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Lutherkirche in Chemnitz-Harthau

Harthau ist der am weitesten nach Süden in das Erzgebirge hineinreichende Ortsteil der Stadt Chemnitz. Das erst 1950 eingemeindete ehemalige Dorf ist sicherlich im 12./13 Jahrhundert gegründet worden, jedoch muss es später für einige Zeit wüst gelegen haben. Der Ortsname leitet sich vom altdeutschen Wort 'harth' ab, womit der Bergwald bezeichnet wurde. Die im Tal der Würschnitz gelegene Siedlung zeichnete sich kaum durch Bergbau aus, jedoch entstand hier um 1800 die bedeutende mit englischen Maschinen ausgerüstete Spinnmühle der Gebrüder Bernhard, welche die Industrialisierung im Gebiet Chemnitz mit einläutete. Das "Technische Wunder" war so beeindruckend, dass sogar Goethe im Jahr 1810 die Spinnerei in Harthau besichtigte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde das Ortsbild immer stärker durch neue Fabrikanlagen verändert, wobei gleichzeitig die Einwohnerzahl stark wuchs. Die alte, viel zu kleine, im Kern mittelalterliche Dorfkirche genügte nunmehr den Ansprüchen der Kirchgemeinde nicht mehr. Nachdem bereits die südlich angrenzenden Dörfer Eibenberg und Berbisdorf neue Kirchen erhalten hatten, entstand auch in Harthau eine gänzlich neue Kirche. Am rechten Hang über der Würschnitz wurde 1906-1908 nach Plänen des Architekten Paul Lange ein repräsentativer Kirchenbau in Ziegelbauweise mit zahlreichen Jugendstilelementen.

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Uploaded on December 24, 2023