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die Eisame

Du neigtest, Herz, dich gerne, wie sich die Birke neigt,

Dem Nachbarstamme zu.

Steh aufrecht, wie die Tanne trotzig steigt:

Allein bist du.

 

Wohl strömt ein jedes Ding des eignen Wesens Hauch

Den andern Dingen ein;

Doch will ihr Sehnen überfließen auch,

Sie sind allein.

 

Schlaft ihr umarmt auf einem Kissen, ihr erwacht

Wie Sonnen fern im Raum;

Kaum dass ihr eimal träumt vielleicht bei Nacht

den gleichen Traum.

 

Sei deine Welt, dein Stern, beglückt, wenn deine Glut

Am goldnen Leben schafft,

Und fordre nichts. Dir ward kein andres Gut

Als deine Kraft.

 

Ricarda Huch (1864 - 1947),

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Uploaded on July 24, 2025
Taken on July 10, 2025