Stadtkirche Heiligenhafen
Die evangelische Stadtkirche Heiligenhafen ist ein Kirchengebäude und Kulturdenkmal in der Altstadt von Heiligenhafen im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Die Kirche wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts in romanisch-gotischem Übergangsstil erbaut, etwa fünfzig Jahre vor der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt Heiligenhafen. Die Kirche gilt als frühes Zeugnis der Christianisierung Norddeutschlands. Als Inhaber der Pfründe im 13. Jahrhundert ist der Kirchherr Hermann von Heiligenhafen überliefert.
Die dreischiffige Hallenkirche aus Backstein hat einen frühgotischen Kastenchor des mittleren 13. Jahrhunderts mit Sockel, Ecklisenen, Rundbogenfries, östlicher Dreifenstergruppe und eine heute vermauerte Priestertür. Das Kirchenschiff ist drei Joche lang und nur geringfügig breiter als der Chor. Die Kirche wurde mehrfach umgebaut, ihre heutige Gestalt erhielt sie in den 1950er Jahren. In den 1970er Jahren wurde der Innenraum neu bestuhlt und der Altar neu gestaltet. 1974 wurde eine neue Orgel eingebaut. In der Turmhalle befindet sich ein spätgotischer Grabstein (Smit † 1481) aus Kalk. Evangelistensymbole und Wappen zieren den 177 × 120 cm großen Stein. Im Innenraum der Kirche befindet sich eine Figur des Heiligen Christophorus vom Anfang des 16. Jahrhunderts; sie misst 265 cm in der Höhe.[2] Der Schnitzer ist unbekannt. Es wird aber vermutet, dass es ein von der Renaissance beeinflusster Schüler Claus Bergs, einem Lübecker Meister, war. Im Chor befindet sich an der Nord- und Südwand ein geschnitztes Chorgestühl. Es wurde in einer unbekannten Werkstatt um 1515 geschaffen. Im Norden besitzt das Gestühl eine Vorderbrüstung mit drei Türen. Die Rückwand über den durchlaufenden Sitzbank wird von Baldachinen bekrönt. An den Seitenwangen sind Relieffiguren des Paulus, Andreas und der Gottesmutter Maria. Im südlichen Gestühl sind fünf Sitze ohne Rückwand mit Relieffiguren der Heiligen Petrus, Antonius, Nikolaus und Barbara. Im Altarraum befinden sich Holzskulpturen von Adam und Eva, vermutlich Geschenke eines dänischen Königs. Die Schlange, die Eva umgibt, zeigt am Kopfende Evas Antlitz. Der Figur der Eva fehlt der rechte Unterarm. Obwohl der Künstler unbekannt ist, besteht eine gewisse Nähe zu oberdeutsch beeinflusster Schnitzkunst. Beide Figuren tragen goldfarben gelockte Haare und vor sich je einen Wappenschild, die eine Datierung zwischen 1521 und 1524 nahelegen. Die ungewöhnlich freizügige Darstellung der Holzplastiken bekräftigt die Vermutung einer Schöpfung in der Renaissance. Der geschmiedete Kronleuchter stammt aus dem Jahr 1592.https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtkirche_Heiligenhafen#Einzelnachweise
Stadtkirche Heiligenhafen
Die evangelische Stadtkirche Heiligenhafen ist ein Kirchengebäude und Kulturdenkmal in der Altstadt von Heiligenhafen im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Die Kirche wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts in romanisch-gotischem Übergangsstil erbaut, etwa fünfzig Jahre vor der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt Heiligenhafen. Die Kirche gilt als frühes Zeugnis der Christianisierung Norddeutschlands. Als Inhaber der Pfründe im 13. Jahrhundert ist der Kirchherr Hermann von Heiligenhafen überliefert.
Die dreischiffige Hallenkirche aus Backstein hat einen frühgotischen Kastenchor des mittleren 13. Jahrhunderts mit Sockel, Ecklisenen, Rundbogenfries, östlicher Dreifenstergruppe und eine heute vermauerte Priestertür. Das Kirchenschiff ist drei Joche lang und nur geringfügig breiter als der Chor. Die Kirche wurde mehrfach umgebaut, ihre heutige Gestalt erhielt sie in den 1950er Jahren. In den 1970er Jahren wurde der Innenraum neu bestuhlt und der Altar neu gestaltet. 1974 wurde eine neue Orgel eingebaut. In der Turmhalle befindet sich ein spätgotischer Grabstein (Smit † 1481) aus Kalk. Evangelistensymbole und Wappen zieren den 177 × 120 cm großen Stein. Im Innenraum der Kirche befindet sich eine Figur des Heiligen Christophorus vom Anfang des 16. Jahrhunderts; sie misst 265 cm in der Höhe.[2] Der Schnitzer ist unbekannt. Es wird aber vermutet, dass es ein von der Renaissance beeinflusster Schüler Claus Bergs, einem Lübecker Meister, war. Im Chor befindet sich an der Nord- und Südwand ein geschnitztes Chorgestühl. Es wurde in einer unbekannten Werkstatt um 1515 geschaffen. Im Norden besitzt das Gestühl eine Vorderbrüstung mit drei Türen. Die Rückwand über den durchlaufenden Sitzbank wird von Baldachinen bekrönt. An den Seitenwangen sind Relieffiguren des Paulus, Andreas und der Gottesmutter Maria. Im südlichen Gestühl sind fünf Sitze ohne Rückwand mit Relieffiguren der Heiligen Petrus, Antonius, Nikolaus und Barbara. Im Altarraum befinden sich Holzskulpturen von Adam und Eva, vermutlich Geschenke eines dänischen Königs. Die Schlange, die Eva umgibt, zeigt am Kopfende Evas Antlitz. Der Figur der Eva fehlt der rechte Unterarm. Obwohl der Künstler unbekannt ist, besteht eine gewisse Nähe zu oberdeutsch beeinflusster Schnitzkunst. Beide Figuren tragen goldfarben gelockte Haare und vor sich je einen Wappenschild, die eine Datierung zwischen 1521 und 1524 nahelegen. Die ungewöhnlich freizügige Darstellung der Holzplastiken bekräftigt die Vermutung einer Schöpfung in der Renaissance. Der geschmiedete Kronleuchter stammt aus dem Jahr 1592.https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtkirche_Heiligenhafen#Einzelnachweise