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Ach Vater, zürne nicht

Photo: Fenster und Wappen in Kloster Eberbach, Rheingau

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Ach Vater, zürne nicht

 

1.) Ach Vater, zürne nicht,

Der Taufbund ist gebrochen.

Ich schreie voller Angst,

Lass du's nur ungerochen, (a)

Und gehe diesen Bund

Mit mir von neuem ein,

Hier hast du Hand und Mund,

Ich will getreuer sein.

 

2.) Dem Teufel, Welt und Fleisch

Sag ich von Herzen abe,

Wenn ich sie drüber schon

Zu argen Feinden habe.

In deines Geistes Kraft

Nehm ich's mit allen an,

Ihr Zorn hat ja noch nie

Den Deinen Leid getan.

 

3.) Gott Vater, Sohn und Geist,

Dir sei mein ganzes Leben

Mit Leib, mit Seel', mit Geist,

Zum Eigentum ergeben,

Befördre du mein Wohl.

Lass (b) auch die Meinen nicht,

Dass uns an Glück und Heil

Nichts hier, nichts dort (c) gebricht.

 

4.) In deiner Lieb' und Treu,

O Vater voll Erbarmen,

In Jesu Blut und Tod,

In den zerstochnen Armen, (d)

Und in des Geistes Trost,

Regierung, Licht und Kraft,

Da such und find ich das,

Was ewig Nutzen schafft.

 

5.) Dies glaub ich steif und fest,

Denn du, dreieinigs Wesen,

Du hast mich dir, ich dich

Zum Eigentum erlesen.

Du Vater, ich dein Kind,

Ich Schäflein, du der Hirt.

Du Herr, ich Untertan,

Dem nichts versaget wird.

 

6.) Mein Gott, wie soll ich dir

Doch immermehr verdanken,

Dass du mich Sündenkind,

Mich wilden bösen Ranken,

So hoch gewürdigt hast,

Dass ich nach deinem Sinn

Durch Geist und Wasserbad

Ein Christe worden bin.

 

7.) Dabei erhalte mich

Bis an mein letztes Ende

Und hilf, dass ich dies Bad (e)

Zu meinem Trost verwende,

Da meiner Feinde List,

Tod, Sünde, Teufel, Welt,

Mir Armen Tag und Nacht

Wohl tausend Netze stellt.

 

8.) Ich will den Christenstand

Weit über alles achten,

Wenn andre mit der Welt

Nach Ehr' und Hoheit trachten.

Ich will mein Leben lang

Auf deinen Wegen gehn,

Und dort an jenem Tag

Bei dir, als Christ, bestehn. (f)

 

9.) Dies wollest du, mein Gott,

Um meines Jesu willen,

Durch deines Geistes Kraft,

In meiner Seel' erfüllen,

Die jetzt, von Kräften arm,

Nach deiner Hilfe schreit.

Ich lob und preise dich

Hier und in Ewigkeit.

 

(a) alte Form von 'ungerächt'

(b) hier im Sinn von 'verlass'

(c) im Jenseits

(d) in den am Kreuz verletzten Gliedern

(e) die erhaltene Taufe

(f) am Tag des Gerichts

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Autor: Johann Christian Sühnelius

Melodie: O Gott, du frommer Gott

oder: Nun danket alle Gott

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Geistreiches Gesang-Buch oder

Alter und Neuer auserlesener Liederschatz

von Kaspar Neumann

Verlag von Johann Carl Drachstedt

Budissin (Bautzen), 1778

Liednummer 108

Thema: Taufe

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Johann Christian Sühnelius, auch Sühnel, war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Lieddichter der im 18. Jahrhundert im Gebiet Sachsen bzw. der Lausitz lebte. In einigen Dokumenten wird erwähnt, dass er in Dresden ordiniert wurde und in Wersdorf bzw. Warsdorf die Amtsstelle einer neuerrichteten Kirche übernommen hatte. Wahrscheinlich ist Warnsdorf gemeint, das heute in Tschechien liegt und nun Varnsdorf heißt. Im Budißiner (Bautzener) Gesangbuch von 1727 fanden zwei Lieder aus seiner Feder Aufnahme.

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Uploaded on March 19, 2017
Taken on May 5, 2005