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Jägerbauerstation (Jägerbauerovo zastavení) am Lotterberg

Der Lotterberg (Lotarův vrch) gehört zu den drei markanten Bergkegeln die nordöstlich der Doppelstadt Tetschen-Bodenbach (Děčín-Podmokly) den nördlichen Rand des Böhmischen Mittelgebirges markieren. Unter den nahezu gleichhohen Bergen ist der Lotterberg der höchste, jedoch ist er im Gelände aufgrund der flacher geneigten Hänge etwas unscheinbarer. Sein Gipfel bildet einen langgestreckten Rücken von etwa 150 m Länge bei bis zu 20 m Breite. Beim Blick auf die Reliefkarte fällt dabei an der Ostflanke eine offenbar durch menschliche Eingriffe verändertes Geländeprofil auf. Deutlich wahrnehmbar existiert hier eine von einem Steinwall begrenzte Terrasse, die an eine Burgstätte erinnert. Einen Hinweis darauf liefert auch der mit dem Deutschen Kaiser Lothar III. verknüpfte Name des Lotterberges. Lothar hatte, als damaliger König, im Jahr 1125 am Abhang des Erzgebirges eine Schlacht gegen den regionalen böhmischen Fürsten Soběslav I. verloren und soll sich anschließend auf den Gipfel des Lotterberges geflüchtet haben. Die Graben- und Wallstrukturen könnten also durchaus eine temporäre Wehranlage aus jener Zeit sein. Konkrete Nachweise existieren jedoch nicht und eine archäologische Untersuchung des Berges wurde bisher nicht unternommen. Zudem wird bisweilen angezweifelt, ob der Bergname tatsächlich auf "Lothar" Bezug nimmt. Denkbar wäre als Ursprung auch das häufig als Flur- und Ortsname auftretende tschechische Wort 'Lhota' (verwendet bei Ortsgründungen im 12.-14. Jh.) oder 'lotr' (= Schurke).

 

Ein besonderes Kleinod unter den Flurdenkmälern Nordböhmens ist die am Hang des Lotterberges, etwa 600 m nordwestlich des Gipfels gelegene Jägerbauerovo zastavení. Es handelt sich um ein pyramidenartiges aus Basaltgestein gestaltetes Podest mit einer Fläche von etwa 9x9 m auf der eine kleine mit Eisentüren verschlossene Nischenkapelle platziert ist. Leider kann heute nicht mehr rekonstruiert werden wann der Steinhügel und die darauf befindliche Nischenkapelle errichtet worden sind. In den Erzählungen der hiesigen Einwohner war von getöteten Soldaten während der Napoleonischen Kriege im Jahr 1813, einem Pestfriedhof oder einem Kutschenunglück die Rede. Eindeutige Hinweise gibt es jedoch nicht, da das Sakraldenkmal auch keinerlei Inschriften etc. besitzt. Der Name jedenfalls bezieht sich auf den Bauern Joseph Jäger, dessen zu Merzdorf (Martiněves) gehörenden Fluren bis unmittelbar an den Steinhügel reichten. In einem Inventar aus dem Jahr 1836 ist auch tatsächlich die besagte Kapelle aufgeführt worden, in welcher damals die Bilder "Jesus im Ölberg" und "Ecce homo" zu finden waren. Nach 1945 fiel die in abgeschiedener Waldeseinsamkeit liegende "Jägerbauerstation" leider dem Vandalismus anheim. In den Jahren 2018/19 sorgten jedoch Einwohner der Umgebung für die Widerherstellung des zerstörten Objektes.

 

Quelle: www.drobne-pamatky.cz/dokumenty/martineves_clanek.pdf

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Uploaded on February 27, 2025