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Tafel24
Petersen's Description:
Scene XVII (p. 59)
Marc Aurel mit seinem Gefolge, keiner noch kenntlich, steht auf erhöhtem Platze, weiter rechts in doppelter Reihe Soldaten mit zwei Adlern, 10 und 14, zwischen zwei Fahnen, 7/8 und 17 (?), im Hintergrund; vorn germanische Männer und Frauen mit ihren Kindern, deren König, wie die übrigen vollbekleidet, zum Kaiser hinansteigt und dessen Rechte zu küssen sich vorneigt. Die Lebhaftigkeit, mit der die zwei kleinen Knaben, 26, 31, und neben diesen noch ein kleines Mädchen 33, ähnlich be wegt, so viel noch zu sehen, sich an Vater und Mutter drängen, deutet vielleicht auf Trennung der als Geiseln zu stellenden Kinder hin. Die vier schon ältern Knaben und Mädchen, 20-23, grad unter dem Kaiser, lassen sich bereitwilliger von den Eltern anweisen, das Herz des unter Himmels Schutz stehenden Siegers zu rühren. Am rechten Ende erkennt man noch den rechten Fuss einer nach rechts bewegten und den linken einer nach links gehenden Figur, Reste, die durch das moderne Flickstück nicht erläutert werden.
Als Germanen sind von Männern 19 und 27 kenntlich. Die Weiber tragen loses Haar, bedeckt oder unbedeckt, bedeckt 2 4, nicht mit Mantel, sondern nur mit einem kleinen, hinten bis zum Gürtel reichenden Tuch; 25 hat eine Binde ums Haar. Langärmeliges Hemd und ärmelloses Kleid, hoch gegürtet und zum zweitenmal mit Bausch um die Hüften, zeigen am deutlichsten 24, 25. Die Kinder haben die Tracht der Eltern.
Marc Aurelius stands on a raised place with his retinue, none yet identifiable, further to the right are two ranks of soldiers with two eagle standards, 10 and 14, between two flags 7/8 and 17(?) in the background; in front, Germanic men and women with their children, whose king fully clothed like the rest climbs up to the Emperor and bows to kiss his right hand. The lively way in which the two small boys, 26, 31, and next to them also a little girl 33, just as lively, cling to father and mother indicates perhaps a propsective separation from the children as hostages. The four older boys and girls, 20 – 23, just below the Emperor, listening more willingly to their parents’ pleas to move the heart of the victor who stands under the heavens’ protection. At the right end, we detect also the right foot of a figure moving rightward and on the left end the left foot of a figure moving to the left, remains that the modern patchwork does nothing to explain.
Men 19 and 27 are clearly Germanic. The women wear their hair loose, covered or uncovered, covered on 24, not with a cloak but with a small scarf reaching down to the belt; 25 has a ribbon tied around her hair. 24 and 25 show most clearly the longsleeved shirt and sleeveless dress, belted high up and a second time puffed around the hips. The children are clothed like their parents. –
Scene XVIII (pp. 59-60)
So entstellt durch Abspaltung des Reliefs, durch Flickung und Abarbeitung die Scene ist, scheint doch so viel deutlich, dass die Handlung sich um das in der Mitte liegende Haus dreht, das gleicher Bauart wie in Scene VII, und speziell wie das letzte daselbst rechts, eckig nicht rund, sich auf einem Sockel oder gar auf Stufen erhebt, also gewiss das Haus eines hervorragenden Mannes, auf den die Römer es abgesehen haben müssen. Ob freilich vor der geöffneten Thüre eine oder zwei kleinere Figuren gestanden, ist jetzt nicht mehr festzustellen, aber nach links wie nach rechts vom Hause treiben römische Soldaten die Feinde zurück. Nach links verdrängt der Römer 8, am linken Arm den Schild, in der Rechten die Lanze, einen Gegner, der mit erhobener Linken sich umwendend, nach links weicht, wo ihm ein Römer (?) 3 entgegenkommt, der Schild und Lanze links, mit der Rechten ein lediges(?) Pferd heranführt. Unter diesem liegt ein gefallener Barbar 2, tiefer erscheint ein römischer Reiter, wild mit eingelegter Lanze nach rechts sprengend, wo wieder ein Gefallener 6 sich auf den Boden stützt; noch tiefer hintflr einem nach links galoppierenden Pferd der gefallene Barbar 1. Nach rechts von dem Hause ein römischer Reiter 11 gegen den, wie ein berühmter Gigantentypus, tapfer mit Schild und Schwert ihm entgegen tretenden Barbaren q; weiter vorauf drei Römer 13, 15, 16 gegen einen am Fusse einer Eiche sitzenden Barbaren; tiefer ein Römer, der einen feindlichen Reiter 12 rückwärts vom Pferde reisst; ein anderer 17 schon unter dem davonlaufenden Pferde liegend.
Hier bildet oben der Baum, tiefer der durch den grossen Spalt markierte Ein schnitt eine Scenentrennung: ein leerer Raum, darin unten ein plattes Halbrund mit zwei modernen Buchstaben, vielleicht der 17 entfallende Schild (vgl. 117, 2), und höher eine unkenntliche horizontale Masse. Mit einer gewissen Symmetrie scheint die beschriebene Scene um das Haus komponiert zu sein. Auch in den nächsten Scenen handelt es sich um das Einfangen bestimmter Personen.
As disfigured by spalling, patching and reworking the scene is, this much seems to be clear: the action revolves around the house in the center, of similar construction as in Scene VII, and squared in the same way, not round, raised on a plinth or even steps, hence sure to be the house of a highly-placed man whom the Romans have it in for. Unfortunately, if one or two smaller figures stood in front of the open door can no longer be determined, but to the left as well as to the rightof the house Roman soldiers are driving the enemy back. The Roman 8, the shield on his left arm, javelin in the right is driving an adversary before him who, turning with his left arm raised, is retreating to the left, where a Roman (?) 3 is advancing toward him, shield and javelin in the left, bringing up a riderless (?) horse. Beneath that one lies a fallen barbarian 2; farther down, a Roman cavalryman appears, wildly galloping toward the right with lance at the ready, where again a wounded man props himself up on the ground; farther down yet, behind a horse gallopping toward the left, the fallen barbarian 1. Toward the right of the house, a Roman cavalryman 11 being attacked by the barbarian 14, bravely, with shield and sword, like a mythical kind of giant; farther ahead, three Romans 13, 15, 16 going against a barbarian sitting at the foot of an oaktree; lower down, a Roman who yanks a mounted enemy 12 off his horse backwards, with another one 17 already lying under the escaping horse.
Here on top a tree, farther down a large fissure serve to separate scenes: an empty space, in which down below is a flat semicircle with two modern letters, possibly the shield that has fallen from 17 (cf. 117,2) and higher up an unidentifiable mass. The scene described seems to be composed with a certain symmetry around the house. The next scenes also deal with the capture of specific persons.
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Author: Petersen, Eugen (Eugen Adolf Hermann), 1836-1919.
Title: Die Marcus-säule auf Piazza Colonna in Rom, herausgegeben von Eugen Petersen, Alfred von Domaszewski, Guglielmo Calderini; mit CXXVIII Tafeln folio.
Format: Book
Published: München, F. Bruckmann a.g., 1896.
Description: 125 p. illus. (incl. ports., map) 39 cm. and atlas of 128 mounted pl. 50 cm.
Other contributors: Domaszewski, Alfred von, 1856-1927. Calderini, Guglielmo, 1837-1916. Mommsen, Theodor, 1817-1903.
Contents: Einleitung, von E. Petersen.--Der Marcomanen-krieg unter Kaiser Marcus, von T. Mommsen.--L'architettura della colonna, da G. Calderini.--Beschreibung der Bildwerke, von E. Petersen.--Erläuterung der Bildwerke, von A. von Domaszewski.
Subject headings: Column of Marcus Aurelius (Rome, Italy)
Tafel24
Petersen's Description:
Scene XVII (p. 59)
Marc Aurel mit seinem Gefolge, keiner noch kenntlich, steht auf erhöhtem Platze, weiter rechts in doppelter Reihe Soldaten mit zwei Adlern, 10 und 14, zwischen zwei Fahnen, 7/8 und 17 (?), im Hintergrund; vorn germanische Männer und Frauen mit ihren Kindern, deren König, wie die übrigen vollbekleidet, zum Kaiser hinansteigt und dessen Rechte zu küssen sich vorneigt. Die Lebhaftigkeit, mit der die zwei kleinen Knaben, 26, 31, und neben diesen noch ein kleines Mädchen 33, ähnlich be wegt, so viel noch zu sehen, sich an Vater und Mutter drängen, deutet vielleicht auf Trennung der als Geiseln zu stellenden Kinder hin. Die vier schon ältern Knaben und Mädchen, 20-23, grad unter dem Kaiser, lassen sich bereitwilliger von den Eltern anweisen, das Herz des unter Himmels Schutz stehenden Siegers zu rühren. Am rechten Ende erkennt man noch den rechten Fuss einer nach rechts bewegten und den linken einer nach links gehenden Figur, Reste, die durch das moderne Flickstück nicht erläutert werden.
Als Germanen sind von Männern 19 und 27 kenntlich. Die Weiber tragen loses Haar, bedeckt oder unbedeckt, bedeckt 2 4, nicht mit Mantel, sondern nur mit einem kleinen, hinten bis zum Gürtel reichenden Tuch; 25 hat eine Binde ums Haar. Langärmeliges Hemd und ärmelloses Kleid, hoch gegürtet und zum zweitenmal mit Bausch um die Hüften, zeigen am deutlichsten 24, 25. Die Kinder haben die Tracht der Eltern.
Marc Aurelius stands on a raised place with his retinue, none yet identifiable, further to the right are two ranks of soldiers with two eagle standards, 10 and 14, between two flags 7/8 and 17(?) in the background; in front, Germanic men and women with their children, whose king fully clothed like the rest climbs up to the Emperor and bows to kiss his right hand. The lively way in which the two small boys, 26, 31, and next to them also a little girl 33, just as lively, cling to father and mother indicates perhaps a propsective separation from the children as hostages. The four older boys and girls, 20 – 23, just below the Emperor, listening more willingly to their parents’ pleas to move the heart of the victor who stands under the heavens’ protection. At the right end, we detect also the right foot of a figure moving rightward and on the left end the left foot of a figure moving to the left, remains that the modern patchwork does nothing to explain.
Men 19 and 27 are clearly Germanic. The women wear their hair loose, covered or uncovered, covered on 24, not with a cloak but with a small scarf reaching down to the belt; 25 has a ribbon tied around her hair. 24 and 25 show most clearly the longsleeved shirt and sleeveless dress, belted high up and a second time puffed around the hips. The children are clothed like their parents. –
Scene XVIII (pp. 59-60)
So entstellt durch Abspaltung des Reliefs, durch Flickung und Abarbeitung die Scene ist, scheint doch so viel deutlich, dass die Handlung sich um das in der Mitte liegende Haus dreht, das gleicher Bauart wie in Scene VII, und speziell wie das letzte daselbst rechts, eckig nicht rund, sich auf einem Sockel oder gar auf Stufen erhebt, also gewiss das Haus eines hervorragenden Mannes, auf den die Römer es abgesehen haben müssen. Ob freilich vor der geöffneten Thüre eine oder zwei kleinere Figuren gestanden, ist jetzt nicht mehr festzustellen, aber nach links wie nach rechts vom Hause treiben römische Soldaten die Feinde zurück. Nach links verdrängt der Römer 8, am linken Arm den Schild, in der Rechten die Lanze, einen Gegner, der mit erhobener Linken sich umwendend, nach links weicht, wo ihm ein Römer (?) 3 entgegenkommt, der Schild und Lanze links, mit der Rechten ein lediges(?) Pferd heranführt. Unter diesem liegt ein gefallener Barbar 2, tiefer erscheint ein römischer Reiter, wild mit eingelegter Lanze nach rechts sprengend, wo wieder ein Gefallener 6 sich auf den Boden stützt; noch tiefer hintflr einem nach links galoppierenden Pferd der gefallene Barbar 1. Nach rechts von dem Hause ein römischer Reiter 11 gegen den, wie ein berühmter Gigantentypus, tapfer mit Schild und Schwert ihm entgegen tretenden Barbaren q; weiter vorauf drei Römer 13, 15, 16 gegen einen am Fusse einer Eiche sitzenden Barbaren; tiefer ein Römer, der einen feindlichen Reiter 12 rückwärts vom Pferde reisst; ein anderer 17 schon unter dem davonlaufenden Pferde liegend.
Hier bildet oben der Baum, tiefer der durch den grossen Spalt markierte Ein schnitt eine Scenentrennung: ein leerer Raum, darin unten ein plattes Halbrund mit zwei modernen Buchstaben, vielleicht der 17 entfallende Schild (vgl. 117, 2), und höher eine unkenntliche horizontale Masse. Mit einer gewissen Symmetrie scheint die beschriebene Scene um das Haus komponiert zu sein. Auch in den nächsten Scenen handelt es sich um das Einfangen bestimmter Personen.
As disfigured by spalling, patching and reworking the scene is, this much seems to be clear: the action revolves around the house in the center, of similar construction as in Scene VII, and squared in the same way, not round, raised on a plinth or even steps, hence sure to be the house of a highly-placed man whom the Romans have it in for. Unfortunately, if one or two smaller figures stood in front of the open door can no longer be determined, but to the left as well as to the rightof the house Roman soldiers are driving the enemy back. The Roman 8, the shield on his left arm, javelin in the right is driving an adversary before him who, turning with his left arm raised, is retreating to the left, where a Roman (?) 3 is advancing toward him, shield and javelin in the left, bringing up a riderless (?) horse. Beneath that one lies a fallen barbarian 2; farther down, a Roman cavalryman appears, wildly galloping toward the right with lance at the ready, where again a wounded man props himself up on the ground; farther down yet, behind a horse gallopping toward the left, the fallen barbarian 1. Toward the right of the house, a Roman cavalryman 11 being attacked by the barbarian 14, bravely, with shield and sword, like a mythical kind of giant; farther ahead, three Romans 13, 15, 16 going against a barbarian sitting at the foot of an oaktree; lower down, a Roman who yanks a mounted enemy 12 off his horse backwards, with another one 17 already lying under the escaping horse.
Here on top a tree, farther down a large fissure serve to separate scenes: an empty space, in which down below is a flat semicircle with two modern letters, possibly the shield that has fallen from 17 (cf. 117,2) and higher up an unidentifiable mass. The scene described seems to be composed with a certain symmetry around the house. The next scenes also deal with the capture of specific persons.
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Author: Petersen, Eugen (Eugen Adolf Hermann), 1836-1919.
Title: Die Marcus-säule auf Piazza Colonna in Rom, herausgegeben von Eugen Petersen, Alfred von Domaszewski, Guglielmo Calderini; mit CXXVIII Tafeln folio.
Format: Book
Published: München, F. Bruckmann a.g., 1896.
Description: 125 p. illus. (incl. ports., map) 39 cm. and atlas of 128 mounted pl. 50 cm.
Other contributors: Domaszewski, Alfred von, 1856-1927. Calderini, Guglielmo, 1837-1916. Mommsen, Theodor, 1817-1903.
Contents: Einleitung, von E. Petersen.--Der Marcomanen-krieg unter Kaiser Marcus, von T. Mommsen.--L'architettura della colonna, da G. Calderini.--Beschreibung der Bildwerke, von E. Petersen.--Erläuterung der Bildwerke, von A. von Domaszewski.
Subject headings: Column of Marcus Aurelius (Rome, Italy)