amras_de
Du blinder Mensch, wie magst du dich
Riesen in der City West (Frankfurt am Main)
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Du blinder Mensch, wie magst du dich
1.) Du blinder Mensch, wie magst du dich
Vergebens unterwinden,
Gott anzuschauen inniglich?
Vernunft kann das nicht finden.
Wie unser Gott dreieinig sei,
Trägst du denn dessen keine Scheu,
Sein Wesen zu ergründen.
2.) Ob du gleich der Gedanken Zunft
Mit Macht zu Haufen bringest
Und deine kindische Vernunft
Deswegen kränkst und zwingest.
So weiß ich, dass du nimmermehr
(Wenn du dich gleich kränkst noch so sehr)
Durch dies Geheimnis dringest.
3.) Die Gottheit ist ein Spiegelglas,
So die Vernunft anhauchet.
Ihr, Klügelweisen merket das,
Wer die Vernunft missbrauchet,
Der steht ihm selber in dem Licht
und sieht die Klarheit Gottes nicht,
All seine Witz verschmachtet.
4.) Wohl dem, der sich nicht selbst beraubt
Der Schrift, die er gelesen.
Aus Einfalt seinen Herzens glaubt,
Dass Gott in seinem Wesen
Dreifaltig und doch einig sei,
Wer das tut, kann von Klügelei
Bald wiederum genesen.
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Autor: Christoph Arnold
Melodie: Wer in dem Schutz des Höchsten
oder: Allein Gott in der Höh sei Ehr
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Der Text wurde von mir behutsam, soweit
es die Strophenform und der Endreim zu-
ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen
und für diese Veröffentlichung eingerichtet
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gefunden in:
Neu=vermehrtes Baden=Durlachisches Gesangbuch
aller evangelisch-lutherischen Kirchen
in den markgräflich Badischen Landen
Karlsruhe, 1772
Liednummer 144
Thema: Trinitatis
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Christoph Arnold (* 12. April 1627 in Hersbruck; † 30. Juni 1685 in Nürnberg) war evangelischer Theologe, Kirchenlieddichter und Dichter im Pegnesischen Blumenorden.
Der aus Hersbruck stammende Sohn des Pfarrers Caspar Arnold (1599–1666) wurde 1645 mit 17 Jahren von Georg Philipp Harsdörffer als sechstes Mitglied in die gerade gegründete Dichtergesellschaft aufgenommen. Nach dem Besuch des Egidiengymnasiums in Nürnberg und dem Studium an der Universität Altdorf, die er 1649 mit dem Magisterexamen abschloss, hielt er sich mehrere Jahre in England und Holland auf.
Kurz vor seiner Abreise veröffentlichte er 1649 eines der grammatikalischen Werke der Barockzeit im Umfeld der Sprachstudien von Justus Georg Schottelius.
Wieder zurück in Nürnberg, wirkte er ab 1653 als Diakon an der dortigen Frauenkirche und als Professor für Poesie, Eloquenz und griechische Sprache am Egidiengymnasiums. 1657 wurde seine lateinische Stillehre ‚Linguae latinae ornatus’ in hoher Auflage gedruckt.
Das besondere Interesse Arnolds galt der byzantinischen Kultur, der Orientalistik, den vergleichenden Religionsgeschichte, der Geschichte Südostasiens und der Numismatik, darüber hinaus verfasste er Kommentare und Texte zur griechischen und römischen klassischen Antike.
In Johann Michael Dilherrs ‚Augen- und Herzens-Lust’ (1661) sind 90 geistliche Lieder Arnolds gedruckt.
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Du blinder Mensch, wie magst du dich
Riesen in der City West (Frankfurt am Main)
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Du blinder Mensch, wie magst du dich
1.) Du blinder Mensch, wie magst du dich
Vergebens unterwinden,
Gott anzuschauen inniglich?
Vernunft kann das nicht finden.
Wie unser Gott dreieinig sei,
Trägst du denn dessen keine Scheu,
Sein Wesen zu ergründen.
2.) Ob du gleich der Gedanken Zunft
Mit Macht zu Haufen bringest
Und deine kindische Vernunft
Deswegen kränkst und zwingest.
So weiß ich, dass du nimmermehr
(Wenn du dich gleich kränkst noch so sehr)
Durch dies Geheimnis dringest.
3.) Die Gottheit ist ein Spiegelglas,
So die Vernunft anhauchet.
Ihr, Klügelweisen merket das,
Wer die Vernunft missbrauchet,
Der steht ihm selber in dem Licht
und sieht die Klarheit Gottes nicht,
All seine Witz verschmachtet.
4.) Wohl dem, der sich nicht selbst beraubt
Der Schrift, die er gelesen.
Aus Einfalt seinen Herzens glaubt,
Dass Gott in seinem Wesen
Dreifaltig und doch einig sei,
Wer das tut, kann von Klügelei
Bald wiederum genesen.
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Autor: Christoph Arnold
Melodie: Wer in dem Schutz des Höchsten
oder: Allein Gott in der Höh sei Ehr
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Der Text wurde von mir behutsam, soweit
es die Strophenform und der Endreim zu-
ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen
und für diese Veröffentlichung eingerichtet
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gefunden in:
Neu=vermehrtes Baden=Durlachisches Gesangbuch
aller evangelisch-lutherischen Kirchen
in den markgräflich Badischen Landen
Karlsruhe, 1772
Liednummer 144
Thema: Trinitatis
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Christoph Arnold (* 12. April 1627 in Hersbruck; † 30. Juni 1685 in Nürnberg) war evangelischer Theologe, Kirchenlieddichter und Dichter im Pegnesischen Blumenorden.
Der aus Hersbruck stammende Sohn des Pfarrers Caspar Arnold (1599–1666) wurde 1645 mit 17 Jahren von Georg Philipp Harsdörffer als sechstes Mitglied in die gerade gegründete Dichtergesellschaft aufgenommen. Nach dem Besuch des Egidiengymnasiums in Nürnberg und dem Studium an der Universität Altdorf, die er 1649 mit dem Magisterexamen abschloss, hielt er sich mehrere Jahre in England und Holland auf.
Kurz vor seiner Abreise veröffentlichte er 1649 eines der grammatikalischen Werke der Barockzeit im Umfeld der Sprachstudien von Justus Georg Schottelius.
Wieder zurück in Nürnberg, wirkte er ab 1653 als Diakon an der dortigen Frauenkirche und als Professor für Poesie, Eloquenz und griechische Sprache am Egidiengymnasiums. 1657 wurde seine lateinische Stillehre ‚Linguae latinae ornatus’ in hoher Auflage gedruckt.
Das besondere Interesse Arnolds galt der byzantinischen Kultur, der Orientalistik, den vergleichenden Religionsgeschichte, der Geschichte Südostasiens und der Numismatik, darüber hinaus verfasste er Kommentare und Texte zur griechischen und römischen klassischen Antike.
In Johann Michael Dilherrs ‚Augen- und Herzens-Lust’ (1661) sind 90 geistliche Lieder Arnolds gedruckt.
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