Stadtaneignung
Der öffentliche raum ist möglichkeitsraum. Besetzen wir ihn mit
eigener kommunikation! Lassen wir ihn zu einer schnittstelle
zwischen menschen werden. Das private und öffentliche sind immer
weniger trennbar, verschmelzen in jedem bereich und sind nicht mehr
klar zu trennen. Da ziehen sich menschen in den virtuellen raum
zurück um andere zu erreichen und anonym kommunizieren zu können,
dabei bildet die stadt einen einzigen riesenkörper, der nur darauf
wartet träger eines austausches zwischen menschen zu werden. Wie
soll ich mich denn mit der stadt identifizieren können? Das ist mir
nicht möglich in einem einweg-dialog. Man muss der stadt etwas
zurückgeben. Das gebilde der stadt kann und soll nicht vollständig
von den planern, ökonomen und architekten beherrscht werden. Diese
möglichkeit entspricht einer unmöglichen paranoiden wahnvorstellung.
Der totalitäre eindruck des vollständig beherrschten ist zu
überlisten, es gilt darin nischen zu finden und sich darin
einzurichten. Der mensch will bekanntlich nicht in einer sterilen
zwangswelt leben, sondern in freiheit. Verlassen wir uns dabei nicht
nur auf die architekten. Es gilt die stadt als einen dynamischen
raum zu verstehen an dem jeder mitwirken kann. Es gibt zu viele
möglichkeiten; den öffentlichen raum der stadt als leinwand, als
bühne, als versammlungsraum, als schaufenster, als
bewegungsraum....... es gilt ihn zuerst zu entdecken, seine leere
mit all den möglichkeiten, die sie uns bietet. Versuchen wir die
leere zu füllen, versuchen wir uns ihn uns anzueignen:
stadtaneignung. Im vergleich zur aufwendig geplanten und vielseitig
beeinflussten architektur, ist es dem einzelnen durch kleine
gezielte aktionen möglich viel subtiler und direkter auf den raum zu
reagieren und sich zu integrieren. Gleichwohl können wir nicht den
gleichen anspruch wie der architekt und der stadtplaner an unseren
eingriff haben, doch ist die aktion eines jeden für den raum
entscheidend, sei sie noch so vergänglich. Wir bewegen uns in einem
raum der von anderen bestimmt wird, bestimmen wir zurück! Lassen wir
ihn zu einer dynamischen assemblage werden, der so viel besser seine
möglichkeit als träger des soziokulturellen umfeldes wahrnehmen
kann, als ein starres, fixiertes gebilde. Jeder hat die möglichkeit
sich im öffentlichen raum zu integrieren. Ein zeichen, dass wir
leben. Ein zeichen der vielseitigkeit, der verantwortung für unser
umfeld, die wir wahrnehmen. Diese möglichkeit gilt es auszunutzen.
„Ich will meine bilder überall sehen, als zeichen, dass ich lebe,
existiere, will mich durch produktion seelisch am leben halten. Die
starren strukturen mit farbe aufbrechen. Graffiti als
geistig/künstlerische besitzergreifung des öffentlichen raumes, der
uns allen gehört. Dem raum entsprechend arbeiten, raum als
gestaltungsmöglichkeit.“
King Pin
„The inhabitants of a land tirelessly erase and rewrite the ancient
scrawls of the soil...........“ (city = palimpsest)
- JoinedAugust 2008
- Emailraslebol@graffiti.net
Most popular photos
Testimonials
Nothing to show.