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Schwarze Nacht umflort die Himmel
Schwarze Nacht umflort die Himmel
1.) Schwarze Nacht umflort die Himmel,
Wetterwolken ziehn heran,
Unter krachendem Getümmel
Kühn zu wandeln ihre Bahn.
Seht, das Erdreich wird erschüttert
Von der Donner hehrem Schall.
Feld und Wald und Berg erzittern,
Dumpf ertönt ein Widerhall.
2.) Stürme, wilde Stürme brausen
Durch die stönende Natur,
Angeweht von ihrem Sausen
Schwankt die halmenreiche Flur.
Ringsum kämpft der Drang zum Leben,
Furchtsam krümmen Würmer sich,
Millionen Wesen beben,
Ahnen, o Verheerung, dich!
3.) Welch ein grausenvolles Hallen,
Welch ein rasender Orkan!
Lasst uns alle niederfallen,
Geister, Menschen, betet an!
Betet an den Gott der Götter,
Betet an den großen Geist,
Den im hehren Donnerwetter
Die Natur erhaben preist!
4.) Elementenkampf verkündet,
Großes Wesen, deine Macht!
Dieser Blitz, die sich entzündet,
Dieser Schalg, der furchtbar kracht,
Dieses Rauschen in den Blättern,
Dies' Getös' zieht schrecklich schön,
Dass du Welten kannst zerschmettern
Und aus ihren Achsen drehn.
5.) Hier, wo laut die Donner brüllen,
Wo der Blitz den Himmel kreuzt,
Müsse, Mensch, dich Ehrfurcht füllen,
Die des Seraphs Wonne reizt!
Alles zeigt an allen Enden
Ihn, der Sternen werden heißt,
Und mit allmachtsvollen Händen
Sie, wie ein Gewand, zerreißt.
6.) Staunet! Ha, oft eh' wir's wähnen
Wird durch eines Blitzes Kraft
Einer von den Erdensöhnen
Schnell zertrümmert, weggerafft.
Doch, indes in morsche Splitter
Der gelähmte Körper fällt,
Steigt, getragen vom Gewitter,
Frei der Geist in Gottes Welt!
7.) Großer Geist, dem Wesenreiche,
Das voll Ehrfurcht deiner harrt,
Predigt deine Macht die Eiche,
Die vom Blitz getroffen knarrt!
Welten aus den Angeln rücken
Ist, wir glaubens, dir so leicht,
Als den Wurm dort zu zerdrücken,
Der mit Beben sich verkreucht.
8.) Doch der Mensch - soll dieser zittern,
Wenn die Donner, stark an Macht,
Tal und Hügel laut erschüttern,
Rollend durch die Wetternacht?
Nein! Wie dort am Schöpfungs-Throne
Lobend jetzt der Seraph' steht,
Sei auch hier vom Erdensohne
Des Allmächtgen Kraft erhöht.
9.) Wer sich frevelnd nie entweihte,
Bleibt hier unerschrocken stehn,
Kann, ob auch der Tod ihm dräute,
Jedem Blitz ins Auge sehn.
Wer des Geistes Würd' erkennet,
Tugend ehrt und Tugend übt,
Fühlt, wenn eine Welt auch brennet,
Seine Hoffnung ungetrübt.
10.) Auch die Donnerwetter künden
Unsers Daseins großes Ziel,
Gleich der Schwüle soll verschwinden
Niedrer Sklavereien Spiel! -
Auf gebahnten Feuerstraßen
Redet diese Wahrheit Gott,
Und wenn jetzt Orkane rasen,
Schallet allen dies Gebot.
11.) Wem's geglückt, hinein zu blicken
In den Kreislauf der Natur,
Der entdeckt hier mit Entzücken
Segen für die weite Flur.
Fruchtbar wird die Erdensphäre,
Wenn von Wolken Regen stiebt.
Stimmet an die Jubellieder!
Lobt das Wesen, das uns liebt!
12.) Nur mit Segnungen zu lohnen,
Geht die Allmacht diese Bahn,
Labung tränkt jetzt Millionen
In der Hoheit Ozean.
Aus den Wolken muss es regnen,
Aufzufrischen, was Gott gab.
Jeder Tropfen füllt, zu segnen,
In der Erde Schoß hinab.
13.) Neues Leben kehret wieder
Rings auf Berg und Tal zurück.
Reiner Äther senkt sich nieder
Und erheitert aller Blick.
Hold blinkt fern der Regenbogen
Und verkündet Sonnenschein.
Zahlenlose Wesen sogen
Wollust schon in Zügen ein.
14.) Eilt herbei, den Schwur zu schwören,
Mit der Tugend Heldenmut,
Gott und die Natur zu ehren,
Aller Geister höchstes Gut. -
Hier beim herrlichen Getümmel,
Im Geleit vom Donner-Chor,
Schalle in die Sternenhimmel
Dies Gelübde hoch empor!
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Autor: Immanuel Gotthilf Klotz
Melodie: O Durchbrecher aller Banden
oder: Herz und Herz vereint zusammen
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Sammlung geistlicher Lieder - Band 3 -
Herausgegeben von Nikolaus Joachim Guilliam Evers
Archediakonus an der Jakobi-Kirche, Hamburg
Druck und Verlag: G.F.Schniebes, E.E.Raths
Hamburg, 1818
Liednummer 1732
Thema: Natur, Wetter und Schöpfung
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Immanuel Gotthilf Klotz, (* 1766 oder 1768 in Werdau, † nach 1808) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Schriftsteller. Klotz wurde als Sohn eines Landrichters geboren und wirkte nach seinem Studium zunächst ab 1793 als Feldprediger. Anschließend versah er ab 1796 die Stelle eines Diakons (zweiten Pfarrers) in Stollberg im Erzgebirge. Anschließend stieg er zum Pastor und Oberpfarrer in Stollberg auf. Auch eine Stelle als Adjunkt (Hilfspfarrer) der Chemnitzer Ephorie (Kirchenbezirk) ist nachweisbar.
Er verfasste das Buch 'Christliche Religionsgesänge und Gebete für die kursächsische Armee', die ab 1795 in mehreren Auflagen in Dresden erschien. Die erste Auflage hatte den Titel 'Sammlung geistlicher Lieder für Soldaten im Felde'.
Der Pfarrer und Hymnologe Nikolaus Joachim Guilliam Evers (1766-1837) nahm in seine Sammlung geistlicher Lieder, die 1817 in Hamburg erschien, ein Lied von Klotz auf; es ist ein Trostlied in Gewittern und trägt den Titel 'Schwarze Nacht umflort die Himmel'.
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Schwarze Nacht umflort die Himmel
Schwarze Nacht umflort die Himmel
1.) Schwarze Nacht umflort die Himmel,
Wetterwolken ziehn heran,
Unter krachendem Getümmel
Kühn zu wandeln ihre Bahn.
Seht, das Erdreich wird erschüttert
Von der Donner hehrem Schall.
Feld und Wald und Berg erzittern,
Dumpf ertönt ein Widerhall.
2.) Stürme, wilde Stürme brausen
Durch die stönende Natur,
Angeweht von ihrem Sausen
Schwankt die halmenreiche Flur.
Ringsum kämpft der Drang zum Leben,
Furchtsam krümmen Würmer sich,
Millionen Wesen beben,
Ahnen, o Verheerung, dich!
3.) Welch ein grausenvolles Hallen,
Welch ein rasender Orkan!
Lasst uns alle niederfallen,
Geister, Menschen, betet an!
Betet an den Gott der Götter,
Betet an den großen Geist,
Den im hehren Donnerwetter
Die Natur erhaben preist!
4.) Elementenkampf verkündet,
Großes Wesen, deine Macht!
Dieser Blitz, die sich entzündet,
Dieser Schalg, der furchtbar kracht,
Dieses Rauschen in den Blättern,
Dies' Getös' zieht schrecklich schön,
Dass du Welten kannst zerschmettern
Und aus ihren Achsen drehn.
5.) Hier, wo laut die Donner brüllen,
Wo der Blitz den Himmel kreuzt,
Müsse, Mensch, dich Ehrfurcht füllen,
Die des Seraphs Wonne reizt!
Alles zeigt an allen Enden
Ihn, der Sternen werden heißt,
Und mit allmachtsvollen Händen
Sie, wie ein Gewand, zerreißt.
6.) Staunet! Ha, oft eh' wir's wähnen
Wird durch eines Blitzes Kraft
Einer von den Erdensöhnen
Schnell zertrümmert, weggerafft.
Doch, indes in morsche Splitter
Der gelähmte Körper fällt,
Steigt, getragen vom Gewitter,
Frei der Geist in Gottes Welt!
7.) Großer Geist, dem Wesenreiche,
Das voll Ehrfurcht deiner harrt,
Predigt deine Macht die Eiche,
Die vom Blitz getroffen knarrt!
Welten aus den Angeln rücken
Ist, wir glaubens, dir so leicht,
Als den Wurm dort zu zerdrücken,
Der mit Beben sich verkreucht.
8.) Doch der Mensch - soll dieser zittern,
Wenn die Donner, stark an Macht,
Tal und Hügel laut erschüttern,
Rollend durch die Wetternacht?
Nein! Wie dort am Schöpfungs-Throne
Lobend jetzt der Seraph' steht,
Sei auch hier vom Erdensohne
Des Allmächtgen Kraft erhöht.
9.) Wer sich frevelnd nie entweihte,
Bleibt hier unerschrocken stehn,
Kann, ob auch der Tod ihm dräute,
Jedem Blitz ins Auge sehn.
Wer des Geistes Würd' erkennet,
Tugend ehrt und Tugend übt,
Fühlt, wenn eine Welt auch brennet,
Seine Hoffnung ungetrübt.
10.) Auch die Donnerwetter künden
Unsers Daseins großes Ziel,
Gleich der Schwüle soll verschwinden
Niedrer Sklavereien Spiel! -
Auf gebahnten Feuerstraßen
Redet diese Wahrheit Gott,
Und wenn jetzt Orkane rasen,
Schallet allen dies Gebot.
11.) Wem's geglückt, hinein zu blicken
In den Kreislauf der Natur,
Der entdeckt hier mit Entzücken
Segen für die weite Flur.
Fruchtbar wird die Erdensphäre,
Wenn von Wolken Regen stiebt.
Stimmet an die Jubellieder!
Lobt das Wesen, das uns liebt!
12.) Nur mit Segnungen zu lohnen,
Geht die Allmacht diese Bahn,
Labung tränkt jetzt Millionen
In der Hoheit Ozean.
Aus den Wolken muss es regnen,
Aufzufrischen, was Gott gab.
Jeder Tropfen füllt, zu segnen,
In der Erde Schoß hinab.
13.) Neues Leben kehret wieder
Rings auf Berg und Tal zurück.
Reiner Äther senkt sich nieder
Und erheitert aller Blick.
Hold blinkt fern der Regenbogen
Und verkündet Sonnenschein.
Zahlenlose Wesen sogen
Wollust schon in Zügen ein.
14.) Eilt herbei, den Schwur zu schwören,
Mit der Tugend Heldenmut,
Gott und die Natur zu ehren,
Aller Geister höchstes Gut. -
Hier beim herrlichen Getümmel,
Im Geleit vom Donner-Chor,
Schalle in die Sternenhimmel
Dies Gelübde hoch empor!
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Autor: Immanuel Gotthilf Klotz
Melodie: O Durchbrecher aller Banden
oder: Herz und Herz vereint zusammen
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Sammlung geistlicher Lieder - Band 3 -
Herausgegeben von Nikolaus Joachim Guilliam Evers
Archediakonus an der Jakobi-Kirche, Hamburg
Druck und Verlag: G.F.Schniebes, E.E.Raths
Hamburg, 1818
Liednummer 1732
Thema: Natur, Wetter und Schöpfung
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Immanuel Gotthilf Klotz, (* 1766 oder 1768 in Werdau, † nach 1808) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Schriftsteller. Klotz wurde als Sohn eines Landrichters geboren und wirkte nach seinem Studium zunächst ab 1793 als Feldprediger. Anschließend versah er ab 1796 die Stelle eines Diakons (zweiten Pfarrers) in Stollberg im Erzgebirge. Anschließend stieg er zum Pastor und Oberpfarrer in Stollberg auf. Auch eine Stelle als Adjunkt (Hilfspfarrer) der Chemnitzer Ephorie (Kirchenbezirk) ist nachweisbar.
Er verfasste das Buch 'Christliche Religionsgesänge und Gebete für die kursächsische Armee', die ab 1795 in mehreren Auflagen in Dresden erschien. Die erste Auflage hatte den Titel 'Sammlung geistlicher Lieder für Soldaten im Felde'.
Der Pfarrer und Hymnologe Nikolaus Joachim Guilliam Evers (1766-1837) nahm in seine Sammlung geistlicher Lieder, die 1817 in Hamburg erschien, ein Lied von Klotz auf; es ist ein Trostlied in Gewittern und trägt den Titel 'Schwarze Nacht umflort die Himmel'.
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