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Gott, aller Geister Geist

Photo: Engels-Skulptur auf dem Nordfriedhof in Wiesbaden

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Gott, aller Geister Geist

 

1.) Gott, aller Geister Geist,

Herr aller Seraphinen,

Der seine Diener heißt

Uns Menschen hier bedienen,

Herr Zebaoth, nur dir

Gebühret Dank dafür.

 

2.) Du schlummerst keine Nacht

Und schläfst an keinem Tage.

Es schützt uns deine Macht

Vor aller Furcht und Plage.

Es wacht und schläft sich gut

Bei dieser Heldenhut. (a)

 

3.) Es muss vor diesem Heer

Der Feind die Segel streichen

Und Satans Mordgewehr

Zerknickt von dannen weichen.

Der Höllen Pforte kracht

Vor dieser Heldenmacht.

 

4.) Du Großfürst Michael (a)

Stell deine Himmelsthronen (b)

Um unser Leib und Seel',

Auf dass wir sicher wohnen.

Biet' ferner diese Schar

Zur Wagenburg uns dar.

 

5.) Wir gehen aus und ein,

So lass sie uns begleiten.

Wenn wir entschlafen sein,

So stell' uns stets zur Seiten

Die Wache deines Throns,

Die Starken Salomons.

 

6.) Schaff, dass sie überall

Die Hand uns unterlegen

Und lass uns keinen Fall

In ihrem Schoß bewegen.

Ihr Lager schließ uns ein,

Wenn wir belagert sein.

 

7.) Wie Cherubinen dort

Die Bundeslade zieren,

So lass uns immerfort

Dergleichen Wappen führen.

Das ist der Frommen Schutz

Und aller Teufel Trutz.

 

8.) Du kannst durch ihre Hut

Aus aller Not uns retten,

Wie Paulum aus der Flut,

Wie Petrum aus den Ketten,

Wie Joseph aus der Not,

Die ihm Herodes droht.

 

9.) Mach uns auch engelrein,

Du großer Bundesengel,

Kein Engel kehret ein,

Wo große Sündenmängel.

Gib, dass man sie recht liebt

Und keinmal nicht betrübt.

 

10.) Wenn wir des Eitlen Los

Die Sterbelieder singen,

Lass uns in Abrams Schoß

Durch diese Träger bringen.

Mach uns in deinem Reich

Den Engeln selbsten gleich.

 

11.) Wie schöne werden wir

Im Himmel musizieren!

Da wird man dort von dir

Der Engel Stimme führen.

Als dann wird unser Schrein

Das dreimalheilig sein.

 

(a) Vgl. Buch Daniel, 12. Kapitel, Vers 1

(b) vgl. Kolosser, 1. Kapitel, Vers 16

 

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Autor: Benjamin Schmolck

Melodie: Die Nacht ist vor der Tür

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Benjamin Schmolcks Lieder und Gebete

Eine Auswahl zur häuslichen Erbauung

herausgegeben von Ludwig Grote

Druck und Verlag von B.G.Teubner

Leipzig, 1860

Thema: Michaelistag und Engellieder

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Benjamin Schmolck, geb. 21.12.1672 in Brauchitschdorf (Schlesien), evangelischer Pfarrer in Schweidnitz/Swidnica (heute Polen), bekannt als Erbauungsschriftsteller, verstorben am 12.02.1737 in Schweidnitz.

Schmolck wurde 1702 Pfarrer an der Friedenskirche in Schweidnitz, einer der nach dem westfälischen Frieden nur drei verbliebenen evangelischen Kirchen in Schlesien.

Dort war sein Wirken vor allem vom Kampf gegen die Gegenreformation gekennzeichnet.

Seine Gemeinde umfasste 14.000 Gläubige, jährlich wurden 1500 Kinder getauft. Er dichtete etwa 1200 Lieder, die in 20 Sammlungen herausgegeben wurden, und verfasste zahlreiche Erbauungs- und Gebetbücher. Beeinflusst durch den Pietismus war er ein herausragender und bekannter Kirchenlieddichter von ungewöhnlicher Frömmigkeit, Standhaftigkeit und ausgeprägter Christusliebe, dessen Lieder die Betonung eines persönlichen Verhältnisses zu Gott in einem lebendigen Glauben mit der festen Verwurzelung im Grunde des lutherischen Bekenntnisses verband. Seine Lieder treffen einen volkstümlichen Ton, was ihre Beliebtheit und weite Verbreitung erklärt.

Das gegenwärtige 'Evangelische Gesangbuch' enthält fünf seiner Lieder, darunter 'Jesus soll die Losung sein' (EG 62), 'Schmückt das Fest mit Maien' (EG 135) und das allseits beliebte Sonntagslied 'Tut mir auf die schöne Pforte' (EG 166).

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Benjamin Schmolck (1672-1737) was a German Lutheran composer of hymns.

He was born as a pastor's son in Brauchitschdorf (Chróstnik), Silesia on December 21, 1672. After attending the gymnasium in Liegnitz (Legnica), he studied theology at the University of Leipzig from 1693 to 1697. In 1702 he was ordained as a deacon at the Protestant Church of Peace and in 1714 as the pastor of the Church of the Holy Trinity in Schweidnitz (Swidnica), where he stayed for the rest of his life. Influenced by the pietism movement he became the most popular hymn writer of his day. His compositions include 'My Jesus as Thou Wilt' and 'A faithful friend is wandering yonder'. Schmolck died in Schweidnitz on February 12, 1737.

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Uploaded on September 19, 2016
Taken on November 28, 2015