Back to photostream

Germany / North Rhine-Westphalia - Tecklenburger Land

Deutschland / Nordrhein-Westfalen - Tecklenburger Land

 

Teutoschleife Tecklenburger Bergpfad - Naturschutzgebiet am Kleeberg

 

Das Tecklenburger Land ist eine Region mit elf Städten und Gemeinden im nördlichen Westfalen, umgeben vom Münsterland, dem Emsland und dem Osnabrücker Land. In seiner heutigen Ausdehnung ist das Gebiet im Jahr 1816 mit der Gründung des Kreises Tecklenburg aus den westfälischen Gebieten der alten Grafschaft Tecklenburg des 14. Jahrhunderts entstanden. Nach der Gebietsreform in den 1970er Jahren ist die Region heute Teil des neu entstandenen Kreises Steinfurt im Regierungsbezirk Münster, der zu den sogenannten Münsterlandkreisen zählt.

 

Der Name Tecklenburger Land steht in Verbindung mit dem Grafenhaus Tecklenburg als Ausdruck für das Land der Tecklenburger Grafen. Die Region verbindet eine über mehrere Jahrhunderte gemeinsame Geschichte, durch die sich in der Bevölkerung ein ausgeprägtes Regionalbewusstsein aufgrund von politischen, geschichtlichen und religiösen Differenzen zum Münsterland entwickelte.

 

(Wikipedia)

 

Der Tecklenburger Bergpfad zeichnet sich durch unberührte Natur, herrliche Panoramablicke und mittelalterlichem Charme aus. Er führt aus der Fachwerkidylle Tecklenburgs mit urigen Gaststuben in die Stille des Teutoburger Waldes.

 

Einen aussichtsreichen Auftakt prophezeit der Aufstieg auf den Bismarckturm. Anschließend greift der abwechslungsreiche Rundweg die schönsten Streckenabschnitte des Hermannweges und des Waldlehrpfades auf, der mit Baumwundern aus der ganzen Welt begeistert. Für einen Kunstgenuss in diesem glanzvollen Landschaftsbild sorgt die goldene Treppe. Auf schattigen Pfaden geht es dann zur lauschigen Waldkapelle und weiter zum markanten Naturdenkmal Blücherfelsen.

 

Nach dem Abstieg führt ein schmaler Wiesenpfad an dem idyllischen Ortskern von Brochterbeck vorbei und bringt den Wanderer in das Naturschutzgebiet am Kleeberg, einem ehemaligen Steinbruch. Am Wegesrand blühen wilde Orchideen und blauer Fransenenzian. Mit etwas Glück grast eine große Herde robuster Bentheimer Landschafe auf der Weide. Auf dem Weg zurück lassen sich mitten im Wald der Heidentempel und das Rolandsgrab entdecken. Der Anstieg zum Ausgangspunkt führt über den Hexenpfad und ist „teuflisch“ steil. Doch in dem romantischen Burgstädtchen Tecklenburg warten viele wanderfreundliche Gasthäuser, in denen man das Natur- und Kulturerlebnis entspannt ausklingen lassen kann.

 

(teutoschleifen.de)

 

Naturschutz am Kleeberg bei Lengerich

Der Schatz im Silbersee

 

Der Blick über die Felskante erinnert ein wenig an den Drehort eines alten Karl-May-Films. Wenn man ausblendet, dass die Autobahn A1 und das westfälische Lengerich nur ein paar Hundert Meter entfernt sind, wirkt der Blick auf den türkisfarbenen See vor der hellen Felswand geradezu exotisch. "Canyon" wird der ehemalige Steinbruch am Hang des Teutoburger Waldes in der Region deshalb auch genannt. Wegen seiner artenreichen Pflanzen und Tierwelt ist das 80 Hektar große Mosaik aus Magerrasen, Gebüschen, Stillgewässern, Felsen und Halden seit 1989 als Naturschutzgebiet "Steinbruch im Kleefeld" gesichert.

 

Dabei ist der Canyon alles andere als ein natürlich entstandener Lebensraum: Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts grasten auf dem Kleeberg Schafe und Ziegen. Dann begann der industrielle Gesteinsabbau und fraß eine einen Kilometer lange, mehr als 100 Meter breite und etwa 30 Meter tiefe künstliche Schlucht in den Berg, deren Boden sich schließlich mit Wasser füllte. Der Schatz, den man hier 75 Jahre lang suchte, waren die feinkörnigen kreidezeitlichen Kalke, ein begehrter Rohstoff der Zementindustrie. Vor fast 100 Millionen Jahren waren die hellgrauen Gesteinsschichten als Sedimente eines warmen Meeres entstanden.

 

Der Schatz lebt!

 

Als der Steinbruchbetrieb im Jahr 1977 eingestellt wurde, waren die steilen Hänge des Canyons so gut wie kahl. Erst in den Folgejahren siedelte sich eine schüttere Pioniervegetation an. Anfangs hatte man sogar versucht, die schwer zugänglichen Böschungen künstlich zu begrünen, doch das misslang. Zum Glück, muss man heute sagen, denn als Rohboden- und Felsbiotop übte der Steinbruch am Kleeberg eine hohe Anziehungskraft auf gefährdete Tier- und Pfl anzenarten aus. Allerdings nicht nur auf die. Im Hochsommer kamen trotz entsprechender Betretungsverbote immer wieder "Strandbesucher", die sich das Eintrittsgeld fürs Freibad sparen wollten. Dass sie dabei die Pioniervegetation zertrampelten und den Fortpflanzungserfolg störungsempfindlicher Tiere gefährdeten, war ihnen nicht bewusst, von achtlos zurückgelassenem Abfall gar nicht zu reden. Das änderte sich auch nicht, als der Steinbruch und seine unmittelbare Umgebung 1989 unter Schutz gestellt wurden. Die "Blaue Lagune" am Grund des Canyons hatte sich mittlerweile zu einem wichtigen Laichgewässer für Amphibien entwickelt. Der neue Schatz im Lengericher Silbersee bestand jetzt unter anderem aus dem gemeinsamen Vorkommen aller vier heimischen Molcharten, darunter dem streng geschützten und gefährdeten Kammmolch.

 

Erst Zementindustrie, jetzt Ziegen

 

Naturfreunde, die sich an der landschaftlichen Eigenart des Gebiets erfreuen wollen, sind durchaus willkommen, nur eben nicht als Badende, sondern auf den markierten Wegen. "Betreten erwünscht" heißt es auch, wenn die "Interessengemeinschaft Teutoburger Wald e. V.", wieder einmal zu einem Pflegeeinsatz einlädt, bei dem beispielsweise die allzu wuchskräftigen Birken beseitigt werden. Zuletzt stellten die Landschaftsschützer auch einen Weidezaun auf. Der soll zum einen verhindern, dass sich im Sommer weiterhin unerlaubt Badegäste ins Schutzgebiet "verirren", zum anderen begrenzt er den Claim einer Ziegenherde, die während der Vegetationsperiode auf den Hängen des Canyons weidet. Weil Ziegen bevorzugt das Laub von Sträuchern und niedrigen Bäumen abknabbern, sind sie die wichtigsten Verbündeten beim Kampf gegen den imaginären Feind namens Sukzession. Mit diesem Fachwort bezeichnen Ökologen das natürliche, aber an dieser Stelle unerwünschte Wiederaufwachsen von Wald. Der würde nämlich den lichthungrigen Kalkmagerrasen die Lebensgrundlage nehmen.

 

Viel spannender als der schweißtreibende Besuch an einem heißen Sommertag ist für Naturfreunde übrigens eine Rundwanderung bei klarer und kühler Witterung. Mit etwas Glück ist in der Dämmerung der Uhu, der seit einigen Jahren regelmäßig am Felshang brütet, in Balzstimmung und sein sonorer Ruf hallt durch den Canyon.

 

(nrw-stiftung.de)

1,940 views
8 faves
0 comments
Uploaded on May 22, 2020
Taken on May 21, 2020