Viele Enthusiasten unter den Fotografen (ich meine Leute, die gern fotografieren. Nicht zwangsläufigt den Profifotografen) haben ihre Leidenschaft von ihren Eltern mitbekommen, die ebenfalls mit Leib und Seele am Fotografieren waren. Meine Eltern haben mir in dieser Hinsicht nichts mitgegeben. Mein Vater hatte eine Bilora Boy Box, die einen Rollfilm 127 fasste. Der hatte ein Format von 6x4,5 cm, 8 Bilder pro Rolle. Und wenn wir mal eine Reise gemacht hatten, gabs eine Gruppenaufnahme, eine aussage-arme Landschaftsaufnahme, auf der nicht klar war, was wollte Vater da eigentlich fotografieren. Klar, dass der Film, also die 8 Bilder mehrere Reisen „dokumentierten“. Mich hat das Thema mehr fasziniert.

Meine erste eigene Kamera bekam ich 1965, eine Kodak Instamatic 224 mit 126er Kassettenfilm 28x28mm. Von da an war ich der Fotograf der Familie. Und das Interesse wuchs. Nicht nur die Fotografie, sondern auch die dazu erforderliche Technik faszinierte mich.

In der Schulzeit trat ich der Foto-AG (AG=Arbeitsgemeinschaft) bei, in der ich mit meiner ersten "richtigen" Kamera arbeitete, einer vollmechanischen Praktika Nova I, die noch einen externen Belichtungsmesser brauchte.

1975 kaufte ich mir die erste Nikon, Nikkormat, die ich etwas später durch die Nikon EL2 ersetzte.

1976 heiratete ich, und mit der Geburt unseres ersten Sohnes begann eine neue Phase der Fotografie. „Familie und Kinder“.

Um Auftragsarbeiten für eine Flensburger Werbezeitung ("Moin Moin", damals noch in Kunstdruck) zu ermöglichen, kam 1978 eine Mamiya C330 dazu, Rollfilm 120 6x6cm. Damit fotografierte ich für Anzeigen Immobilienobjekte und Autos. Mit dem Honorar finanzierte ich mein Hobby.

Nachdem ich 1981 in den Fotohandel gegangen war, verging mir die Lust am Fotografieren ein paar Jahre. Eigentlich nur noch im Urlaub fotografiert.

1999 begann für mich die digitale Fotografie mit einer Olympus UZ C2100 mit "atemberaubenden" 2,1 MP. So richtig kam aber keine Lust am Fotografieren auf. Auch nicht, als ich die Oly gegen eine Konica Minolta DiMAGE Z3 eintauschte. Mit der entdeckte ich aber meine Liebe zur Fotografie neu. Sie machte mir Lust auf eine richtige Kamera, eine DSLR. Mein Einstieg war im Juni 2009 eine Nikon D60, und vier Jahre später eine Nikon D300s, eine professionelle DSLR im APS-C Format, dem ich seitdem treu geblieben bin.

 

Jetzt kommt der interessante Teil meiner Geschichte:

Die D300s war zugegebenermaßen recht groß und schwer. Als Ergänzung suchte ich danach eine kleine Immerdabei-Kamera, bei der ich keine großen Abstriche bei der Bildqualität machen musste. Da das Angebot für mich unüberschaubar war, fragte ich im Nikon Forum nach einer Kaufempfehlung. Man empfahl mir verschiedene kleine Kameras. Die Fujifilm X10 wurde mir am ehesten empfohlen, und dann machte ich mich auf die Surftour nach Erfahrungsberichten. Die machten mich noch neugieriger, und schließlich erstand ich eine gute gebrauchte X10 und war total verschossen in das Fuji-System. Die große Nikon D300s verkaufte ich, nachdem ich die X-E1 mit dem extrem guten Kit-Objektiv bekam.

 

Immer wieder las ich von begeisterten X100-Benutzern und, obwohl ich mich mit der Entscheidung, für eine Kamera mit einem festen 23mm Objektiv so viel Geld zu zahlen, schwer tat, legte ich mir eine X100S zu. Das war DIE Kamera überhaupt, die ich fast nicht mehr aus der Hand legte. Ein Jahr später kam die X100T, die S verkaufte ich. Die X100T ist fast immer "am Mann", während die X-T1 (die löste nach einem Jahr die X-E1 ab) nur für Spezialaufgaben (extreme WW-Aufnahmen und Macro, Porträt) herhalten muss.

 

Update:

Aktuell nutze ich die Fujifilm X-Pro3 mit dem Fujinon 35mm 2.0, 18-135mm, 10-24mm und das Macro 60mm. Und seit über zwei Jahren die X100F. Gelegentlich, wenn ich keine Kamera dabei habe, auch das iPhone.

 

Update:

Die X-Pro3 war eine tolle Kamera. Ich verkaufte sie wieder und legte mir die X-T5 zu, die ein praktisches Plus hatte: den IBIS, eingebauter Bildstabilisator, und viele weitere Vorteile, die nur eine richtig moderne Kamera haben kann. Ein 23mm f2.0 kam noch hinzu

 

Für mich bedeutet Fotografieren eigentlich Sehen und das Gesehene im Moment festhalten. Ich fotografiere ganz häufig die selben Motive, um nachher festzustellen, dass es immer interessante Lichtvarianten gibt.

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Kleiner Rundblick

  • JoinedJuly 2009
  • OccupationMusiker und Fotograf aus Leidenschaft
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