amras_de
Schaffet, schaffet, Menschenkinder / Work, children of the Lord
Photo: Küche im Puppenmuseum, Hanau-Wilhelmsbad
+++++++++++++++++++++++++++++++++++
Schaffet, schaffet, Menschenkinder
1.) S c h a f f e t, schaffet, Menschenkinder,
Schaffet eure Seligkeit.
Bauet nicht wie freche Sünder
Nur auf gegenwärt'ge Zeit.
Sondern schauet über euch,
Ringet nach dem Himmelreich,
Und bemühet euch auf Erden,
Wie ihr möget selig werden.
2.) D a s s nun diese mag geschehen,
Müsst ihr nicht nach Fleisch und Blut,
Und desselben Neigung gehen,
Sondern was Gott will und tut,
Das muss einig und allein
Eures Lebens Richtschnur sein.
Es mag Fleisch und Blut in allen
Übel oder wohl gefallen.
3.) I h r habt Ursach zu bekennen,
Dass in euch noch Sünde steckt,
Dass ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen,
Dass euch lauter Elend deckt,
Und dass Gottes Gnadenkraft
Nur allein das Gute schafft,
Ja dass außer seiner Gnade,
In euch nichts denn Seelenschade.
4.) S e l i g, wer im Glauben kämpfet,
Selig, wer im Kampf besteht,
Und die Sünden in sich dämpfet,
Selig, wer die Welt verschmäht!
Unter Christi Kreuzesschmach
Jaget man dem Frieden nach.
Wer den Himmel will ererben,
Muss zuvor mit Christo sterben.
5.) W e r d e t ihr nicht treulich ringen,
Sondern träg und lässig sein,
Eure Neigung zu bezwingen,
So bricht eure Hoffnung ein.
Ohne tapfren Streit und Krieg
Folget niemals rechter Sieg.
Wahren Siegern wird die Krone
Beigelegt zum Gnadenlohne.
6.) M i t der Welt sich lustig machen,
hat bei Christen keine Statt,
Fleischllich reden, tun und lachen,
Schwächt den Geist, und macht ihn matt.
Ach, bei Christi Kreuzesfahn
Geht es wahrlich niemals an,
Dass man noch mit frechem Herzen
Sicher wolle tun und scherzen.
7.) F u r c h t muss man vor Gott stets tragen,
Denn er kann mit Leib und Seel
Uns zur Hölle niederschlagen.
Er ists, der des Geistes Öl,
Und, nachdem es ihm beliebt,
Wollen und Vollbringen gibt.
O so lasst uns zu ihm gehen,
Ihn um Gnade anzuflehen.
8.) U n d denn kreuzigt eure Glieder,
Drin die Sündenlust sich regt.
Kämpft den alten Menschen nieder (a),
Bis ihm seine Macht gelegt.
Was euch ärgert, hauet ab,
Was euch hindert, senkt ins Grab.
Denket stets an Christi Worte:
Dringet durch die enge Pforte.
9.) Z i t t e r n will ich vor der Sünde,
und dabei auf Jesum sehn,
Bis ich seinen Beistand finde,
In der Gnade zu bestehn.
Ach mein Heiland, geh doch nicht
Mit mir Armen ins Gericht.
Gib mir deines Geistes Waffen,
Meine Seligkeit zu schaffen.
10.) A m e n ! es geschehe, Amen!
Gott versiegle dies in mir,
Auf dass ich in Jesu Namen
So den Glaubenskampf vollführ.
Er, er gebe Kraft und Stärk,
Und regiere selbst das Werk,
Dass ich wache, bete, ringe,
Und also zum Himmel dringe.
(a) den in Sünde verhafteten Menschen,
im Gegensatz hierzu: der neue Menschen,
der aus dem Glauben neu geboren wurde
+++++++++++++++++++++++++++++++++
Text: Ludwig Andreas Gotter
Melodie: Freu dich sehr, o meine Seele
+++++++++++++++++++++++++++++++++
Gefunden im Evangelischen Gesangbuch
für die Provinz Pommern, 1896
Liednummer 486- Kapitel Christl. Leben
gedruckt bei F. Hessenland, Stettin
+++++++++++++++++++++++++++++++++
Ludwig Andreas Gotter war Jurist und evangelischer Kirchenliederdichter, * 26.05.1661 in Gotha als Sohn eines Oberhofpredigers und Generalsuperintendenten, † in Gotha am 19.09.1735. - Gotter war in seiner Vaterstadt seit 1719 Geheimsekretär, später Hof- und Assistenzrat und Minister. Er gehört zu den besten Liederdichtern des Halleschen Pietismus.
Seine Lieder erschienen zuerst vereinzelt und anonym im »Geistreichen Gesangbuch«, Halle 1697 und Darmstadt 1698. Verbreitung fanden sie vor allem durch Johann Anastasius Freylinghausen, der in sein »Geistreiches Gesangbuch«, Halle 1704, neun und in sein »Neues geistreiches Gesangbuch«, Halle 1714, weitere 14 Lieder von Gotter aufnahm.
+++++++++++++++++++++++++++++++++
'Schaffet dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.'
Dieses Wort des Philipperbriefes nahm sich der Dichter um 1650 als Vorlage für dieses Lied,
dessen Strophen nacheinander mit den Worten des Verses aus dem Philipperbrief beginnen (es handelt sich hierbei um die Form des sog. Akrostichons).
Schaffet, schaffet, Menschenkinder / Work, children of the Lord
Photo: Küche im Puppenmuseum, Hanau-Wilhelmsbad
+++++++++++++++++++++++++++++++++++
Schaffet, schaffet, Menschenkinder
1.) S c h a f f e t, schaffet, Menschenkinder,
Schaffet eure Seligkeit.
Bauet nicht wie freche Sünder
Nur auf gegenwärt'ge Zeit.
Sondern schauet über euch,
Ringet nach dem Himmelreich,
Und bemühet euch auf Erden,
Wie ihr möget selig werden.
2.) D a s s nun diese mag geschehen,
Müsst ihr nicht nach Fleisch und Blut,
Und desselben Neigung gehen,
Sondern was Gott will und tut,
Das muss einig und allein
Eures Lebens Richtschnur sein.
Es mag Fleisch und Blut in allen
Übel oder wohl gefallen.
3.) I h r habt Ursach zu bekennen,
Dass in euch noch Sünde steckt,
Dass ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen,
Dass euch lauter Elend deckt,
Und dass Gottes Gnadenkraft
Nur allein das Gute schafft,
Ja dass außer seiner Gnade,
In euch nichts denn Seelenschade.
4.) S e l i g, wer im Glauben kämpfet,
Selig, wer im Kampf besteht,
Und die Sünden in sich dämpfet,
Selig, wer die Welt verschmäht!
Unter Christi Kreuzesschmach
Jaget man dem Frieden nach.
Wer den Himmel will ererben,
Muss zuvor mit Christo sterben.
5.) W e r d e t ihr nicht treulich ringen,
Sondern träg und lässig sein,
Eure Neigung zu bezwingen,
So bricht eure Hoffnung ein.
Ohne tapfren Streit und Krieg
Folget niemals rechter Sieg.
Wahren Siegern wird die Krone
Beigelegt zum Gnadenlohne.
6.) M i t der Welt sich lustig machen,
hat bei Christen keine Statt,
Fleischllich reden, tun und lachen,
Schwächt den Geist, und macht ihn matt.
Ach, bei Christi Kreuzesfahn
Geht es wahrlich niemals an,
Dass man noch mit frechem Herzen
Sicher wolle tun und scherzen.
7.) F u r c h t muss man vor Gott stets tragen,
Denn er kann mit Leib und Seel
Uns zur Hölle niederschlagen.
Er ists, der des Geistes Öl,
Und, nachdem es ihm beliebt,
Wollen und Vollbringen gibt.
O so lasst uns zu ihm gehen,
Ihn um Gnade anzuflehen.
8.) U n d denn kreuzigt eure Glieder,
Drin die Sündenlust sich regt.
Kämpft den alten Menschen nieder (a),
Bis ihm seine Macht gelegt.
Was euch ärgert, hauet ab,
Was euch hindert, senkt ins Grab.
Denket stets an Christi Worte:
Dringet durch die enge Pforte.
9.) Z i t t e r n will ich vor der Sünde,
und dabei auf Jesum sehn,
Bis ich seinen Beistand finde,
In der Gnade zu bestehn.
Ach mein Heiland, geh doch nicht
Mit mir Armen ins Gericht.
Gib mir deines Geistes Waffen,
Meine Seligkeit zu schaffen.
10.) A m e n ! es geschehe, Amen!
Gott versiegle dies in mir,
Auf dass ich in Jesu Namen
So den Glaubenskampf vollführ.
Er, er gebe Kraft und Stärk,
Und regiere selbst das Werk,
Dass ich wache, bete, ringe,
Und also zum Himmel dringe.
(a) den in Sünde verhafteten Menschen,
im Gegensatz hierzu: der neue Menschen,
der aus dem Glauben neu geboren wurde
+++++++++++++++++++++++++++++++++
Text: Ludwig Andreas Gotter
Melodie: Freu dich sehr, o meine Seele
+++++++++++++++++++++++++++++++++
Gefunden im Evangelischen Gesangbuch
für die Provinz Pommern, 1896
Liednummer 486- Kapitel Christl. Leben
gedruckt bei F. Hessenland, Stettin
+++++++++++++++++++++++++++++++++
Ludwig Andreas Gotter war Jurist und evangelischer Kirchenliederdichter, * 26.05.1661 in Gotha als Sohn eines Oberhofpredigers und Generalsuperintendenten, † in Gotha am 19.09.1735. - Gotter war in seiner Vaterstadt seit 1719 Geheimsekretär, später Hof- und Assistenzrat und Minister. Er gehört zu den besten Liederdichtern des Halleschen Pietismus.
Seine Lieder erschienen zuerst vereinzelt und anonym im »Geistreichen Gesangbuch«, Halle 1697 und Darmstadt 1698. Verbreitung fanden sie vor allem durch Johann Anastasius Freylinghausen, der in sein »Geistreiches Gesangbuch«, Halle 1704, neun und in sein »Neues geistreiches Gesangbuch«, Halle 1714, weitere 14 Lieder von Gotter aufnahm.
+++++++++++++++++++++++++++++++++
'Schaffet dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.'
Dieses Wort des Philipperbriefes nahm sich der Dichter um 1650 als Vorlage für dieses Lied,
dessen Strophen nacheinander mit den Worten des Verses aus dem Philipperbrief beginnen (es handelt sich hierbei um die Form des sog. Akrostichons).