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Der Preis der Fruchtbarkeit

Blick auf das langsam in den Dornröschenschlaf versinkende Schloss Taubenheim südlich von Meißen

 

Eine kurze Erklärung zum Bildtitel: Die linkselbische Region zwischen den Autobahnen 4 und 14 und den Städten Meißen, Riesa und Döbeln (das Kerngebiet der alten Markgrafschaft Meißen) gehört von der Bodengüte der Lössböden her zu den fruchtbarsten Gebieten in Sachsen. Die landwirtschaftlichen Erträge waren so hoch, dass selbst kleinere Güter in der Lage waren, eine adlige Familie zu ernähren. Entsprechend eng lagen hier die Rittergüter zusammen - und entsprechend hoch ist die Dichte der alten Herrenhäuser, die von ihren Besitzern teils zu respektablen Schlössern um- und ausgebaut wurden.

 

Allein im Bereich der Gemeinde Klipphausen, zu deren 111 Quadratkilometer großen Gebiet über 40 Ortsteile und Dörfer zwischen der Autobahn 4, der Elbe und der Triebisch gehören, liegen 15 (!) ehemalige Rittergüter und Vorwerke mit ihren Herrenhäusern und Schlössern. Zu DDR-Zeiten befanden sich hier noch verschiedenste Nutzungen drin: Gemeindeverwaltungen, Kindergärten, Altersheime, Arztpraxen, Wohnungen.

 

Die Nutzung nach der Wende gestaltete sich teils schwierig. Nur ein Teil der Anlagen blieb in kommunaler Hand, andere wurden an private Investoren verkauft. Diese brauchten jedoch tragfähige Konzepte, denn die historische Grundlage der alten Rittergüter existiert ja seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr: bis zur Bodenreform erwirtschafteten die landwirtschaftlichen Erträge der umliegenden Ländereien die Gewinne, die in Erhalt und Ausbau der Herrenhäuser und Schlösser flossen. Diese Situation ließ sich nach der Wende nicht wiederherstellen. Clevere Nachnutzungskonzepte der neuen Besitzer waren somit gefragt.

 

Das klappt aber leider nicht immer. Im Moment sieht es so aus, dass auch Schloss Taubenheim zum den Verlierern der Nachwendezeit gehört. Die aus einer alten Burg hervorgegangene Anlage wurde bis um 1600 zu einer respektablen Vierflügelanlage umgebaut. Das Schloss diente zu DDR-Zeiten als Schullandheim, Kurheim und dann über die Wende hinaus bis 2001 als Altersheim. Seitdem wartet das Schloss auf eine Nutzung, welche den Erhalt nachhaltig für weitere Jahrzehnte sichert.

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Uploaded on November 17, 2019