Wolf Biege
Die Alpen und der Bodensee
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Unter der Bezeichnung Bodensee fasst man die drei im nördlichen Alpenvorland liegenden Gewässereinheiten Obersee, Untersee und Seerhein zusammen. Es handelt sich also um zwei verschiedene, aber räumlich nahe liegende Seen, die durch den Seerhein - ein Abschnitt des Rheins - verbunden sind.
Der römische Geograph Pomponius Mela erwähnt als Erster um das Jahr 43 n. Chr. den Obersee als Lacus Venetus und den Untersee als Lacus Acronius, die beide vom Rhein durchflossen würden. Plinius der Ältere bezeichnet den Bodensee um 75 n. Chr. erstmals als Lacus Brigantinus nach dem damaligen römischen Hauptort am See, Brigantium (Bregenz). Dieser Name stammt von dem ursprünglich hier ansässigen keltischen Stamm der Brigantier.
Die Bezeichnung „Bodensee“ leitet sich vom Ortsnamen Bodman ab. Dieser am Westende des Überlinger Sees gelegene Ort war im frühen Mittelalter für eine gewisse Zeit als fränkische Königspfalz, alemannischer Herzogssitz und Münzstätte von überregionaler Bedeutung, weshalb der Name auf den See übertragen worden sein dürfte („See, an dem Bodman liegt“ = Bodman-See). Der Name lacus potmanicus ist seit 833 n. Chr. bezeugt und hat sich im deutschen Sprachraum zu „Bodamer See“ und schließlich zu „Bodensee“ weiterentwickelt.[2] Man vergleiche auch den Namen des Bodanrück, des Höhenzugs zwischen Überlinger See und Untersee, und die Geschichte der Familie Bodman. Die deutsche Bezeichnung Bodensee wurde von zahlreichen anderen Sprachen übernommen, siehe z.B. nl. Bodenmeer, dän. Bodensøen, norw. Bodensjøen, schw. Bodensjön, isl. Bodenvatn, finn. Bodenjärvi, estn. Bodeni järv, lit. Bodeno ežeras, lett. Bodenezers, russ. Боденское озеро, poln. Jezioro Bodeńskie, tschech. Bodamské jezero, slowak. Bodamské jazero, ung. Bodeni-tó, bulg. Боденско езеро, ukr. Боденське озеро, kroat. Bodensko jezero, alban. Liqeni i Bodenit. Auch in Asien heißt der Bodensee so, z.B. marathi बोडन से Bōdana sē, mandarin 波登湖 / 博登湖, Bódēng-hú, kor. 보덴 호 Bodaen-ho, jap. ボーデン湖 Bōden-ko.
Nach dem Konzil von Konstanz im 15. Jahrhundert verbreitete sich im (katholisch-) romanischen Sprachraum der alternative Name Lacus Constantinus mit Bezug auf die am Ausfluss des Rheins aus dem Obersee liegende Stadt Konstanz, die ihren Namen (Constantia) wiederum wohl dem römischen Kaiser Constantius Chlorus (um 300 n. Chr.) verdankt, also frz. Lac de Constance, ital. Lago di Costanza, port. Lago de Constança, span. Lago de Constanza, rumän. Lacul Constanța. Auch im romanisch beeinflussten Englisch fasste der Name als Lake Constance Fuß und wurde seitdem von dort in weitere Sprachen exportiert, z.B: kiswahili Ziwa la Konstanz. Im Rätoromanischen existiert sowohl die Form Lai da Constanza als auch Lai Bodan.
Die poetische Bezeichnung „Schwäbisches Meer“ haben Autoren der frühen Neuzeit und der Aufklärung von antiken Autoren, möglicherweise Tacitus übernommen. Allerdings lag dieser Übernahme ein Irrtum zu Grunde (ähnlich wie etwa auch beim Teutoburger Wald und dem Taunus): Die Römer hatten nämlich nicht den Bodensee, sondern die Ostsee manchmal als Mare Suebicum bezeichnet. In Zeiten, als die Römer die von ihnen so genannten „germanischen Sueben“ auch in der Nähe eines Meeres verortet hatten, war dies verständlich. Die Autoren der Frühneuzeit übersahen dies und übernahmen die Bezeichnung für den größten See mitten im ehemaligen Herzogtum Schwaben, zu dem unter anderem auch die deutschsprachigen Gebiete der heutigen Schweiz gehörten.[3]
de.wikipedia.org/wiki/Bodensee
en.wikipedia.org/wiki/Lake_Constance
es.wikipedia.org/wiki/Lago_de_Constanza
Die Alpen und der Bodensee
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Unter der Bezeichnung Bodensee fasst man die drei im nördlichen Alpenvorland liegenden Gewässereinheiten Obersee, Untersee und Seerhein zusammen. Es handelt sich also um zwei verschiedene, aber räumlich nahe liegende Seen, die durch den Seerhein - ein Abschnitt des Rheins - verbunden sind.
Der römische Geograph Pomponius Mela erwähnt als Erster um das Jahr 43 n. Chr. den Obersee als Lacus Venetus und den Untersee als Lacus Acronius, die beide vom Rhein durchflossen würden. Plinius der Ältere bezeichnet den Bodensee um 75 n. Chr. erstmals als Lacus Brigantinus nach dem damaligen römischen Hauptort am See, Brigantium (Bregenz). Dieser Name stammt von dem ursprünglich hier ansässigen keltischen Stamm der Brigantier.
Die Bezeichnung „Bodensee“ leitet sich vom Ortsnamen Bodman ab. Dieser am Westende des Überlinger Sees gelegene Ort war im frühen Mittelalter für eine gewisse Zeit als fränkische Königspfalz, alemannischer Herzogssitz und Münzstätte von überregionaler Bedeutung, weshalb der Name auf den See übertragen worden sein dürfte („See, an dem Bodman liegt“ = Bodman-See). Der Name lacus potmanicus ist seit 833 n. Chr. bezeugt und hat sich im deutschen Sprachraum zu „Bodamer See“ und schließlich zu „Bodensee“ weiterentwickelt.[2] Man vergleiche auch den Namen des Bodanrück, des Höhenzugs zwischen Überlinger See und Untersee, und die Geschichte der Familie Bodman. Die deutsche Bezeichnung Bodensee wurde von zahlreichen anderen Sprachen übernommen, siehe z.B. nl. Bodenmeer, dän. Bodensøen, norw. Bodensjøen, schw. Bodensjön, isl. Bodenvatn, finn. Bodenjärvi, estn. Bodeni järv, lit. Bodeno ežeras, lett. Bodenezers, russ. Боденское озеро, poln. Jezioro Bodeńskie, tschech. Bodamské jezero, slowak. Bodamské jazero, ung. Bodeni-tó, bulg. Боденско езеро, ukr. Боденське озеро, kroat. Bodensko jezero, alban. Liqeni i Bodenit. Auch in Asien heißt der Bodensee so, z.B. marathi बोडन से Bōdana sē, mandarin 波登湖 / 博登湖, Bódēng-hú, kor. 보덴 호 Bodaen-ho, jap. ボーデン湖 Bōden-ko.
Nach dem Konzil von Konstanz im 15. Jahrhundert verbreitete sich im (katholisch-) romanischen Sprachraum der alternative Name Lacus Constantinus mit Bezug auf die am Ausfluss des Rheins aus dem Obersee liegende Stadt Konstanz, die ihren Namen (Constantia) wiederum wohl dem römischen Kaiser Constantius Chlorus (um 300 n. Chr.) verdankt, also frz. Lac de Constance, ital. Lago di Costanza, port. Lago de Constança, span. Lago de Constanza, rumän. Lacul Constanța. Auch im romanisch beeinflussten Englisch fasste der Name als Lake Constance Fuß und wurde seitdem von dort in weitere Sprachen exportiert, z.B: kiswahili Ziwa la Konstanz. Im Rätoromanischen existiert sowohl die Form Lai da Constanza als auch Lai Bodan.
Die poetische Bezeichnung „Schwäbisches Meer“ haben Autoren der frühen Neuzeit und der Aufklärung von antiken Autoren, möglicherweise Tacitus übernommen. Allerdings lag dieser Übernahme ein Irrtum zu Grunde (ähnlich wie etwa auch beim Teutoburger Wald und dem Taunus): Die Römer hatten nämlich nicht den Bodensee, sondern die Ostsee manchmal als Mare Suebicum bezeichnet. In Zeiten, als die Römer die von ihnen so genannten „germanischen Sueben“ auch in der Nähe eines Meeres verortet hatten, war dies verständlich. Die Autoren der Frühneuzeit übersahen dies und übernahmen die Bezeichnung für den größten See mitten im ehemaligen Herzogtum Schwaben, zu dem unter anderem auch die deutschsprachigen Gebiete der heutigen Schweiz gehörten.[3]
de.wikipedia.org/wiki/Bodensee
en.wikipedia.org/wiki/Lake_Constance
es.wikipedia.org/wiki/Lago_de_Constanza