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Rakotzbrücke im Rhododendronpark Kromlau

Das bereits im 16. Jahrhundert bestehende Kromlau (sorb.: Kromola) wurde im Dreißigjährigen Krieg derart verwüstet, dass die in der Muskauer Heide gelegene Siedlung über Jahrzehnte wüst blieb. In dem durch häufige Besitzwechsel geprägten Kromlau entstand 1779 eine Windmühle und allmählich wuchs die Siedlung wieder auf mehrere Wirtschaften an. Nachdem im Zuge des Wiener Kongresses (1813) die gesamte Region von Sachsen an Preußen gefallen war, gelangte Christiane Dorothea Goltsch in den Besitz Kromlaus. Sie förderte die Entwicklung des Ortes, so dass 1842 ein gewinnbringender Verkauf an den Großgrundbesitzer Friedrich Hermann Rötschke möglich wurde. Dieser erhöhte die Rentabilität seines neuen Besitzes durch den Verkauf von Flächen an eine in Berlin ansässige Braunkohlenaktiengesellschaft. Zugleich ließ er - inspiriert vom Wirken Fürst Pücklers im nahen Bad Muskau - einen ausgedehnten Landschaftspark anlegen. Der 1889 in den Besitz Kromlaus gekommene Friedrich XI. Leopold, Graf von und zu Egloffstein-Arklitten veranlasste schließlich die Anpflanzung winterharter Rhododendren, wodurch der Landschaftspark endgültig sein heutiges Erscheinungsbild erhielt.

Neben den Rhododendren und Gestaltungselementen aus Basaltgestein sind Teiche ein prägendes Merkmal. Es handelt sich um natürliche Senken, denn die Landschaft des Muskauer Faltenbogens wurde in Folge eiszeitlicher Gletschervorstöße gestaucht, wodurch langgestreckte Mulden und Rücken entstanden sind. Überregional bekannt ist der Rakotzsee, dessen Name vom sorbischen Wort 'rak' = Krebs hergeleitet wird. Hier entstanden besonders aufwändige Basaltbauwerke wie die Rakotzbrücke, eine Grotte, die Basaltorgel sowie ein kleines Wildwasser mit der kleinen Teufelsbrücke. Die 19,8 m frei spannende Rakotzbrücke bildet mit der Spiegelung im Wasser eine besonders mystische Szenerie, die unzählige Besucher anlockt und gern als Filmkulisse genutzt wird.

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Uploaded on October 16, 2023