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Wachet auf, ihr lieben Herzen
Photo: Hochkreuz bei Kilfenora Cathederal mit Christus-Darstellung
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Wachet auf, ihr lieben Herzen
1.) Wachet auf, ihr lieben Herzen,
Wachet auf, und tret' heran,
Seht, was Jesus hat getan.
Er musst durch viel Todesschmerzen,
Durch so manchen harten Streit
Gehen ein zur Herrlichkeit.
Ach, so schickt euch auch zum Leiden,
Wer genießen will der Freuden.
Gebt euch in des Vaters Willen,
Er wird euren Hunger stillen.
2.) Kämpfer, denn es wird geboren
In dem Kreuz die Friedenskraft,
Und die wahre Ruh' geschafft.
Wer nun will sein auserkoren,
Dringe durch die blut'ge Nacht,
So wird er dazu gebracht.
Lasst uns sein darauf beflissen!
Durch viel Kreuz und Leiden müssen,
Die gottesfürchtig wollen leben,
Nach dem Reiche Gottes streben.
3.) Wer dem Lamme will nachgehen,
Wo es hingeht alle Zeit,
Muss sich wagen in den Streit.
Der wird noch auf Zion stehen,
Der sich innig ihm ergibt,
Und nicht seine Seele liebt.
Denn der muss die Seel' verlieren,
Der durchs Kreuz sich nicht lässt führen,
Wer sie aber wagt im Streite,
Wird sie tragen noch zur Beute.
4.) Unsers Hauptes Vater träget
Vatersliebe gegen die,
So ein wenig haben Müh'
Unterm Kreuz, wenn er sie schläget,
Und der Kinder ihr Gemüt
Mit der Liebesruhe zieht.
Er zerschlägt und reißet nieder,
Doch heilt er und bauet wieder.
Tötet, und schenkt auch das Leben
Denen, die sich ihm ergeben.
5.) Da der Heiland war auf Erden,
Ging es seinen Jüngern gut.
Aber da der Feinde Wut
Wollte gar zum Mörder werden
An demselben fürcht'ten sich
Die Verlassnen ängstiglich.
Endlich haben sie ihr Leben
Selbst mit Freuden von sich geben,
Die gefolget Gottes Sohne
Und erlangt die Marterkrone.
6.) Ach, so lasst uns ihm nachgehen,
Da der Abend gehet weg,
Dass wir bleiben auf dem Steg.
Durch die letzte Wach' wir sehen
Schon den Blick der Morgenröt',
Da die Sonn' von fern aufgeht.
Es fängt nun bald an zu tagen,
Wie die Wächter alle sagen:
Es wird keine Nacht mehr kommen,
Wenn vollendet sind die Frommen.
7.) Jesu, du hast durch dein Leiden
Uns geheiligt vor der Stadt.
Nun, es ist des Vaters Rat,
Dass wir uns zum Kreuz bereiten
Auf der kurzen Pilgerschaft.
Ach, so gib uns allen Kraft,
Dass wir deine Schmach mit tragen
Und wenn uns die Feinde jagen,
Lass uns, Herr, nur nicht verderben,
Dass wir Gottes Reich ererben.
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Autor: Johann Christian Nehring
Melodie: Freuet euch, ihr Christen alle
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Geistliche und liebliche Lieder
Verbesserte und vermehrte Ausgabe
Herausgegeben von Johann Porst
Jonas' Verlagsbuchhandlung
Berlin, 1868
Liednummer 458
Thema: Gottvertrauen, Kreuz und Trost
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Johann Christian Nehring (* 29. Dezember 1671 in Goldbach bei Gotha; † 29. April 1736 in Morl bei Halle/Saale) war Pädagoge, Pfarrer, Schriftsteller und Kirchenlieddichter.
Nehring besuchte das Gymnasium seiner Heimatstadt, um danach an der Universität Halle/Saale zunächst Pharmazie zu studieren. Vom Pietismus der Stadt angezogen, wechselte er das Fach und studierte Theologie. 1700 wurde er Rektor in Essen in Westfalen, kam 1703 als Inspektor an das Franckesche Waisenhaus in Glaucha bei Halle/Saale und erhielt 1706 die Pfarrstelle zu Naundorf am Petersberg, die er 1715 mit derjenigen zu Morl bei Halle/Saale vertauschte. Nach einer mehr als zwanzigjährigen erfolgreichen Wirksamkeit starb er hier 1736. 1705 heiratete er Clara Sophia Grashoff aus Quedlinburg. Aus dieser Ehe gingen neun Kinder hervor, von denen ihn 2 Söhne, die ebenfalls Theologie studierten, und 2 Töchter überlebten.
Nehring verfasste zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur Geographie, Theologie und Geschichte, u.a. 1699 eine 'Kurze Einleitung in die Universalhistorie und Geographie', 1717 eine 'Allgemeine Historie des Alten Testaments bis auf die Geburt Christi, mit chronologischen Tabellen', 1719 eine 'Allgemeine geist- und weltliche Historie der ersten 800 Jahre nach Christi Geburt' und 1724 ein 'Versuch einer gründlichen Untersuchung der Antiquität von der Genealogie des Königlich Preußischen Hauses'. Darüber hinaus verfasste er Übersetzungen und schrieb geistliche Lieder, die Aufnahme in evangelische Kirchengesangbücher und Liedersammlungen fanden. Zu dem Lied 'Sonne der Gerechtigkeit' von Christian David steuerte er zwei Strophen bei. Im 'Freylingshausenschen Geistreichen Gesangbuch', 1706 in Halle/Saale verlegt, stehen fünf Lieder von ihm.
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Nehrings Lieder/ Hymns
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Ach, treuer Gott, wie nötig ist, dass wir itzund recht beten
Die Tugend wird durchs Kreuz geübet
Hilf, Jesu, hilf siegen und lass mich nicht liegen
Schütte deines Lichtes Strahlen
Wachet auf, ihr lieben Herzen, wachet auf
Wachet auf, ihr lieben Herzen
Photo: Hochkreuz bei Kilfenora Cathederal mit Christus-Darstellung
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Wachet auf, ihr lieben Herzen
1.) Wachet auf, ihr lieben Herzen,
Wachet auf, und tret' heran,
Seht, was Jesus hat getan.
Er musst durch viel Todesschmerzen,
Durch so manchen harten Streit
Gehen ein zur Herrlichkeit.
Ach, so schickt euch auch zum Leiden,
Wer genießen will der Freuden.
Gebt euch in des Vaters Willen,
Er wird euren Hunger stillen.
2.) Kämpfer, denn es wird geboren
In dem Kreuz die Friedenskraft,
Und die wahre Ruh' geschafft.
Wer nun will sein auserkoren,
Dringe durch die blut'ge Nacht,
So wird er dazu gebracht.
Lasst uns sein darauf beflissen!
Durch viel Kreuz und Leiden müssen,
Die gottesfürchtig wollen leben,
Nach dem Reiche Gottes streben.
3.) Wer dem Lamme will nachgehen,
Wo es hingeht alle Zeit,
Muss sich wagen in den Streit.
Der wird noch auf Zion stehen,
Der sich innig ihm ergibt,
Und nicht seine Seele liebt.
Denn der muss die Seel' verlieren,
Der durchs Kreuz sich nicht lässt führen,
Wer sie aber wagt im Streite,
Wird sie tragen noch zur Beute.
4.) Unsers Hauptes Vater träget
Vatersliebe gegen die,
So ein wenig haben Müh'
Unterm Kreuz, wenn er sie schläget,
Und der Kinder ihr Gemüt
Mit der Liebesruhe zieht.
Er zerschlägt und reißet nieder,
Doch heilt er und bauet wieder.
Tötet, und schenkt auch das Leben
Denen, die sich ihm ergeben.
5.) Da der Heiland war auf Erden,
Ging es seinen Jüngern gut.
Aber da der Feinde Wut
Wollte gar zum Mörder werden
An demselben fürcht'ten sich
Die Verlassnen ängstiglich.
Endlich haben sie ihr Leben
Selbst mit Freuden von sich geben,
Die gefolget Gottes Sohne
Und erlangt die Marterkrone.
6.) Ach, so lasst uns ihm nachgehen,
Da der Abend gehet weg,
Dass wir bleiben auf dem Steg.
Durch die letzte Wach' wir sehen
Schon den Blick der Morgenröt',
Da die Sonn' von fern aufgeht.
Es fängt nun bald an zu tagen,
Wie die Wächter alle sagen:
Es wird keine Nacht mehr kommen,
Wenn vollendet sind die Frommen.
7.) Jesu, du hast durch dein Leiden
Uns geheiligt vor der Stadt.
Nun, es ist des Vaters Rat,
Dass wir uns zum Kreuz bereiten
Auf der kurzen Pilgerschaft.
Ach, so gib uns allen Kraft,
Dass wir deine Schmach mit tragen
Und wenn uns die Feinde jagen,
Lass uns, Herr, nur nicht verderben,
Dass wir Gottes Reich ererben.
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Autor: Johann Christian Nehring
Melodie: Freuet euch, ihr Christen alle
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Geistliche und liebliche Lieder
Verbesserte und vermehrte Ausgabe
Herausgegeben von Johann Porst
Jonas' Verlagsbuchhandlung
Berlin, 1868
Liednummer 458
Thema: Gottvertrauen, Kreuz und Trost
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Johann Christian Nehring (* 29. Dezember 1671 in Goldbach bei Gotha; † 29. April 1736 in Morl bei Halle/Saale) war Pädagoge, Pfarrer, Schriftsteller und Kirchenlieddichter.
Nehring besuchte das Gymnasium seiner Heimatstadt, um danach an der Universität Halle/Saale zunächst Pharmazie zu studieren. Vom Pietismus der Stadt angezogen, wechselte er das Fach und studierte Theologie. 1700 wurde er Rektor in Essen in Westfalen, kam 1703 als Inspektor an das Franckesche Waisenhaus in Glaucha bei Halle/Saale und erhielt 1706 die Pfarrstelle zu Naundorf am Petersberg, die er 1715 mit derjenigen zu Morl bei Halle/Saale vertauschte. Nach einer mehr als zwanzigjährigen erfolgreichen Wirksamkeit starb er hier 1736. 1705 heiratete er Clara Sophia Grashoff aus Quedlinburg. Aus dieser Ehe gingen neun Kinder hervor, von denen ihn 2 Söhne, die ebenfalls Theologie studierten, und 2 Töchter überlebten.
Nehring verfasste zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur Geographie, Theologie und Geschichte, u.a. 1699 eine 'Kurze Einleitung in die Universalhistorie und Geographie', 1717 eine 'Allgemeine Historie des Alten Testaments bis auf die Geburt Christi, mit chronologischen Tabellen', 1719 eine 'Allgemeine geist- und weltliche Historie der ersten 800 Jahre nach Christi Geburt' und 1724 ein 'Versuch einer gründlichen Untersuchung der Antiquität von der Genealogie des Königlich Preußischen Hauses'. Darüber hinaus verfasste er Übersetzungen und schrieb geistliche Lieder, die Aufnahme in evangelische Kirchengesangbücher und Liedersammlungen fanden. Zu dem Lied 'Sonne der Gerechtigkeit' von Christian David steuerte er zwei Strophen bei. Im 'Freylingshausenschen Geistreichen Gesangbuch', 1706 in Halle/Saale verlegt, stehen fünf Lieder von ihm.
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Nehrings Lieder/ Hymns
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Ach, treuer Gott, wie nötig ist, dass wir itzund recht beten
Die Tugend wird durchs Kreuz geübet
Hilf, Jesu, hilf siegen und lass mich nicht liegen
Schütte deines Lichtes Strahlen
Wachet auf, ihr lieben Herzen, wachet auf