Julian en voyage
C'era una volta...
Oder auch: A shot everyman and his dog has done!
Es war einmal eine Bahnstrecke, die verlief von Genua aus westwärts zur französischen Grenze, das einzige Gleis immer eng an die Küste geschmiegt. So schön, so unpraktisch für eine internationale Magistrale, oder eine Strecke, die dies sein will. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts keimten daher Pläne auf, sie um ein zweites Gleis zu ergänzen. Bedingt durch die topografischen Gegebenheiten ging es mit der Umsetzung nur schleppend voran, 1936 zunächst auf dem kurzen Stück zwischen Albenga und Loano, dreißig Jahre später im Stadtgebiet von Genua und direkt an der Grenze im Westen. Während diese ersten Ausbauten den Charakter als Küstenstrecke nicht grundlegend veränderten, wich man bei den späteren Abschnitten auf Tunnel durch das Landesinnere aus. Am 11. Dezember 2016 war der besonders reizvolle Part rund um Imperia (von San Lorenzo al Mare bis Andora) an der Reihe, ein herber Schlag für die fotografierende Zunft - Und wohl auch für manch Reisenden auf dem Weg nach und von Imperia, wo der neue Bahnhof denkbar ungünstig zu den beiden Stadtkernen liegt.
Es war einmal eine Fotostelle, die in diesem Abschnitt lag. Natürlich nicht die einzige, aber eben DIE Fotostelle. Einen Innovationspreis wird man für den morgendlichen Blick auf Cervo mit seiner barocken Kirche San Giovanni Battista nicht mehr gewinnen können, denn so ziemlich jeder Freund von Italiens Bahnen stand dort wohl schon einmal. Ein schöneres Idiom als es die Briten dafür gefunden haben, fällt mir auch nicht ein. ;) Dennoch bleibt sie unvergessen, zu einzigartig war die beinahe kitschige Mischung aus Bahn und Meer. Dementsprechend traf man dort vor allem in den letzten Betriebsjahren und -monaten oft Gleichgesinnte aus aller Herren Länder und konnte zwischen den Zügen in geselliger Runde fachsimpeln. Irgendeine gemeinsame Sprache fand sich eigentlich immer: Italienisch, Deutsch, Französisch, Englisch...
Es war einmal ein Güterzug, der einmal pro Woche in fotogener Zeitlage an jener Fotostelle vorbei schaute. Und nicht irgendein Güterzug, sondern eine meist reinrassige Schlange aus FS-Teleskophaubenwagen. Immer samstags war er unterwegs, der MRI 48363 (Ventimiglia Parco Roja - Novi San Bovo). Am 20. Februar 2016 war es der "Tigre" E 652 134, der den Zug im mittlerweile geschlossenen Grenzgüterbahnhof von der SNCF übernommen hatte, um ihn entlang der Blumenriviera zum Ilva-Stalwerk von Novi Ligure zu bringen. Um kurz nach neun klickten die Kameras, der Zug schepperte vorüber und hinterließ zufriedene Gesichter der zahlreich Angereisten... Cervo, es war einmal!
C'era una volta...
Oder auch: A shot everyman and his dog has done!
Es war einmal eine Bahnstrecke, die verlief von Genua aus westwärts zur französischen Grenze, das einzige Gleis immer eng an die Küste geschmiegt. So schön, so unpraktisch für eine internationale Magistrale, oder eine Strecke, die dies sein will. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts keimten daher Pläne auf, sie um ein zweites Gleis zu ergänzen. Bedingt durch die topografischen Gegebenheiten ging es mit der Umsetzung nur schleppend voran, 1936 zunächst auf dem kurzen Stück zwischen Albenga und Loano, dreißig Jahre später im Stadtgebiet von Genua und direkt an der Grenze im Westen. Während diese ersten Ausbauten den Charakter als Küstenstrecke nicht grundlegend veränderten, wich man bei den späteren Abschnitten auf Tunnel durch das Landesinnere aus. Am 11. Dezember 2016 war der besonders reizvolle Part rund um Imperia (von San Lorenzo al Mare bis Andora) an der Reihe, ein herber Schlag für die fotografierende Zunft - Und wohl auch für manch Reisenden auf dem Weg nach und von Imperia, wo der neue Bahnhof denkbar ungünstig zu den beiden Stadtkernen liegt.
Es war einmal eine Fotostelle, die in diesem Abschnitt lag. Natürlich nicht die einzige, aber eben DIE Fotostelle. Einen Innovationspreis wird man für den morgendlichen Blick auf Cervo mit seiner barocken Kirche San Giovanni Battista nicht mehr gewinnen können, denn so ziemlich jeder Freund von Italiens Bahnen stand dort wohl schon einmal. Ein schöneres Idiom als es die Briten dafür gefunden haben, fällt mir auch nicht ein. ;) Dennoch bleibt sie unvergessen, zu einzigartig war die beinahe kitschige Mischung aus Bahn und Meer. Dementsprechend traf man dort vor allem in den letzten Betriebsjahren und -monaten oft Gleichgesinnte aus aller Herren Länder und konnte zwischen den Zügen in geselliger Runde fachsimpeln. Irgendeine gemeinsame Sprache fand sich eigentlich immer: Italienisch, Deutsch, Französisch, Englisch...
Es war einmal ein Güterzug, der einmal pro Woche in fotogener Zeitlage an jener Fotostelle vorbei schaute. Und nicht irgendein Güterzug, sondern eine meist reinrassige Schlange aus FS-Teleskophaubenwagen. Immer samstags war er unterwegs, der MRI 48363 (Ventimiglia Parco Roja - Novi San Bovo). Am 20. Februar 2016 war es der "Tigre" E 652 134, der den Zug im mittlerweile geschlossenen Grenzgüterbahnhof von der SNCF übernommen hatte, um ihn entlang der Blumenriviera zum Ilva-Stalwerk von Novi Ligure zu bringen. Um kurz nach neun klickten die Kameras, der Zug schepperte vorüber und hinterließ zufriedene Gesichter der zahlreich Angereisten... Cervo, es war einmal!