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Herbst am Kosackenberg

Die Hänge des Kyffhäusergebirges bei Bad Frankenhausen werden aus Gipsen gebildet, die in der geologischen Zeit des Zechsteins entstanden sind. Die Auslaugungsprozesse in den Gipsgesteinen führen immer wieder zu Bodensenkungen, die beispielsweise zur abenteuerlichen Schiefstellung des Turms der Oberen Kirche in Bad Frankenhausen führen. Zudem bilden sich in den Gesteinspartien an vielen Stellen entlang von Spalten und Klüften Höhlen, die besonders am Kosackenberg westlich der Stadt ein regelrechtes System bilden. Am schwer zugänglichen Steilhang wurden diese teilweise schachtartigen Höhlen bereits im 5. Jahrtausend vor Christus als Opferspalten genutzt. Während aus dieser Periode vorwiegend eine kultisch motivierte Deponierung von Steingeräten dokumentiert ist, konnte aus der Bronzezeit auch menschliche Knochen von wahrscheinlich über 130 Individuen entdeckt werden, die vermutlich ebenfalls hier geopfert wurden. Die bis zu 15 m hohe Schicht von Opfergaben in den Klüften umfasste aber auch Werkzeuge der Salz- und Metallerzeugung.

 

Die Kulthöhlen gelten somit als eine der bedeutendsten und reichhaltigsten archäologischen Fundstätten Mitteleuropas. Die Opferungen erfolgten hier zwar nicht durchgängig, jedoch ist das südlich des Berges verlaufende Tal der Kleinen Wipper seit der Jungsteinzeit durchgängig besiedelt gewesen. Für Wohnzwecke wurden die Höhlen nach bisherigen Erkenntnissen jedoch nie genutzt.

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Uploaded on November 27, 2021