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So gehst du, Jesus, williglich
So gehst du, Jesus, williglich
1.) So gehst du, Jesus, williglich
Dein Leiden anzutreten,
Mit heißen Tränen auch für mich
Zu kämpfen und zu beten.
Du, der du nichts verbrochen hast,
Gehst hin, um aller Sünder Last
Auf dich allein zu laden.
Da schon das Schwert gezücket war,
Stellst du dich seinen Streichen dar,
Damit sie uns nicht schaden.
2.) Du Held, der andern Stärke gibt,
Was kann dich so erschüttern?
Ach, seine Seele wird betrübt.
Des Helden Glieder zittern.
Ach, hingesunken auf die Knie,
Arbeitet er in schwerer Müh',
Und kämpfet im Gebete.
Er wünscht den bangen Kampf verkürzt.
Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt?
O, schauervolle Stätte!
3.) Gott, wie bist du so wunderbar
In allen deinen Werken!
Ein Knecht, ein Engel, muss so gar
Den Herrn vom Himmel stärken.
Er ringt. Von seinem Angesicht
Träuft Schweiß. Ach, wer entsetzt sich nicht!
Vor Schweiß träuft Blut zur Erden.
Der du in reinster Unschuld prangst!
Wie konntest du von solcher Angst,
O Herr, bestürmet werden?
4.) Ach Herr, der Sündenknecht war ich.
I c h sollte Blutschweiß schwitzen.
Es sollten billig nur auf mich
Der Rache Wetter blitzen.
Ich Armer, wie entrinn ich da!
Vor Gottes Zorne müsst ich ja
Ohn' allen Trost versinken.
Und da kommst du, dass du ihn stillst.
Sohn Gottes, du, du selber willst
Den ganzen Zornkelch trinken.
5.) Heil mir, der Sohn des Höchsten hat
Für mich sich richten lassen.
Gott, welch ein wundervoller Rat!
Wer kann dein Tun doch fassen?
Ach, da uns Fluch und Rache drohn.
Da richtet Gott für uns den Sohn,
Den er uns selbst gegeben,
Nun jauchze Seele! Du kommst nicht
In Gottes schreckliches Gericht,
Du dringst hindurch ins Leben.
6.) Doch denk, um welchen teuren Preis
Dein Heiland doch dich erkaufet!
Für d i c h rang er im Todesschweiß,
Für d i c h mit Blut getaufet!
Ach Seele, sorge, dass dich nie
Die Sünd' in ihre Netze zieh,
Nichts deine Treu erschüttre!
Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht!
Schau hin ins furchtbare Gericht,
Das Jesum traf. - Und erzittre!
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Autor: Johann Adolf Schlegel
Melodie: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld
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Mitauisches [lutherisches] Gesangbuch
Druck: Johann Friedrich Steffenhagen
Mitau (heute Jelgava, Lettland), 1771
Liednummer 470
Thema: Passion
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Johann Adolf Schlegel (* 17. September 1721 in Meißen/Kurfürstentum Sachsen; † 16. September 1793 in Hannover), war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Dichter. Sein Bruder war der Dichter Johann Elias Schlegel (1719-1749). Schlegel wurde als Sohn eines Appellationsrats geboren und übernahm nach seinem Studium in Leipzig 1751 eine Stelle als Diakon (Zweiter Pfarrer) und Lehrer in Pforta. Im Jahr 1754 wechselte er als Pfarrer und Professor nach Zerbst und zog 1759 weiter nach Hannover, wo er Pfarrer an der Marktkirche und 1775 Konsistorialrat und Superintendent wurde, während er als Pfarrer an die Neustädter Hof- und Stadtkirche wechselte. 1781 wurde er Generalsuperintendent von Hoya-Diepholz, 1787 von Calenberg. Schlegel dichtete fast 150 eigene geistliche Lieder und legte 87 Bearbeitungen von Liedern anderer Dichter vor; selbst die Lieder Luthers fand er einer Verbesserung würdig, wobei sich seine Bearbeitungen allerdings hier nicht durchsetzen konnten. Viele von Schlegels Liedern wurden in evangelische Gesangbücher und Liedanthologien aufgenommen. Sein bekanntestes Lied ist ein Kreuz- bzw. Trostlied mit acht Strophen und heißt 'Was zagst du? Gott regiert die Welt!'. Seine Söhne August Wilhelm Schlegel (1767-1845) und Friedrich Schlegel (1772-1829) gelten als Mitbegründer der literarischen deutschen Romantik.
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So gehst du, Jesus, williglich
So gehst du, Jesus, williglich
1.) So gehst du, Jesus, williglich
Dein Leiden anzutreten,
Mit heißen Tränen auch für mich
Zu kämpfen und zu beten.
Du, der du nichts verbrochen hast,
Gehst hin, um aller Sünder Last
Auf dich allein zu laden.
Da schon das Schwert gezücket war,
Stellst du dich seinen Streichen dar,
Damit sie uns nicht schaden.
2.) Du Held, der andern Stärke gibt,
Was kann dich so erschüttern?
Ach, seine Seele wird betrübt.
Des Helden Glieder zittern.
Ach, hingesunken auf die Knie,
Arbeitet er in schwerer Müh',
Und kämpfet im Gebete.
Er wünscht den bangen Kampf verkürzt.
Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt?
O, schauervolle Stätte!
3.) Gott, wie bist du so wunderbar
In allen deinen Werken!
Ein Knecht, ein Engel, muss so gar
Den Herrn vom Himmel stärken.
Er ringt. Von seinem Angesicht
Träuft Schweiß. Ach, wer entsetzt sich nicht!
Vor Schweiß träuft Blut zur Erden.
Der du in reinster Unschuld prangst!
Wie konntest du von solcher Angst,
O Herr, bestürmet werden?
4.) Ach Herr, der Sündenknecht war ich.
I c h sollte Blutschweiß schwitzen.
Es sollten billig nur auf mich
Der Rache Wetter blitzen.
Ich Armer, wie entrinn ich da!
Vor Gottes Zorne müsst ich ja
Ohn' allen Trost versinken.
Und da kommst du, dass du ihn stillst.
Sohn Gottes, du, du selber willst
Den ganzen Zornkelch trinken.
5.) Heil mir, der Sohn des Höchsten hat
Für mich sich richten lassen.
Gott, welch ein wundervoller Rat!
Wer kann dein Tun doch fassen?
Ach, da uns Fluch und Rache drohn.
Da richtet Gott für uns den Sohn,
Den er uns selbst gegeben,
Nun jauchze Seele! Du kommst nicht
In Gottes schreckliches Gericht,
Du dringst hindurch ins Leben.
6.) Doch denk, um welchen teuren Preis
Dein Heiland doch dich erkaufet!
Für d i c h rang er im Todesschweiß,
Für d i c h mit Blut getaufet!
Ach Seele, sorge, dass dich nie
Die Sünd' in ihre Netze zieh,
Nichts deine Treu erschüttre!
Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht!
Schau hin ins furchtbare Gericht,
Das Jesum traf. - Und erzittre!
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Autor: Johann Adolf Schlegel
Melodie: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld
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Mitauisches [lutherisches] Gesangbuch
Druck: Johann Friedrich Steffenhagen
Mitau (heute Jelgava, Lettland), 1771
Liednummer 470
Thema: Passion
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Johann Adolf Schlegel (* 17. September 1721 in Meißen/Kurfürstentum Sachsen; † 16. September 1793 in Hannover), war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Dichter. Sein Bruder war der Dichter Johann Elias Schlegel (1719-1749). Schlegel wurde als Sohn eines Appellationsrats geboren und übernahm nach seinem Studium in Leipzig 1751 eine Stelle als Diakon (Zweiter Pfarrer) und Lehrer in Pforta. Im Jahr 1754 wechselte er als Pfarrer und Professor nach Zerbst und zog 1759 weiter nach Hannover, wo er Pfarrer an der Marktkirche und 1775 Konsistorialrat und Superintendent wurde, während er als Pfarrer an die Neustädter Hof- und Stadtkirche wechselte. 1781 wurde er Generalsuperintendent von Hoya-Diepholz, 1787 von Calenberg. Schlegel dichtete fast 150 eigene geistliche Lieder und legte 87 Bearbeitungen von Liedern anderer Dichter vor; selbst die Lieder Luthers fand er einer Verbesserung würdig, wobei sich seine Bearbeitungen allerdings hier nicht durchsetzen konnten. Viele von Schlegels Liedern wurden in evangelische Gesangbücher und Liedanthologien aufgenommen. Sein bekanntestes Lied ist ein Kreuz- bzw. Trostlied mit acht Strophen und heißt 'Was zagst du? Gott regiert die Welt!'. Seine Söhne August Wilhelm Schlegel (1767-1845) und Friedrich Schlegel (1772-1829) gelten als Mitbegründer der literarischen deutschen Romantik.
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