*1984
'Büchermenschen'
Die Gesellschaft wird im Roman nicht detailliert beschrieben, die politische Führung agiert allerdings offensichtlich autoritär und menschliche Bedürfnisse werden zur Herrschaftssicherung unterdrückt. Das Ziel staatlichen Handelns ist es, die Bevölkerung ununterbrochen mit simplen Mitteln zu beschäftigen, um Individuation und hieraus folgende Bedrohungen für das System zu verhindern. Dies wird zum Beispiel mit Fernsehshows erreicht, die über Videoleinwände im heimischen Wohnzimmer zu sehen sind und an denen sich die Zuschauer beteiligen können, aber auch durch große Vergnügungsparks. Viele Menschen sind aufgrund der ständigen Medienbeschallung durch Radio und Fernsehen dazu gezwungen, Schlafpillen zu sich zu nehmen, um überhaupt schlafen zu können.
Zudem ist die Gesellschaft sehr aggressiv. Soziale Zwänge bringen die Menschen, darunter vor allem die Jugendlichen, dazu, Mord als Spaß anzusehen. So werden beispielsweise Hetzjagden auf andere Bürger im Straßenverkehr zu alltäglichen Vergnügen. Auch Montags Flucht wird im Fernsehen übertragen und endet mit dem Tod eines Unschuldigen, der für Montag ausgegeben wird. Die Jugend ist auch durch die Schule unausgelastet und so sind die „Vergnügungsparks“ mehr im Sinne der Regelung von Aggressionen gedacht. Zusätzliche Verbote – z. B. zu langsam zu fahren – können einen Freigeist in Haft bringen.
Selbstständiges Denken ist in dieser Gesellschaft ein absolutes Tabu. Der allgemeinen Ansicht nach führt es nur dazu, dass die Menschen sich unsozial verhalten und die ganze Gesellschaft aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Um genau dieses selbständige Denken zu vermeiden, wird die Gesellschaft pausenlos unterhalten.
Als Hauptfeind der Gesellschaft werden Bücher, etwa Romane, Biografien und Gedichte, gesehen, da sie Gefühle im Menschen hervorrufen und ihn in einen traurigen Zustand versetzen können. Bücher werden daher von der „Feuerwehr“ gesucht und verbrannt.
Die „Feuerwehr“ in dieser Dystopie ist nicht dazu da, Feuer zu löschen, sondern Feuer zu legen. Sie kann neben der Polizei als zweite Staatsgewalt angesehen werden. Menschen, die Bücher besitzen und lesen, sind Staatsfeinde, die verfolgt werden. Ihre Häuser und Bibliotheken werden von Feuerwehrmännern angezündet, wobei auch Tote in Kauf genommen werden. In der deutschen Übersetzung geht dabei eine Zweideutigkeit des Originaltextes verloren: Das im Original verwendete Wort für Feuerwehrmann ist nicht Fire-Fighter, sondern Fireman, was wörtlich übersetzt einfach Feuermann heißt und somit wörtlich auch als Brandstifter ausgelegt werden könnte.
Diese Verfassung der Gesellschaft wurde allerdings nicht durch die herrschende, totalitäre Regierung herbeigeführt. Vielmehr haben sich die Menschen durch ihren steigenden Medienkonsum, insbesondere durch das Fernsehen – und das Bemühen, durch Selbstzensur Kränkungen zu vermeiden – selbst in diese Lage gebracht.
Die gängige Meinung, der Roman warne vor einem totalitären Staat, der seine Macht durch Repression und Zensur zu sichern versucht, deckt sich nicht mit Aussagen Bradburys. Nach einem am 30. Mai 2007 in der L. A. Weekly erschienenen Artikel über Bradbury sagte er, dass seine ursprüngliche Absicht die Warnung vor der Zerstörung des Interesses an Büchern durch das Fernsehen war. Es gibt in der Gesellschaft des Romans nach wie vor – anscheinend freie – Wahlen (bei denen hauptsächlich die Attraktivität der Kandidaten ausschlaggebend ist), und das Bücherverbot ist von der Regierung nicht erfunden, sondern auf Wunsch des Volkes erlassen worden.
[Quelle: Wikipedia]
'Büchermenschen'
Die Gesellschaft wird im Roman nicht detailliert beschrieben, die politische Führung agiert allerdings offensichtlich autoritär und menschliche Bedürfnisse werden zur Herrschaftssicherung unterdrückt. Das Ziel staatlichen Handelns ist es, die Bevölkerung ununterbrochen mit simplen Mitteln zu beschäftigen, um Individuation und hieraus folgende Bedrohungen für das System zu verhindern. Dies wird zum Beispiel mit Fernsehshows erreicht, die über Videoleinwände im heimischen Wohnzimmer zu sehen sind und an denen sich die Zuschauer beteiligen können, aber auch durch große Vergnügungsparks. Viele Menschen sind aufgrund der ständigen Medienbeschallung durch Radio und Fernsehen dazu gezwungen, Schlafpillen zu sich zu nehmen, um überhaupt schlafen zu können.
Zudem ist die Gesellschaft sehr aggressiv. Soziale Zwänge bringen die Menschen, darunter vor allem die Jugendlichen, dazu, Mord als Spaß anzusehen. So werden beispielsweise Hetzjagden auf andere Bürger im Straßenverkehr zu alltäglichen Vergnügen. Auch Montags Flucht wird im Fernsehen übertragen und endet mit dem Tod eines Unschuldigen, der für Montag ausgegeben wird. Die Jugend ist auch durch die Schule unausgelastet und so sind die „Vergnügungsparks“ mehr im Sinne der Regelung von Aggressionen gedacht. Zusätzliche Verbote – z. B. zu langsam zu fahren – können einen Freigeist in Haft bringen.
Selbstständiges Denken ist in dieser Gesellschaft ein absolutes Tabu. Der allgemeinen Ansicht nach führt es nur dazu, dass die Menschen sich unsozial verhalten und die ganze Gesellschaft aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Um genau dieses selbständige Denken zu vermeiden, wird die Gesellschaft pausenlos unterhalten.
Als Hauptfeind der Gesellschaft werden Bücher, etwa Romane, Biografien und Gedichte, gesehen, da sie Gefühle im Menschen hervorrufen und ihn in einen traurigen Zustand versetzen können. Bücher werden daher von der „Feuerwehr“ gesucht und verbrannt.
Die „Feuerwehr“ in dieser Dystopie ist nicht dazu da, Feuer zu löschen, sondern Feuer zu legen. Sie kann neben der Polizei als zweite Staatsgewalt angesehen werden. Menschen, die Bücher besitzen und lesen, sind Staatsfeinde, die verfolgt werden. Ihre Häuser und Bibliotheken werden von Feuerwehrmännern angezündet, wobei auch Tote in Kauf genommen werden. In der deutschen Übersetzung geht dabei eine Zweideutigkeit des Originaltextes verloren: Das im Original verwendete Wort für Feuerwehrmann ist nicht Fire-Fighter, sondern Fireman, was wörtlich übersetzt einfach Feuermann heißt und somit wörtlich auch als Brandstifter ausgelegt werden könnte.
Diese Verfassung der Gesellschaft wurde allerdings nicht durch die herrschende, totalitäre Regierung herbeigeführt. Vielmehr haben sich die Menschen durch ihren steigenden Medienkonsum, insbesondere durch das Fernsehen – und das Bemühen, durch Selbstzensur Kränkungen zu vermeiden – selbst in diese Lage gebracht.
Die gängige Meinung, der Roman warne vor einem totalitären Staat, der seine Macht durch Repression und Zensur zu sichern versucht, deckt sich nicht mit Aussagen Bradburys. Nach einem am 30. Mai 2007 in der L. A. Weekly erschienenen Artikel über Bradbury sagte er, dass seine ursprüngliche Absicht die Warnung vor der Zerstörung des Interesses an Büchern durch das Fernsehen war. Es gibt in der Gesellschaft des Romans nach wie vor – anscheinend freie – Wahlen (bei denen hauptsächlich die Attraktivität der Kandidaten ausschlaggebend ist), und das Bücherverbot ist von der Regierung nicht erfunden, sondern auf Wunsch des Volkes erlassen worden.
[Quelle: Wikipedia]