links.

 

Oberhalb vom Fries setzt sich das Werk mit einem bildlichen Nebenschmuck zwischen den achtzehn Fenstern und darüber fort. Die vielen dekorativen Festons aus Blumen- und Fruchtgewinden wurden hier einst vom Architekten Weißbach mitgestaltet. Am Fuße der gemalten Säulen findet man Köpfe von Bären, Ebern, Elchen, Füchsen, Wölfen sowie Fischadlern mit ihrer Beute.

 

Im Zierrahmen werden sich lang hinziehende Ranken von unterschiedlichen Blüten, Blättern und Früchten, aber auch zahlreiche Vögel und Schmetterlinge, in edlen Formen dargestellt.[6] Im Zierrahmen befinden sich 45 Vögel und 9 Schmetterlinge. Die Schmetterlinge sind dabei nur im oberen Zierrahmen vorhanden, während die Vögel im oberen und im unteren Zierrahmen verteilt sind. Eröffnet wird der Zug durch einen Herold zu Ross, welcher sich halb zum folgenden Zug umwendet. An der linken Seite ist gerade noch eine festlich mit Girlanden umwundene Steinsäule zu erkennen. Der Weg ist sandig und ist mit Streublumen verziert. Neben zahlreichen Gräsern sind Eichensetzlinge, Eichenzweige, Fingerhut, diverse Distelarten, Maiglöckchen, Löwenzahn, Gänseblümchen, Klee, Tannenzweige und Fichtenzweige zu erkennen. Rosen liegen ebenfalls auf dem Weg und im Hintergrund sind einzelne Rosenpflanzen sichtbar. Heinrich der Erlauchte trägt eine Zither (Cister) auf dem Rücken. Er war ein Freund vom Minnesang und soll mit diesem Detail an die Zeit der Minnesänger erinnern. Albrecht II. (der Entartete) trägt keine Kopfbedeckung, sondern einen Rosenkranz auf dem Kopf. Friedrich der Streitbare ist im Zug der erste meißnische Fürst, welcher mit dem Kurhute geschmückt ist. Unter dem rechten Hinterhuf des Pferdes von August II. (August der Starke) wird eine blühende Rose zertreten. Dieses Detail gab dem Betrachter schon immer Rätsel auf. Vermutlich hat der Künstler Wilhelm Walther hier diskret auf das Schicksal von Constantia von Cosel, auch Gräfin Cosel genannt, aufmerksam machen wollen. Unter dem Pferd von König Johann liegt eine große verlorengegangene Hutfeder, welche vermutlich aus dem Hutschmuck von Johann Georg I. stammen könnte. Keine der dargestellten Personen trägt einen Ring als Fingerschmuck. Zwei Personen tragen sichtbar einen Ohrring.

 

Im Fürstenzug werden insgesamt 94 Personen dargestellt, davon reiten 45 Personen zu Pferd und 49 Personen gehen zu Fuß. Obwohl viele Personen anscheinend intensiv miteinander kommunizieren, ist bei den Beteiligten der Mund geschlossen. Der Künstler W. Walther überließ Gestik und Gestikulation den Vorrang. Die einzige sichtbar sprechende Person ist der Köhler Georg Schmidt, Retter des entführten Prinzen Albrecht im Altenburger Prinzenraub, welcher als mittlere Person hinter Albrecht dem Beherzten schreitet. Sechzehn Personen schauen aus dem Bild heraus und treten mit dem Betrachter in direkten Blickkontakt. Neben den 45 Pferden gibt es noch zwei Hunde und im Zierrahmen sind Vögel sowie Schmetterlinge zu sehen. Somit sind im Fürstenzug vier Tierarten vertreten. Pferde, Hunde, Vögel und Schmetterlinge. Es werden im Zug elf Fahnen mitgeführt, außerdem haben die vier Fanfaren der Bläser einen Fahnenschmuck. Neun Personen haben keinerlei Kopfbedeckung und fünfzig Personen tragen sichtbar einen Bart. Der in der Schlussgruppe befindliche sächsische Bauer hat möglicherweise ein Feuermal oder Muttermal (Nävus) auf der linken Gesichtshälfte.

 

Unterschiedliche Waffenarten werden durch die auf dem Fürstenzug dargestellten Personen mitgeführt. Zu sehen sind dabei Hiebwaffen, Stichwaffen, Säbel, das Bajonett, Hellebarden, Speere, Spieße, das Spetum, die Partisane, Dolche, Messer und verschiedene Schwertformen. Außerdem präsentiert man dem Betrachter unterschiedliche Lanzen, Degen, das Florett, Rapiere und das Stilett. Moritz von Sachsen trägt einen Kriegshammer mit Schlagdorn. Bei Johann Georg I. wird erstmals eine Handfeuerwaffe Radschlosspistole sichtbar. Sie ist dabei in einem Holfter am Reitsattel befestigt. Nachfolgend werden auch andere Schusswaffen, wie die Flinte, die Muskete, Vorderladerhandwaffen und Hinterladergewehre getragen. Das Gesamtwerk gibt somit auch einen gewissen Einblick in die geschichtliche Entwicklung von Blank- und Feuerwaffen.

 

Die exakten Abmessungen des gesamten Wandbildes betragen – einer zeitgenössischen Bauzeichnung zufolge – 101,9 m Länge und 10,51 m Höhe.[7] Da sich im oberen Teil des Frieses 18 Fenster befinden, beträgt die mit Fliesen belegte Fläche lediglich 968 Quadratmeter. Die Abmessungen der einzelnen Fliesen sind 20,5 cm × 20,5 cm. Bei einer fugenfreien Verlegung sind damit ungefähr 23.000 Fliesen an der Wand angebracht, wobei wegen der eingeschlossenen Fenster auch Teilstücke zum Einsatz kamen.

 

Die oft genannte Zahl von ungefähr 25.000 Fliesen des Wandbildes entspricht der Anzahl, die insgesamt hergestellt wurden. Zahlreiche Fliesen benötigte man für die notwendigen Voruntersuchungen.

 

Insgesamt werden 94 Personen abgebildet. Es sind 34 Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige Sachsens bis zum König Albert zu sehen. Hinter König Albert wurde vorausschauend schon dessen Bruder Georg, damals noch Prinz, ohne unten aufgeführte Regierungszeit in den Zug aufgenommen. Weiterhin sind 59 Wissenschaftler, Künstler, Handwerker, Soldaten, Kinder und Bauern, fünfundvierzig Pferde und zwei Windhunde dargestellt. Neben Vertretern der Kreuzschule, der Leipziger Universität und des Königlich Sächsischen Polytechnikums Dresden sind der Maler Ludwig Richter, die Bildhauer Ernst Hähnel und Johannes Schilling und schließlich Wilhelm Walther selbst mit Gehilfen hinter dem Tross der Regierungshäupter zu sehen. Seinen Lehrer Julius Hübner hat er zum Dank für die Weiterreichung des Auftrages an ihn und die Unterstützung als 12. Person von rechts abgebildet, den Entwurf des Fürstenzuges deshalb in Händen haltend. Bis auf Heinrich I. von Eilenburg (um 1089) und den letzten König Friedrich August III. sind sämtliche Regenten des Hauses Wettin in der Reihenfolge ihrer Regierungszeit angeordnet. Unter jedem, bis auf dem damals noch regierenden König Albert (nur Jahr vom Regierungsantritt) und dem noch nicht regierenden Prinzen Georg (ohne Jahr), ist der Name und die Regierungszeit der Person ablesbar.

 

In den meisten Beschreibungen werden nur 93 Personen erwähnt. Dies liegt daran, dass die 94. Person erst im Rahmen des „lebendigen“ Fürstenzuges anlässlich der 800-Jahr-Feier Dresdens gefunden wurde. Sie blieb hinter den Wissenschaftlern, Künstlern und Studenten unentdeckt, weil man von ihr nur die Kopfbedeckung und eine Fahne sieht.

 

(Wikipedia)

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Uploaded on April 7, 2021
Taken on May 20, 2010