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Auf, Seele, lass das Eitle stehn

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Photo: Hauseingang in Wiesbaden

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Auf, Seele, lass das Eitle stehn

 

1.) Auf, Seele, lass das Eitle stehn

Und schmück dich, wie du kannst, so schön,

Der Bräutgam kommt gegangen. (a)

Der Bräutgam, der dich herzlich liebt,

Und gar für dich sein Leben gibt,

Ach, eil ihn zu empfangen!

Laufe, kaufe,

Spezereien,

Zu bestreuen

Alle Straßen,

Wo er sich will sehen lassen.

 

2.) Eröffne deines Herzens Tür,

Denn sieh, er stehet schon dafür (b)

Und ruft mit süßen Worten:

Mach auf, o Zion, liebste Braut,

Mit der ich ewig mich vertraut,

Mit deine Herzens-Pforten.

Nimm mich, willig,

Auf zum Gaste,

Dass ich raste

In der Hütten,

Meiner liebsten Sulamiten. (c)

 

3.) Wie stehst du, Seele, dennoch still?

Hörst du nicht, was der Heiland will?

O, sei doch nicht so träge.

Geh, räuchre deines Herzens Haus,

Mit Myrrhen wahrer Buße aus,

Räum alles aus dem Wege.

Keine Steine

Schwerer Sünden,

Lass ihn finden,

Seine Freude

Ist ein Herz voll Angst und Leide.

 

4.) Herr Jesu, Gotts- und Menschensohn,

Nun sieh, es steht mein Herze schon

Für dich ganz aufgeräumet.

Ach ziehe, schönstes Jesulein,

Mit deinem Segen bei mir ein,

Ach, komm doch ungesäumet!

Schicke Blicke

Meinem Herzen,

Das in Schmerzen

Und in Tränen,

Oft sich pflegt nach dir zu sehnen.

 

5.) Ja, ja nun fühl ich schon in mir,

Dass Jesu, meine schönste Zier,

Ist in mein Herze kommen.

Es hat das schönste Jesulein,

Mich ganz durch seine Äugelein

In Liebe eingenommen.

Eia, eia,

Jubiliere,

Triumphiere,

Weil mein Leben,

Jesus, sich mir hat ergeben.

 

6.) Nun lass ich dich, mein wertes Licht,

Mein teurer Jesus, nimmer nicht, -

Nichts soll mich von dir scheiden.

Nun ist mir schon nichts mehr bewusst,

Als Jesus, - d e r ist meine Lust,

Im Kreuz und auch in Freuden.

Jesu, Jesu,

Lass mich sterben

Und ererben

Bald das Glücke,

Dass ich ewig dich anblicke.

 

(a) Nach christlicher Vorstellung ist der Leib Christi die Kirche, dem er selbst als Haupt vorsteht und die Gläubigen als Gliedmaße zugehörig sind. Ein anderes Bild ist das der Kirche als Braut Christi.

(b) davor

(c) Sulamith (auch Schulamit, Schulamith oder Shulamith) ist ein weiblicher Vorname hebräischen Ursprungs. Bekannt ist er durch seine Erwähnung im Alten Testament (aus dem Hohen Lied des Salomon, Kapitel 7 Vers 1).

Der Vorname bedeutet im Hebräischen die Friedfertige.

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Autor: Arnold Heinrich Sahme

Melodie: Wie schön leuchtet der Morgenstern

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Danziger [evangelisches] Gesangbuch

Verlag: Thom. Joh. Schreiber

Gedruckt bei Carl Ludwig Schreiber

Danzig, 1768

Liednummer 25

Thema: Advent

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Arnold Heinrich Sahme (* 11. Juni 1676 zu Königsberg in Preußen, + 26. April 1734) war Theologe und evangelischer Kirchenlieddichter. Er erwarb 1700 in Königsberg den Magister-Titel, wurde 1708 Diakon an der Löbenichtschen Kirche, und war ab 1721 zugleich Konsistorialrat und 1726 Mitglied der Berliner Akademie. Außer einer Sammlung von Predigten unter dem Titel 'Das aufrichtige Christenthum' besorgte er das 'Glossirte Königsberger Gesangbuch' von 1752, in welchem sich sieben Lieder von ihm selbst finden, von denen vier sich auch weiter verbreitet haben.

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Uploaded on December 5, 2017
Taken on February 18, 2017